Im Selbstverständnis der Luxemburger ist fast jeder Haushalt hierzulande
Besitzer der eigenen Wohnung. Tatsächlich liegt das Großherzogtum jedoch nur im europäischen Durchschnitt.

Foto: Isabella Finzi

Europaweit lebt der Großteil der Bevölkerung in jedem EU-Mitgliedstaat in der eigenen Wohnung. Absoluter Spitzenreiter ist Rumänien. Hier lebten im Jahr 2017 satte 96,8 Prozent der Haushalte im Eigenheim. Der Großteil der Haushalte (95,7 Prozent) hat nicht einmal einen Immobilienkredit bei einer Bank aufgenommen. Am anderen Ende der Skala befindet sich … Deutschland. In dem Land sind nur 51,4 Prozent der Haushalte Besitzer der eigenen Wohnung und ein noch geringerer Prozentsatz der Bevölkerung (25,7 Prozent) hat die Kredite bereits abgezahlt.

Luxemburg auf Platz 17

Luxemburg befindet sich irgendwo dazwischen. Auf dem 17. Platz, was den Besitz angeht. 2017 besaßen hierzulande insgesamt nur 74,7 Prozent der Haushalte ihre Wohnung. Die Entwicklung geht jedoch in eine gute Richtung: 2010 lebten nur 68,1 Prozent der Luxemburger Haushalte in – wortwörtlich – „den eigenen vier Wänden“. Im Gegensatz zu Rumänien müssen in Luxemburg 42,7 Prozent der Haushalte – also fast die Hälfte – jeden Monat Geld an die Bank zurückzahlen, weil sie einen Kredit aufgenommen haben – und das selbst wenn sie Besitzer sind.

Die Länder mit den höchsten Anteilen an Besitzern liegen praktisch alle im Osten von Europa. Das mag daran liegen, dass dort Privatbesitz bis vor dem Mauerfall verboten war – danach wurde jedoch zumeist im Rahmen der Privatisierung jeder Familie die Wohnung zugesprochen, in der sie lebte.

Zurück zu Luxemburg: Verglichen mit den europäischen Partnern liegt das Land nur im Bereich „Anteil der Haushalte, die ein Darlehen zurückzahlen“ und „Haushalte, die zu Marktpreisen mieten“ im oberen Mittelfeld. Bei Letzterem erreicht Luxemburg beispielsweise den siebten Platz. Im Jahr 2017 haben 20,8 Prozent der Luxemburger ihre Wohnung zu Marktpreisen gemietet.

Die Zahlen in Bezug auf die Nationalität

Etwas anders gestalten sich die Zahlen, wenn man einen Unterschied zwischen Haushalten mit und ohne Luxemburger macht. Folgende Zahlen sind bereits etwas älter und stammen aus einer Regards-Veröffentlichung des Statec von 2014: 85,8 Prozent der – von der Nationalität her – luxemburgischen Haushalte sind Besitzer der eigenen Wohnung. Zum Vergleich: Nur 52,8 Prozent der Haushalte aus einem anderen Land leben hierzulande im Eigenheim. Diese Kluft zwischen Einheimischen und Ausländern in Bezug auf den Wohnstatus sei jedoch in allen europäischen Ländern zu beobachten, ist in dem Bericht zu lesen. Im Durchschnitt besitzen im Euroraum 69,3 Prozent der Einwohner mit Nationalität des Meldelandes Eigentum, verglichen mit 36,6 Prozent der Ausländer.

 

4 Kommentare

  1. @auteur
    “Die Entwicklung geht jedoch in eine gute Richtung” …
    Wiesou ass Propriétär vun enger Wunneng/engem Haus ze sen di “richteg Richtung”? Et ass een vu ville Schrett an d?Richtung “Iwerscheldung”. Locataire ze sen gett engem vill Fräiheeten a Flexibilitéit. Propriétär ze sen heescht grad de Contraire. D’Konzept “Propriétär mussen ze sen ” muss a gett emmer mei a Fro gestallt ginn.

  2. Klar, dass man als Mieter den wesentlichen Vorteil genießt, jederzeit die Wohnung zu wechseln, wenn die Umgebung nicht mehr passt, doch das ist eher für Singles die Lösung. Familien brauchen wegen der Kinder die Nähe von Schulen und Kindergärten, wollen die Kinder auch nicht durch Umzüge aus der gewohnten Umgebung reißen und last but not least ihrem Nachwuchs eine Immobilie hinterlassen, denn wer weiß schon, was die nächste Generation erwartet…

    • Teils haben Sie recht. Allerdings im Alter mit einer nicht (sehr) hohen Rente wird das Mieten schnell zu einer unerträglichen Last. Was schön und praktisch für junge Menschen aussieht kann im Alter genau zum Gegenteil werden.

  3. Kee Wonner, vill Leit do hunn zwar en ‘Eigenheim’ awer kee fléissend Waasser, Elektrizitéit oder eng befestegt Strooss.
    Vu Kanalisatioun schwätze mer mol net.
    Internet, Telefon, Glasfaser, … och just an de Stied.
    Do muss nach vill geschafft ginn och wann dës Statistik rommeldomm ass.

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