Seit dem 12. Juni begegnen Autofahrern auf den Autobahnen rund ums Gaspericher Kreuz die wohlbekannten rot-weißen Baken der Straßenbauverwaltung. Auf einer Länge von rund zwei Kilometern ist dort zwischen Tunnel Howald und Gaspericher Kreuz Tempo 70 angesagt – und die Autofahrer sollten diese Höchstgeschwindigkeit tunlichst einhalten. Denn die Blitzerteams der Police grand-ducale bauen hin und wieder ihre Radarfallen in der Baustelle auf. Und das, obwohl dort nicht viele Arbeiter zu sehen sind.

Keine Arbeiter? Das hat einen Grund. Denn der Großteil der Arbeiten wurde bislang links und rechts der Autobahn erledigt. Dort werden nämlich die Rampen und Fundamente einer Brücke errichtet, die ab Sommer 2019 vom „Ban de Gasperich“ über die A6 in Richtung Kockelscheuer führen wird.

Bereits vor einigen Wochen wurde ein Betonpfeiler mitten zwischen die beiden Autobahnseiten gesetzt. Am Wochenende nun haben die Straßenbauer nachgelegt – und einen Teil der eigentlichen Brücke über die Autobahn geschoben.

Spezialfahrzeuge heben Module in die Höhe

Um 20.00 Uhr machte die Straßenbauverwaltung am Freitag die A6 und die A1 am Gaspericher Kreuz dicht. Dann rückten die Spezialfahrzeuge mit den Brückenteilen an. Der Trick: Die Module sind wie bei einem Fertighaus schon vorgebaut. Sie müssen von den Kränen und Hebebühnen nur auf die schon stehenden Brückenpfeiler gehoben werden.

Fertig ist die neue Brücke aber noch lange nicht. Die zweite Fuhre Fahrbahnteile wird am kommenden Wochenende eingesetzt. Auch dann wird das Luxemburger Nadelöhr am Gaspericher Kreuz in Ost-West-Richtung (und umgekehrt) komplett gesperrt werden. Damit soll es das mit den Sperrungen laut „Ponts et Chaussées“ aber gewesen sein. Der Rest der Arbeiten an der Brücke passiert, während der Verkehr unter ihr hindurch braust.

Das Bauwerk wird 137 Meter lang sein. Breite: 27,3 Meter. Das bietet Platz für vier Fahrbahnen für Lkw, Busse und Autos. Fußgänger bekommen natürlich einen Bürgersteig, den sie sich allerdings mit Radfahrern teilen müssen. Und: Auch die Tram rattert künftig am neuen Gaspericher Wasserturm über das Bauwerk – und zwar zweigleisig.

Umleitung als Luxemburg-Rundreise

Während auf A6 und A1 Umleitungen wegen der Sperrung ausgeschildert waren und Verkehrsteilnehmer frühzeitig vor den Hindernissen gewarnt wurden, scheint die Straßenbauverwaltung die A4 vergessen zu haben. Autofahrer, die von der A4 auf die A1 wollten, wurden erst am Zessinger Kreuz darauf hingewiesen, dass das nicht geht. Die ab dort ausgewiesene Umleitung führte über Strassen zurück auf die A4 – wo man schließlich über A13 und die A3 zur Trier-Autobahn gelangte. Ein Umweg von sage und schreibe 36 Kilometern.

Leser, die sich beim Tageblatt gemeldet haben, klagen, dass auch die CITA-Anzeigetafeln an der A4 nicht über die die Sperrung informierten.

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