Das amerikanische Fachmagazin “Space News” hat Luxemburgs Wirtschaftsminister Etienne Schneider für seine Aktivitäten rund um SpaceResources.lu, die Luxemburg zur Weltraumnation machen sollen, zum “Government Leader of the Year” gekürt. Wie die Space News-Redaktion mitteilt, hat Sylvie Lucas als Botschafterin Luxemburgs die Auszeichnung am Dienstag in Washington entgegengenommen.

“Minister Schneider hat beträchtliches politisches Kapital riskiert und auch einigen Spott abbekommen, als er sich aufmachte, Luxemburg zum Epizentrum des Asteroiden-Bergbaus zu machen”, sagte der Space News-Chefredakteur Brian Berger während der Preisverleihung – und betonte, dass letztlich nicht nur Unternehmen aus dem Mond- und Asteroiden-Bergbau wie Deep Space Industries oder Planetary Resources auf Luxemburg aufmerksam gemacht wurden: “Im November hat die Firma Spire angekündigt, dass sie ihren europäischen Hauptsitz in Luxemburg einrichten wird.”

Der Hersteller und Betreiber von Mini-Satelliten will Bereiche wie Dienstleistungen, Geschäftsentwicklung sowie die Datenverarbeitung in Luxemburg ansiedeln – und dabei etwa 250 Arbeitsplätze schaffen (Stellenangebote gibt es hier). Luxemburg beteiligt sich dafür am Kapital der Muttergesellschaft Spire Global.

Die Interessenten stehen Schlange

Seit dem Start der Luxemburger Weltraum-Initiative haben sich sieben entsprechende Firmen im Großherzogtum niedergelassen. Rund 100 potenzielle Interessenten stünden noch auf der Liste, hat Schneider im November im Gespräch mit dem Tageblatt erklärt. Der Weltraumsektor steht heute für fast zwei Prozent der nationalen Wirtschaftsleistung.

“Jedes Land versucht derzeit, sich in ZukunftsSektoren zu positionieren. Aber fast jedes Land setzt auf die gleichen Sektoren. Wir brauchten also etwas anderes. Und im Weltraum sind wir nun Vorreiter.”

– Etienne Schneider –

“Einige Leute in diesem Land dachten, ich sei völlig verrückt geworden, als ich diese Initiative ins Leben rief”, wird Etienne Schneider von Space News zitiert. Aber mittlerweile, so sagte er auf der “New Space Europe“-Konferenz in Luxemburg im November, “besteht die große Chance, dass die offizielle Sprache des Weltraums eines Tages Luxemburgisch sein wird”.

Der lokale Ableger des US-Magazins Politico hat Schneider kürzlich auf seine Liste der 28 Menschen gesetzt, denen es zutraut, dass sie Europa 2018 maßgeblich formen werden (“shaping, shaking and stirring”).

Zu den weiteren Preisträgern, die in Washington geehrt wurden, gehören John Hyten, General der U.S. Air Force, U.S. Strategic Command, und Gwynne Shotwell, Präsidentin und COO von SpaceX. Die vollständige Liste der Gewinner und Finalisten finden Sie hier.

18 Kommentare

  1. nur dadurch dass eine vorbelastete zeitung den Etienne gekürt hat (rtl oder die Bildzeitung verleihen auch nen bamby an schlagersternchen) wird die ganze sache auch nicht durchführbarer. oder müssen wir uns vielleicht doch die frage stellen ob luxemburg die militärischen mittel hat die aliens, die gruseligen wesen, zu stoppen. :-)))

  2. Doriwwer kann ee roueg stoltz sinn! Duerch de Sport gi mer kaum an der internationaler Press zitéiert. Am Kontext mat Steieren (noloossen), prinzipiell negativ.
    Bravo Etienne!

  3. Es ist das Schicksal des Visionärs, von den Kleinkarierten und Engstirnigen mit Häme übergossen zu werden. Und es ist das Schicksal der Kleinkarierten und Engstirnigen, dass sie regelmässig von der Geschichte überholt werden. Herr Schneider, Respekt! Wie heisst es: Les chiens aboient et la caravane passe!

  4. Ich würde eher sagen :” Fast jedes Land setzt auf die gleichen Sektoren. Wir brauchten also etwas anderes. Und in der Dummheit sind wir nun Vorreiter.”

  5. Bonjour,
    fannen et positiv fir Letzebuerg, datt een nationale Politikker an der internationaler Press esou ausgezeeschent gett. . . . mam Space Mining huet Letzebuerg definitiv e Créneau besaat, dien nach kéen europäescht Land virdrunn um Radar haat.

    Bravo Här Schneider!!

    BG

    JH

  6. Bonjour,
    fannen et positiv fir Letzebuerg, datt een nationale Politikker an der internationaler Press esou ausgezeeschent gett. . . . mam Space Mining huet Letzebuerg definitiv e Créneau besaat, dien nach kéen europäescht Land virdrunn um Radar haat.

    Bravo Här Schneider!!

    TB

    JH

    • Dass der Weltraumsektor heute für fast zwei Prozent der nationalen Wirtschaftsleistung steht, hat Luxemburg wohl eher der SES zu verdanken und nicht diesen Start-ups, die fast keinen Umsatz, geschweige denn einen Gewinn erzielen!

  7. Es ist das Schicksal des Unternehmers, von den Kurzsichtigen und Risikoscheuen mit Häme übergossen zu werden. Und es ist das Schicksal der Kurzsichtigen und Risikoscheuen, dass sie regelmässig von der Geschichte überholt werden. Herr Schneider, Respekt! Weiter so und sich nicht entmutigen lassen!

  8. Haut muss een Wäitsicht hunn, an sech net mat dem zefridden ginn wat mir hunn. Dat ass de richtege Wee. Mir mussen als klengt Land mat 550 000 Awunner ( ass just eng kleng Stad an anere Länner) weiderhin nei Standbeener oprichten, wouvun eis Kanner an Enkelkanner profitéieren. Weider esou.

  9. Ehre wem Ehre gebührt! Gratulation!

    Man könnte den Leuten etwas mehr die Sachlage näher bringen. Der Weltraum ist für die Mehrzahl der Bevölkerung weit weit weg. Dabei fängt er 100km (vertikal nach oben) über ihren Köpfen an. Die Leut verstehen noch nicht wie man da Geld verdienen kann.

    Weiter so Hr.Schneider! Alles Gute und the future is now!

  10. Ein artikel aus dem spiegel, zum nachdenken. auch wenn es in 150 Jahren oder mehr möglich sein sollte. ich weiss allerdings nicht ob dieses ding überhaupt abgehoben hat, wenn ja wird wird es 2023 mit 60 gr staub zurückerwartet.
    Quelle spiegel zeitung”Wird es sich jemals lohnen?
    Das zeigt das Beispiel der Nasa-Mission “Osiris Rex”. Die soll im September (2016) zum Asteroiden Bennu starten – und dort mithilfe eines Greifarms Material einsammeln. Eine spezielle Rückkehrkapsel wird die Probe dann zurück zur Erde schippern. Kostenpunkt der Mission: 800 Millionen Dollar – und da ist die “Atlas V”-Rakete zum Start noch nicht einmal mit eingerechnet.
    Und wofür der Aufwand? “Osiris Rex” soll mindestens 60 Gramm von Bennu mitbringen. Zum Vergleich: Das für die Mission nötige Geld würde reichen, um rund 25 Tonnen Platin zum aktuellen Marktpreis zu kaufen.”

  11. OsirisRex hat 09/2016 abgehoben und ist eine sample return mission, geplant und gebaut als Wiederverwendbarkeit in der Raumfahrt noch kein Thema war. Das Ziel, der Asteroid Bennu ist im Deep Space, die Ergebnisse dieser 60gr Staub werden aber sehr spanned und wichtig und leider sehr teuer.
    Aber soweit raus in den Weltraum braucht man gar nicht, weil viele Asteroiden der Erde sehr nahe kommen, astrodynamisch könnte man viele einfacher erreichen als den Erdmond.(vgl. biitte Accessible Near Earth Asteroids, nasa nhats)
    Auf der Erde gefundene Meteoriten weisen eine Platinmetallkonzentration auf (und nicht nur Platin sondern auch Osmium, Iridium u.a.) , die um ein vielfaches höher ist, als in jeder terrestrische Lagerstätte. Der Grund dafür ist die Differenzierung der Erde.
    Die Wiederverwendbarkeit der Transportsysteme wird den Flug in den Weltraum weiter dramatisch günstiger machen. Wenn Spacex und andere so weitermachen steht 2022 eine Big Falcon Rocket zur Verfügung die 150t (250t oneway) in ein Low Earth Orbit bringen kann……

    wie gesagt, the future is now!

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