Das Ratingunternehmen Standard and Poor’s (S&P) bestätigt das AAA für Luxemburg. Damit bleibt das Großherzogtum ein Schuldner höchster Bonität, das Ausfallrisiko ist so gut wie vernachlässigbar.

Das freut den Finanzminister Pierre Gramegna. In einer Stellungnahme sagt er, dass das AAA die gesunden Staatsfinanzen und die Attraktivität der Wirtschaft widerspiegle: „Dieses Rating unterstreicht die Richtigkeit der Haushaltsentscheidungen der Regierung.“ Laut Rating wird dies in den kommenden zwei Jahren so bleiben, auch wenn sich das internationale Umfeld weiter verändert. Die Wirtschaft des kleinen Landes floriere, meint S&P, die Regierungspolitik sei transparent und effizient, die Budgetpolitik vorsichtig. Seit dem Jahr 1995 habe der Staat in der Regel Überschüsse erwirtschaftet, „dank der Sozialkassen“, wie S&P erklärt.

Eine florierende Wirtschaft

Das Ratingunternehmen schätzt, dass das BIP in den kommenden Jahren um 2,2 Prozent pro Jahr wächst. „Das BIP pro Kopf ist mit 113.000 Dollar eines der höchsten der Welt“, so S&P. Die Steuerreform aus dem Jahr 2017, die ausgezahlten Index-Tranchen aus den Jahren 2017 und 2018 sowie die Mindestlohnerhöhung von 100 Euro aus diesem Jahr würden das Wachstum unterstützen. Die Lohnempfänger konnten sich schon über Steuererleichterungen freuen, S&P erwartet, dass dies die Unternehmen auch bald können. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer von zwei Prozent würde für diese Erleichterungen Raum lassen.

Auf der Ausgabenseite kommen höhere Belastungen auf das Land zu, meint S&P mit Blick auf die Infrastrukturinvestitionen. Dennoch gebe es auch in Zukunft ein „mildes Plus“, was die Staatsfinanzen betrifft. Den Brexit sieht S&P als positiv für die Luxemburger Wirtschaft – zumindest kurzfristig. Einige Unternehmen haben sich bereits von Großbritannien verabschiedet und nach Luxemburg übergesiedelt. Der Brexit könnte der luxemburgischen Wirtschaft jedoch auch schaden, da er „negative Auswirkungen auf die Wirtschaft der Eurozone haben kann, also auch auf die von Luxemburg“.

Donald Trumps Steuerreform zählt S&P ebenfalls zu den Risiken für Luxemburg, da sie US-Firmen Anreize biete, ihre Profite aus anderen Staaten in die USA zu übertragen. „Diese Auswirkungen können sich bald bemerkbar machen“, heißt es im Bericht des Unternehmens. Eines der Hauptrisiken sei aber eine „harte Landung“, was die Immobilienpreise betrifft. Viele Faktoren hätten dazu geführt, dass die Preise nur eine Richtung kennen: nach oben. Dazu zählt S&P den expandierenden Arbeitsmarkt und die ständig wachsende Bevölkerung, die einem Angebot gegenüberstehen, das nicht im gleichen Rhythmus wächst.

Immobilienpreise und Steuern

Die Niedrigzinsen und Steuervorteile für Häuslebauer hätten ihren Teil zu den Preissteigerungen beigetragen, weil sie die Nachfrage erhöhten, meint S&P. Wenn die Zinsen steigen sollten und die Regierung es schaffe, den Wohnungsbau auszuweiten, könnten die Preissteigerungen gebremst werden.

„Wenn sich die Bezahlbarkeit der Wohnungen weiterhin verschlechtert, kann dies das Wirtschaftswachstum untergraben und der Attraktivität des Landes für ausländische Arbeitskräfte schaden.“ Überbewertungen bei Immobilienpreise könnten ein Risiko für die finanzielle Stabilität sein.

Ein weiteres Risiko, das der Finanzminister im Blick behalten sollte, sind die Unternehmensbesteuerungen. Wenn die internationalen Gesetzgebungen strenger würden, könne dies dazu führen, dass einige Unternehmen dem Land den Rücken kehrten. Dies mache sich in der Staatskasse bemerkbar.

 

Risiko Wohnungspreise: „Harte Landung“ vorprogrammiert

1 Kommentar

  1. Jedes Mal dieselbe Leier, ob IMF, S&P. usw. ein potenzielle Risiko für Luxemburg bleibt wie immer: eben der jederzeit mögliche Wandel im internationalen Steuerumfeld ! Damit leben wir schon seit Jahrzehnten.

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