Der OGBL feierte bereits am Dienstagabend mit seinen Anhängern im “Streik” und in der “Maison du people” in Esch. Präsident André Roeltgen erklärte, dass er, ähnlich wie die Mitglieder seiner Gewerkschaft, am Ende einer langen Kampagne “erschöpft” sei und jedoch mit Zufriedenheit auf die ersten Ergebnisse blicke.

“Bislang haben wir 1.760 gewählte Personaldelegierte, womit wir schon sehr zufrieden sind”, sagte Roeltgen am Mittwochabend gegenüber dem Tageblatt. “Möglicherweise kommen wir auf über 2.000.”

In einzelnen Bereichen hätte der OGBL sehr positive Ergebnisse erzielt, “etwa im Gesundheits- und Sozialwesen, aber auch im Bereich der Hochschule und der wissenschaftlichen Institute”. In der Stahlindustrie habe sich der Gewerkschaftsbund dagegen bessere Ergebnisse vorstellen können.

LCGB gibt sich verschwiegen

Bei der zweitgrößten luxemburgischen Gewerkschaft, dem LCGB, gab man sich am Dienstagabend zugeknöpft. Die Journalisten wurden laut dem öffentlich-rechtlichen Radiosender 100,7 irgendwann aus der Zentrale im Bahnhofsviertel in Luxemburg-Stadt gebeten. Kurz nach 22 Uhr hieß es dann, dass man am Dienstag keine Stellungnahme mehr geben würde.

In 2.800 Unternehmen wurde am Dienstag eine neue Personalvertretung gewählt. Alle Betriebe mit mindestens 15 Mitarbeitern mussten an der Wahl teilnehmen. Die Delegierten vertreten nach der Wahl fünf Jahre lang die Interessen der Arbeitnehmer in ihrem jeweiligen Unternehmen. Eigentlich hätten die Sozialwahlen schon 2018 stattfinden sollen. Wegen der Parlamentswahlen im vergangenen Oktober wurde allerdings entschieden, sie auf 2019 zu verschieben.

Für die Gewerkschaften ist der Tag besonders wichtig, weil entschieden wird, wie viel Einfluss sie in den nächsten fünf Jahren haben werden. Sie versuchen über Listen ihre Mitglieder in den Personaldelegationen zu platzieren. Bis zum Mittwochabend hatten 2.254 Unternehmen ihre Resultate eingereicht.

25 Prozent der gewählten Personalvertreter waren zu dem Zeitpunkt vom OGBL ins Rennen geschickt worden, 15 Prozent vom LCGB, 4 Prozent kamen von der Bankengewerkschaft Aleba. Die restlichen 54 Prozent gehörten entweder einer kleinen Splittergewerkschaft oder keiner Gewerkschaft an. Die definitiven Ergebnisse der Wahl werden im Laufe des Mittwochs erwartet.

320.000 Arbeitnehmer waren aufgerufen worden, an den Wahlen am Dienstag teilzunehmen. 44 Prozent der ins Rennen geschickten Kandidaten gehörten entweder dem OGBL oder dem LCGB an. Ein Viertel aller Kandidaten sind Mitglied des OGBL.

Auch für die Angestelltenkammer wurde gewählt

Neben den Wahlen der Personalvertretungen endete am Dienstag auch die Wahl der Angestelltenkammer (CSL). Sie vertritt die Interessen der Arbeitnehmer in Luxemburg, beispielsweise über politische Lobby-Arbeit oder indem sie Stellungnahmen zu Gesetzentwürfen verfasst. 526.000 Arbeitnehmer waren aufgefordert worden, über Briefwahl teilzunehmen.

Die CSL hat 60 Mitglieder. Bei den letzten Wahlen gingen 38 Sitze an den OGBL, 15 an den LCGB, 4 an die Aleba, 2 an den Landesverband und einer an Syprolux. Es wird wohl noch bis zu zwei Wochen dauern, bevor die Resultate der CSL-Wahl feststehen.

“Ich bin sehr zufrieden mit dem Resultat”, sagte LCGB-Präsident Patrick Dury am Mittwochmorgen in einem Interview mit RTL. Man habe als Gewerkschaft nicht mit einem so deutlichen Erfolg gerechnet, die eigenen Erwartungen seien mehr als nur übertroffen worden. Als Beweis nennt Dury eine lange Liste an Betrieben, in denen man nun führende Kraft sei. Einzig im Krankenhaus- und Pflegesektor habe der LCGB nicht das Ziel erreicht, das man sich vorgenommen hatte. Ein globales Fazit der Sozialwahlen könne man aber noch nicht ziehen.

“Nach allem, was wir jetzt von Ergebnissen haben, sieht es positiv aus. Das ist für mich die allgemeine Tendenz”, meinte OGBL-Präsident André Roeltgen noch am Dienstagabend. Außerdem sei man zuversichtlich, dass man auch die absolute Mehrheit in der “Chamber des salariés” behalten werde.

Am Mittwochmorgen zeigte man sich in der OGBL-Zentrale weiter vorsichtig zufrieden mit den bisherigen Resultaten. Allerdings wolle man erst auf die definitiven Ergebnisse warten.

 

2 Kommentare

  1. Den LCGB fäert et géing sou lues d’Baach era goen. Si bezuele jo eng Primm fir d’Gebuert vu Kanner vun hire Memberen, awer nëmme wann se gedeeft sinn.
    Glécklecherweis ginn awer just nach knapp en Drëttel vun de Kanner gedeeft.
    Ditto wann e bestuet oder gepaxt gëtt, bezuelen déi net-reliéis Gewerkschaften all Kéier, den LCGB natierlech nëmmen eng Kéier, wann se an der Kierch bestuet ginn, dat anert ass jo schliisslech eng Sënn.

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