Die Welle der Übergriffe auf CFL-Mitarbeiter ebbt nicht ab: Mehr als 250-mal musste in den letzten drei Jahren die Polizei eingreifen. Das Konzept einer sogenannten Bahnpolizei lässt allerdings weiter auf sich warten. Der zuständige Minister François Bausch („déi gréng“) will zunächst die bereits bestehenden Einheiten aufstocken.

Von Eric Hamus

„Erschüttert und geschockt“ zeigte sich die nationale Eisenbahngesellschaft CFL im März dieses Jahres, nachdem zehn Jugendliche in Oetringen einen Schaffner und einen Lokführer krankenhausreif geschlagen hatten. Die CFL-Mitarbeiter wollten die Jugendlichen lediglich von den Gleisen wegscheuchen. Die jungen Männer schlugen sofort zu.

Hier handelte es sich um einen besonderes brutalen Vorfall, der mehrere Tage lang die Schlagzeilen dominierte, der beileibe keine Ausnahme darstellt. Übergriffe auf Mitarbeiter der Bahngesellschaft stehen auch weiter quasi auf der Tagesordnung. In den meisten Fällen handelt es sich „nur“ um verbale Angriffe, sprich Drohungen oder Beleidigungen. Und dennoch fühlen sich die Beamten gezwungen, im Schnitt fast jeden dritten Tag die Polizei zu verständigen.

Die diesbezüglichen Statistiken sind deutlich: Allein 2017 wurde die Polizei 110-mal verständigt. In 68 Fällen handelte es sich um aggressive Übergriffe auf einen oder mehrere CFL-Mitarbeiter. 2018 musste die Polizei 111-mal anrücken. In 66 Einsätzen handelte es sich um körperliche Übergriffe. Und im ersten Trimester dieses Jahres wurden immerhin noch 24 Anrufe beim Polizeinotruf registriert, in denen 15-mal ein CFL-Mitarbeiter angegriffen wurde. Die 37 Übergriffe auf andere Passagiere sind in diese Zahlen nicht mit eingeflossen.

Mehr als 17.000 Vorfälle an Bahnhöfen

Indessen greift die CFL auch auf Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsunternehmens zurück, um für die nötige Ordnung in den Zügen und Bahnhöfen zu sorgen. Diese wurden allein im letzten Jahr mit 1.732 Vorfällen in Zügen konfrontiert, wie aus der Antwort von Polizeiminister François Bausch auf eine parlamentarische Frage der Abgeordneten Dan Biancalana und Yves Cruchten (beide LSAP) hervorgeht. In neun Fällen handelte es sich um körperliche Übergriffe, 25-mal mussten sie wegen verbalen Angriffen eingreifen. Ein Großteil der Eingriffe ist hingegen auf zu laute Fahrgäste (323 Fälle) zurückzuführen sowie … Füßen auf dem Sitz (898 Fälle).

In den Bahnhöfen selbst aber ist die Zahl der Vorfälle weitaus höher: Dort mussten die Sicherheitsbeamten im Jahr 2018 ganze 17.533 Mal eingreifen. 452 Vorfälle betrafen körperliche Übergriffe, in 887 Fällen handelte es sich um verbale Auseinandersetzungen.

Statt des Einsatzes einer sogenannten Bahnpolizei will der zuständige Minister François Bausch vielmehr die bestehenden Einheiten von Polizei, Zoll und Sicherheitsbeamten aufstocken. „Sowohl in den Zügen als auch in den Bahnhöfen, und das vor allem während der risikoreichen Fahrten in der Nacht“, so Bausch in seiner Antwort auf die parlamentarische Frage. „Um das gleiche Resultat zu erzielen als mit dem Einsatz einer Bahnpolizei.“

Kameras, Notfallsäulen und Hundestaffel

So sei am 1. Oktober dieses Jahres ein umfangreicher Maßnahmenkatalog umgesetzt worden, um die Sicherheit in den öffentlichen Transportmitteln mit einem Schlag zu verbessern. Neben einer verstärkten Präsenz von Polizeipatrouillen und der Hundestaffel der Polizei sind auch vermehrte Kontrollen auf monatlicher Basis vorgesehen, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der Zollverwaltung und den Behörden der benachbarten Länder.

„Nicht zu vernachlässigen“ seien Maßnahmen wie die Ausweitung der Videoüberwachung auch in den Zügen, die Aufstockung von Notrufsäulen sowie die Weiterbildung von Mitarbeitern in Krisenbewältigung. Am 1. Oktober waren in den Bahnhöfen und an den Haltestellen 568 Kameras im Einsatz. Somit werden etwa 80 Prozent der Reisenden von den Videogeräten erfasst. Die Kameras werden prinzipiell an den meistbesuchten Plätzen installiert sowie in der Nähe von Fahrstühlen und Parkhäusern.

15 Kommentare

    • Kann es sein,dass solche Hohlköpfe eh schon gratis fahren? Oder kann es sein,dass solche Hohlköpfe nicht um sich schlagen wenn sie ein Ticket in der Tasche haben? Jemand der einen Menschen unter den Zug stoßen will, wird das auch mit Fahrschein machen. Hat also mit gratis ÖT nichts zu tun.

  1. Insbesondere wenn der öffentliche Transport gratis werden wird, wird es noch schlimmer zu gehen, aber Herr Bausch will es nicht wahr haben, stur wie ein Panzer, mehr Videoüberwachung wird das Problem nicht lösen wir brauchen Bahnpolizei und zwar in jedem Zug damit wieder der Normalzustand hergestellt wird……

    • Erstens waren diese Schläger nicht im Zug,sondern auf den Gleisen. Da wären sie auch mit Ticket gewesen. Glauben sie wirklich ein 5€-Fahrschein würde diese Dummköpfe abhalten den Idioten rauszulassen?

    • “Insbesondere wenn der öffentliche Transport gratis werden wird, wird es noch schlimmer zu gehen”

      Jo, all déi Kriminell déi elo nach fäerte fir schwaarz ze fuere waarde just drop fir kënnen fir näischt mam Zuch ze fueren.
      Dat sinn déi Schlëmmst.

  2. Fir mech ass dat e gesellschaftleche Problem. Et ass einfach ze probéieren, esou e komplexe Problem mat esou iwwerflächleche Moossnamen ze léisen, ech sinn awer der Meenung, dass do just Symptomer bekämpft ginn. De Problem muss ee bei der Wuerzel packen, an do muss een sech bewosst sinn, dass een dat ebe méi laang dauert an sech e Politiker eventuell net e Joer drop mat Resultater an Zuele bretze kann.

    Am Kloertext heescht dat, agesinn dass et Problemer ginn, déi een anescht muss léisen, mat manner populäre Methoden. Villäicht muss ee kucken, wat esou Kanner produzéiert. Eise Schoulsystem? Schoulmeeschteren, déi sech alles gefale musse loossen? Crèchen déi iwwerfëllt sinn, well béid Eltere schaffe musse goe fir sech d’Liewen zu Lëtzebuerg kennen ze leeschten, an dofir net genuch Zäit hunn hier Kanner z’erzéien? Erwuessener déi mat der Erzéiung iwwerfuerdert sinn, well se d’Kanner eleng grousszéien?

    Fanne mir gi vill Problemer hei am Land ze pragmatesch un a loossen déi sozial Komponent gären ewech. Et ass schwéier, bei Mënsch fir Ännerung ze suergen, ma nohalteg gekuckt, besser wéi just e Symptom ze bekämpfen.

    • Hahaha, dat kéint ech geschriwwen hunn. Dementspriechend ginn ech iech natirlech ganz Recht. Een vunn den Knackpunkten ass awer den “manner populär Methoden”, un déi sech net vill Gesetzgeber trauen (wann se dann bis gewielt sinn). An dat huet dann engerseits eppes mam “Ego” an och “Egoismus” ze dinn, an awer op deer anerer Sait och matt Lobbyarbëscht (an am klenggedréckten och nach matt feelendem Courage).

  3. Wenn ich Stromer wäre, würde ich auch lieber im Winter 3mal am Tag nach Ullflingen fahren, geheizt und mit hoffentlich sauberen Toiletten, und bald werde ich den ganzen Zug für mich und meine Kommilitonen haben, und das alles gratis!

  4. “Wenn ich Stromer wäre, …”

    Dann hätten Sie eine Gratis-Freikarte vom Sozialamt für den ganzen öffentlichen Verkehr, so wie alle Obdachlose hierzulande seit ewigen Zeiten.

  5. All dei kriminell Menschen, dei notzen geschwenn Tram, Bus an Zuch no hieren Ondooten; ass jo dann gratis den öffentlech Transport.
    Do breechen dei an een Haus zu Klengmuppi am Eisleck an, klammen seier an den Zuch matt engem PC, engem FlaachTV, enger BO Anlaag ect., an dann seier op Letzebuerg Stadt an dann iwert dei vill Grenzen. Dir erkennt dei Gauneren am Zuch un hieren Masken, dei gesinn aus wei Panzerknacker aus dem Comic.
    Och wärten Menschen ouni festen Wunnsetz an Menschen matt Suchtproblemer keng aaner Problemer hun, ewei de ganzen Daag an och an der Nuecht, vun Klengmuppi bis Esch Muerzech an erem zereck ze fueren.

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