Satte 34,7 Euro kostete eine SES-Aktie im April 2015. Doch seitdem ging es bergab: Zum Ende des Monats März 2018 war eine SES-Aktie nur noch 10,99 Euro wert.

Dieser Kursrückgang hat dazu geführt, dass Investoren, die die Aktie vor drei Jahren gekauft hatten, nun fast zwei Drittel ihres Einsatzes verloren haben. Vor einigen Monaten wurde zudem noch angekündigt, dass die Dividende deutlich gekürzt wird. In den Vorjahren wurde sie jedes Jahr konsequent um zehn Prozent erhöht. Auch die Führung wurde erneuert.

Da die Luxemburger Regierung (direkt und indirekt) 33 Prozent der Stimmanteile an der SES hält, hatte der Abgeordnete Laurent Mosar eine parlamentarische Anfrage zu dem Thema an den zuständigen Minister, Xavier Bettel, eingereicht. Er wollte wissen, wie der Staat die Entwicklung sieht und was deren Folgen für die Staatsfinanzen seien.

In seiner Antwort erklärte Kommunikationsminister Bettel, dass man die Entwicklung sehr genau beobachte. Des Weiteren hob er hervor, dass sich der gesamte Sektor der Satelliten-Kommunikation derzeit in einer Umbruchphase befinde. Dies sei auch bei den Aktienkursen von anderen Satellitenbetreibern klar zu erkennen.

Es sei nun an der SES, neue Wachstumsbereiche zu erschließen, so Bettel weiter. Und in diesem Sinne werde derzeit konsequent in eine neue Generation von Satelliten investiert. Dies soll die Diversifizierung in Richtung neues Wachstum (Internet im Flugzeug und auf Kreuzfahrtschiffen, Regierungsdienstleistungen) ermöglichen.

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Zuversicht für die Zukunft

Dabei müsse jedoch zuerst investiert werden – und die Einnahmen folgen erst später, so der Minister weiter. Die Verantwortlichen des Unternehmens seien zuversichtlich, dass das Unternehmen bis zum Jahresende wieder auf Wachstumskurs sei.

Ähnlich hatte sich auch der neue Unternehmenschef Steve Collar vor rund einer Woche gegenüber luxemburgischen Journalisten geäußert. Trotz rückläufiger Zahlen im Kerngeschäft Video sprach er von einem „starken Start ins neue Jahr“, das „die Erwartungen des Unternehmens erfüllt“. Vor allem im Bereich „SES Networks“, wo das Unternehmen viel investiert hat, seien Zuwachsraten von rund acht Prozent verbucht worden. Die Satellitenbranche insgesamt habe seit etwa drei Jahren mit großen Umwälzungen zu kämpfen. Die SES habe das erste Quartal aber genutzt, um sechs Satelliten in die Erdumlaufbahn zu bringen. Diese sollen im Laufe des Jahres dann zusätzliche Einnahmen generieren.

Was nun die finanziellen Folgen für den Staat angeht, so bedeutet die Dividendenkürzung, dass der Staat im laufenden Jahr 17,7 Millionen Euro weniger an Dividenden erhalten wird als im Vorjahr. Trotzdem darf sich der Staat immer noch auf eine Dividende von 26 Millionen Euro freuen. Das sei in etwa die gleiche Summe wie im Jahr 2011.

Seit der Vorstellung der Resultate des ersten Quartals ging es dann auch mit dem Aktienkurs wieder bergauf: Eine Aktie ist mittlerweile wieder rund 13 Euro wert.

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