“Es ist ein wunderschönes Hobby.” Wenn Jean-Paul Beck über die Imkerei spricht, gerät er im wahrsten Sinne des Wortes ins Schwärmen. “Dadurch, dass sie Bienen haben, werden ihnen die Augen für die Natur geöffnet.” Beck ist der Präsident des Luxemburger Bienenzüchterverbands FUAL. Und er ist froh, dass immer mehr Menschen im Land seine Leidenschaft teilen.

Denn die Zahl der Bienen in Luxemburg wächst rasant wie noch nie. Laut Zahlen des Landwirtschaftsministeriums summten in diesem Frühjahr 5.778 Bienenvölker durch Luxemburg. Das sind fast doppelt so viele wie 2013, als die Bienenpopulation innerhalb eines Winters um 34 Prozent sank. “Das war der absolute Tiefststand”, sagt Beck. “Es gab nur noch 290 Imker mit 3.500 Völkern.”

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Die Luxemburger Bienenzüchter sind in zwölf Kantonalverbände organisiert. Sie bieten Kurse und Beratung für Imker und alle, die es werden möchten, an. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.apis.lu.

Folgen für das ganze Ökosystem

Wäre das Bienensterben so weitergegangen, hätte das schwere Konsequenzen für das Ökosystem gehabt. “Bienen bestäuben 80 Prozent der Pflanzen”, sagt Beck. Sie seien nach Rindern und Schweinen die wichtigsten Haustiere des Menschen – und nicht nur für unsere Nahrungskette von großer Bedeutung, sondern für die gesamte Natur. “Wildbienen und Hummeln können einfach nicht so massiv Blüten bestäuben wie unsere Bienen”, sagt Beck.

Umso erschütterter waren die Luxemburger Imker, als sie im Frühjahr 2013 ihre Bienenstöcke begutachteten. “Die Kästen waren leer oder die Bienen lagen tot darin”, erinnert sich Beck. Hauptgrund war der Befall mit Varroamilben. Die Parasiten schwächen die Bienen – und übertragen gefährliche Krankheiten.

Imker machten mobil

Daraufhin machten die Luxemburger Imker mobil. Gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium wurde eine Stelle für einen professionellen Bienenberater geschaffen. Zudem werden seitdem im ganzen Land Kurse für die Imker angeboten, die beispielsweise den richtigen Einsatz von Ameisensäure zur Bekämpfung der Varroamilben zeigen. Und zudem wird aktiv um Nachwuchsimker geworben. “Dadurch, dass das Bienensterben in der Presse sehr präsent war, haben sich viele Menschen gemeldet”, sagt Beck.

Und die Imkerei ist gar nicht so kompliziert, wie man meinen möchte. “Man braucht zum Beispiel nicht viel Platz”, erklärt Beck. Die Bienenstöcke können in der Natur oder auf Dächern stehen – oder im eigenen Garten. “Die Vorschriften sehen nur vor, dass man zehn Meter Abstand zum Nachbarn halten muss.”

Ein ganzes Volk für 150 Euro

Die Bienen selbst kann man anderen Imkern abkaufen. Ein Volk mit 20.000 bis 30.000 Bienen kostet rund 150 Euro. Auf keinen Fall sollte man Bienen aus dem Ausland kaufen, warnt Beck. “Dadurch könnte man Krankheiten importieren.”
Etwas Zeit nimmt das Hobby aber auch in Anspruch. Beck rechnet vor, dass ein Bienenvolk pro Woche eine Stunde betreut sein will.

Der Aufwand wird jedoch reicht entlohnt: Wenn es gut läuft, produzieren die Tierchen dann bis zu 30 Kilo Honig pro Jahr.

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