Krebs betrifft nicht nur erwachsene Menschen. Auch Kinder können daran erkranken. Am Mittwoch stellte die “Fondatioun Kriibskrank Kanner” ihrem Jahresbericht vor und gab Informationen über ihre Arbeit.

Die Stiftung sei inzwischen ein fester Bestandteil der “humanitären Landschaft” Luxemburgs geworden, freute sich der Vorsitzende der “Fondatioun Kriibskrank Kanner”, Claude Meiers. Er ging u.a. auf den wissenschaftlichen Fortschritt in der Krebsforschung ein, der für viele Betroffene einen Hoffnungsschimmer darstellen würde. Er sei bei der Gründung der Stiftung vor 28 Jahren dabei gewesen, so Meier. Die Emotionen, die einen beim Kontakt mit erkranken Kindern und ihren Familien erfassen, lassen einen nie mehr los.

Viele leiden an den Folgen

Die Direktorin der Stiftung, Anne Goeres, stellte die Bilanz 2017 vor. Jedes Jahr werden in Europa 35.000 neue Krebserkrankungen bei Kindern festgestellt. Eines von 300 Neugeborenen erkrankt laut Statistik bis zu seinem 20. Lebensjahr an Krebs. Die Heilungsquote sei aber hoch, freute sich Goerens. 80 Prozent der jungen Patienten würden nach fünf Jahren als krebsfrei angesehen. In Europa gibt es zurzeit etwa 300.000  solcher sogenannten “Überlebenden”. Zwei Drittel von ihnen leiden aber unter den Folgen der Erkrankung oder der Behandlung. Die Hälfte ist sogar im alltäglichen Leben davon eingeschränkt. Die Sterblichkeitsrate bleibe hoch, bedauerte Goeres. Jährlich würden immer noch 6.000 Kinder an den Folgen der Krankheit sterben.

In Luxemburg zählte man 2017 dann auch sechs Todesopfer. Die “Fondatioun Kriibskrank Kanner” unterstützte im letzten Jahr 197 Familien. 80,7 Prozent der Kinder litten an Krebs, 19,3 Prozent an anderen seltenen Krankheiten. Von 159 Kindern, die wegen Krebs behandelt wurden, lebten 93 in Luxemburg. 66 Kinder waren in den belgischen und französischen Grenzgebieten ansässig. Bei den 38 Patienten mit raren Krankheiten lebten 27 hier im Land. Es wurden im letzten Jahr 38 neue Fälle registriert. 33 davon betrafen Krebs und fünf andere seltene Krankheiten.

Behandlung im Ausland

Neben der “Kannerklinik” in Luxemburg wird die Mehrzahl der Kinder im Ausland (Brüssel, Paris, Nancy und Homburg) behandelt. Dort existieren hochspezialisierte Kinderkrebsstationen. Der Hauptsitz, wo die Anlaufstelle für die Familien ist und die meisten Aktivitäten stattfinden, liegt in Strassen (168, rue des Romains). In Brüssel betreibt die Stiftung das Losch-Haus. Dort wurden 2017 insgesamt 19 Familien untergebracht, deren Nachwuchs im nahe gelegenen Universitätskrankenhaus Saint-Luc behandelt wurde. Die “Fondatioun Kriibskrank Kanner” besitzt aber auch eine Ferienwohnung in Westende (belgische Küste). Dort schalteten im letzten Jahr 30 Familien vom “Krankheitsstress” ab. Die Auslastung des Appartements liege bei 38 Prozent (100 Prozent in den Schulferien), wurde am Mittwoch betont.

Die “Fondatioun Kriibskrank Kanner” ihrerseits hat sich drei Hauptausgaben auf die Fahne geschrieben: Die Hilfe an die betroffenen Familien, die Sensibilisierung und die Unterstützung der Forschung. Die Hilfestellung umfasst eine psychosoziale und eine pädagogische Betreuung (an das Alter des Patienten angepasst), die Unterstützung der Familien (Haushaltshilfe, administrative Hilfe), eine finanzielle Hilfe (Übernahme der Arzt-, Medikamenten- und Therapiekosten) Bei der Informationspolitik setzt die Stiftung große Hoffnungen auf  den “International Childhood Cancer Day” am 15. Februar und die nationale Kampagne “LËTZ GO GOLD” im September. Aber auch die Begleitung der “Überlebenden” spielt bei den Aktivitäten eine wichtige Rolle. Für Aufsehen sorgten bereits die therapeutischen Reisen nach Finnland. Dort soll den ehemaligen Kranken, aktuellen Patienten, aber auch ihren Geschwistern neues Selbstbewusstsein eingehaucht werden. Sie sollen ihre persönlichen Grenzen ausloten und neue Ressourcen und Fähigkeiten entdecken.

Die “Fondatioun Kriibskrank Kanner” ist auf Spenden angewiesen. Das Geld werde ganz gezielt eingesetzt. Dabei sei eine 100-prozentige Transparenz wichtig, betonte Goeres. Die Aktion “Let’s go Poldi” und ein breiteres Angebot an Gadgets und Spielen für die Öffentlichkeit sollen jetzt mehr Geld in die Kassen spülen.

 

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