Hätte der Tod von Puto G., jenem Rapper, der am vergangenen 30. Juni bei einem Badeunfall am Baggerweiher in Remerschen sein Leben ließ, verhindert werden können? In einem Beitrag der portugiesischen Wochenzeitung Contacto werden jedenfalls ernste Vorwürfe diesbezüglich erhoben.

Am 30. Juni kam Puto G., ein Rapper mit kapverdischen Wurzeln, bei einem Badeunfall am Baggerweiher in Remerschen ums Leben. Der 27-Jährige hatte sich mit Freunden und Bekannten dort verabredet. Er war einer der Letzten, die zur Gruppe dazustießen an diesem sonnigen Samstagnachmittag, der eigentlich ganz entspannt werden sollte. Keiner konnte zu dem Zeitpunkt ahnen, dass sich gegen 15.40 Uhr dramatische Szenen abspielen würden.

Kurze Zeit, nachdem Puto G. am Baggerweiher angekommen war, beschloss er, baden zu gehen. All das kann man in einem Beitrag in der Wochenzeitung Contacto nachlesen, den wort.fr übernommen hat. Inês Varela, eine Bekannte von Puto G., schildert dabei sehr präzise, wie das Unheil seinen Lauf nahm. “Le rappeur est entré dans le lac, a fait quelques brasses puis il s’est laissé couler à la verticale, les pieds vers le bas. Il a mis les mains en l’air, comme pour dire ‘Olá’ ou ‘Tchau’, tout sourire, les yeux ouverts, et s’est laissé couler”, rapporte Inês. Ce fut la dernière fois que la Portugaise a vu son ami en vie. Weiter heißt es: “15h39, il a plongé. 15h40, il n’a plus émergé.”

In dem Eintrag wird aber auch scharfe Kritik an der Badeaufsicht geäußert, die die junge Frau nicht ernst nahm, als sie diese voller Panik alarmierte, nachdem Puto G. nicht mehr aufgetaucht war. Die Badeaufsicht versuchte, die junge Frau zu beschwichtigen. Per Lautsprecher wurde eine Durchsage gemacht. Man schenkte ihr und ihren Bekannten keinerlei Glaube, obwohl alle beteuerten, dass Puto G. einen Badeunfall erlitten habe und man schnellstens den Notruf und die Feuerwehr alarmieren sollte. Einer der Angestellten äußerte gar den Verdacht, dass Puto G. wohl eine Siesta mache, nachdem er Cannabis geraucht habe.

“L’indifférence des employés contrastait avec le désespoir du groupe. Durant une heure, les amis ont insisté pour que le personnel du lac appelle les secours. Ils ne disaient pas non, ils disaient: ‘Restez calmes, nous sommes déjà en train de résoudre la situation, les pompiers sont déjà en chemin.'” Eine Stunde nachdem die Bekannten von Puto G. Alarm geschlagen haben, wurde dann der Notruf alarmiert.

Um 18.50 Uhr entdeckten Taucher den Leichnam des 27-Jährigen, dessen Tod wohl nicht nur vermeidbar gewesen wäre, sondern auch reichlich Fragen aufwirft. Puto G. war das erste Todesopfer in diesem Jahr am Baggerweiher in Remerschen. Einen Monat später ertrank ein 53-jähriger Bulgare.

8 Kommentare

  1. Eine Frage bleibt bei mir: Wie kommen Sie zur Schlussfolgerung, dass dieser traurige Unfall „vermeidbar“ gewesen sei. Die restlichen Informationen des Artikels lassen mich bei der Lektüre eher auf „eventuell vermeidbar“ oder „Hilfe wäre nur durch sofortiges Nachtauchen von Augenzeugen möglich gewesen“ schliessen. Gibt es noch weitere Informationen, die Ihre Darstellung bekräftigen?

    Dies entschuldigt natürlich nicht eine verspätete Reaktion von Helfern aller Art.

  2. Da ich die Badeaufsicht in Remerschen persönlich kenne, und mich mit ihr über den Fall unterhalten habe, möchte ich meine Zweifel an dieser Schilderung des Vorfalles von Contacto bekunden. Es scheint mir die Aussage der Zeugin in dem Sinne sehr unglaubwürdig da sie das Geschehen sehr unnachvollziehbar wiedergibt. Zuerst ertrinkt niemand mit einem Lächeln und „Tschau-Tschau“ gebärden sondern eher mit Panikgebärden, unkontrolierten umherschlagen mit Armen und Beinen, weit aufgerissenen Augen und Schreien oder man geht unter wie ein Stein durch einen plötzlichen Schlaganfall oder ähnlichem! Dann ist noch zu erwähnen dass da angeblich Drogen im Spiel waren. Weiss diese Frau eigentlich was sie: wann-wo-was, und zu wem gesagt hat? Dass nach 1 1/2 Monaten auf einmal öffentliche Vorwürfe an die Badeaufsicht gerichtet werden scheint mir höchst suspeckt! Wäre das Geschehen effektiv so abgelaufen wie es in dem Artikel geschildert wurde, hätte die Familie mit Sicherheit sofort eine Anzeige gemacht wegen unterlassener Hilfeleistung mit Todesfolge. Dass nach anderthalb Monaten plötzlich diese Vorwürfe auftauchen deuten eher auf nachträgliche versuchte Schadensersatzansprüche hin! Vieleicht wittert ein Anwalt im Hintergrund gute Geschäfte? Nur eine polizeiliche Untersuchung kann da Aufklärung bringen. Bis dahin würde ich den Medien raten die Badeaufsicht nicht vor-zu-verurteilen!

  3. Jeder trägt das Risiko selber. Es kann-wenn tausende Leute da sind- nicht jeder einen Bademeister neben sich haben. Außerdem wird automatisch in einem solchen Fall IMMER von “ERTRINKEN” geredet. DIE meisten die bislang “ertrunken” sind waren ausgezeichnete Schwimmer,.Hat schon jemand an “Herzversagen” gedacht??? Auch junge Menschen können einen Herzinfarkt erleiden und da nutzt 1.Hilfe nur, wenn sie SOFORT zur Stelle ist.
    Die schnellste Feuerwehr kommt da immer zu spät, umso mehr als das Opfer noch zuerst “gesucht” werden muss.

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