Die Polizei in Rio de Janeiro hat bei einem Kampfeinsatz in der Favela Rocinha versehentlich eine Touristin aus Spanien erschossen. Wie das Portal «O Globo» berichtete, hatte die Polizei am Montag ein Auto mit sechs Touristen stoppen wollen. Weil das Auto nicht sofort anhielt, sei das Feuer eröffnet worden. Die Touristin war 67 Jahre alt. Sie wurde noch in ein Krankenhaus gebracht, wo sie dann starb.

In der größten Favela der Olympiastadt von 2016 ist seit Wochen die Lage extrem angespannt, Polizei und Soldaten versuchen mit Razzien und Kampfeinsätzen, die Macht der Drogenbanden zu brechen. Vor der Attacke auf das Touristen-Auto waren Polizisten von Drogenhändlern angegriffen worden. Zwei Polizisten wurden bei den Schusswechseln verletzt.

Rocinha galt lange Zeit als befriedet und ist ein beliebtes Ausflugsziel von Touristen, die ein wenig das Leben in den Armenvierteln mit ihren an die steilen Hänge gebauten Häusern kennenlernen wollen. Wegen starker Sparzwänge unter anderem bei der Polizei hat sich im Jahr nach Olympia die Sicherheitslage sehr verschlechtert, die Regierung hat 8500 Soldaten geschickt, die bis Anfang 2018 helfen sollen, Gewalt und Kriminalität einzudämmen.

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