Ein Samstagabend, der eigentlich schlecht begann, endete historisch. Der 4:0-Sieg gegen Moldawien war der höchste Erfolg einer luxemburgischen Nationalmannschaft in einem offiziellen UEFA-Wettbewerb. Nachdem die Auftaktpartie der Nations League gemeistert wurde, müssen die “Roten Löwen” in San Marino am Dienstag nachlegen (20.45 Uhr in Serravalle). Bereits am Sonntagmittag landete der FLF-Tross in der ältesten Republik der Welt.

Nach dem vierten Treffer durch Christopher Martins drehte sich Nationaltrainer Luc Holtz um und warf einen ungläubigen Blick ins Leere. Was seine Mannschaft in den zweiten 45 Minuten der Partie gegen Moldawien geleistet hatte, war so nicht zu erwarten gewesen.

“Das Schwierigste ist nun getan, wir haben unser Auftaktspiel mit einem herausragenden Resultat gewonnen”, sagte der 49-Jährige nach Spielende. Damit meinte er vor allem den Druck, der vor dem Spiel geherrscht hatte. Ein Negativerlebnis gegen Moldawien hätte vielleicht schwerwiegende Folgen für die Nations-League-Gruppenphase gehabt. Nach dem berauschenden Sieg hat sich die FLF-Auswahl den zweiten Platz in der Gruppe 2 der Division D gesichert (Weißrussland besiegte San Marino mit 5:0).

Dabei sah es zunächst nicht nach diesem Feuerwerk aus. Die “Roten Löwen” wirkten in den ersten 30 Minuten verunsichert und ließen mehrere Großchancen des Gegners zu. “Man hat die Nervosität gespürt. Die Jungs haben einen hohen Anspruch an sich selbst und machen sich selbst Druck, und das ist ihnen in der Anfangsphase ein bisschen zum Verhängnis geworden”, erklärte Holtz.

Nach dem Führungstreffer durch Malget, der eigentlich gegen den Spielverlauf gefallen war, purzelte der Druck jedoch ab und Luxemburg ließ Moldawien nicht mehr atmen.
Beeindruckend war zu sehen, wie vor allem die vielen jungen Spieler ihre Verantwortung übernahmen und entscheidenden Anteil am Sieg hatten. Mit Danel Sinani, Olivier Thill und Christopher Martins zeichneten sich drei 21-Jährige als Torschützen und Leader aus.

Historisch

Es war ein Abend für die Geschichtsbücher. Es war der höchste Erfolg einer luxemburgischen Nationalmannschaft in einem offiziellen UEFA-Wettbewerb. Die FLF-Abwehr blieb – trotz einiger Wackler in der ersten Hälfte – zum dritten Mal in Folge ohne Gegentor. Das gab es in der Ära Holtz noch nie und zuletzt in der EM-Qualifikation 1995. 46 Jahre ist es her, dass Luxemburg ein Länderspiel mit mehr als einem Tor Unterschied gewann (1972: 2:0-Erfolg gegen die Türkei).

Auf den Lorbeeren dieses Erfolges ausruhen will sich jedoch keiner. Die Gedanken von Luc Holtz und seinen Spielern waren nach dem Torfestival bereits nach San Marino gerichtet, wo am Dienstag der zweite Gruppensieg eingefahren werden soll. “Ich bin überzeugt davon, dass die Spieler sich nicht überschätzen werden. Sie wissen, worauf es ankommt. San Marino wird deutlich defensiver auftreten als Moldawien, darauf müssen wir uns jetzt einstellen. Es wird eine ganz andere Partie werden”, sagte Holtz.

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