Einen überaus erfolgreichen Tag erlebten die luxemburgischen Bogenschützen am Mittwoch bei der EM in Legnica (PL). Den Höhepunkt setzte das Recurve-Team, das sich überraschend die Bronzemedaille sicherte.

Damit hätten Jeff Henckels, Pit Klein und Joé Klein selbst wohl am wenigsten gerechnet: Das FLTA-Trio übertraf alle Erwartungen und gewann bei der EM im polnischen Legnica die Bronzemedaille. Dabei belegte das Recurve-Team nach der Qualifikation noch Rang 16.
In der folgenden K.o-Phase machten es die drei Luxemburger dann so richtig spannend. Im 1/12-Finale besiegte man Österreich mit 5:4, dabei musste das Stechen, in dem sich die FLTA- Schützen mit 28:27 durchsetzten, die Entscheidung bringen.

Es folgte das Duell gegen den großen Favoriten Frankreich, das die Qualifikation noch auf Rang eins abgeschlossen hatte und in der vorherigen Runde ein Freilos hatte. Doch auch die Franzosen wurden im Stechen (24:23) bezwungen. Im Viertelfinale wartete dann Großbritannien. Ein weiteres Mal gab es ein Stechen, und auch dieses gewann Luxemburg hauchdünn mit 28:27. Im Halbfinale war folglich Italien eine Nummer zu groß (0:6), doch im Bronzematch wurde dann Spanien, wie könnte es auch anders sein, im Stechen besiegt (26:24).

Sensationscoup der Luxemburger

Mit diesem Erfolg sicherte sich das Trio zugleich auch einen der wenigen Quotenplätze für die European Games im kommenden Jahr in Minsk, wo man dann sowohl im Einzel- wie auch im Teamwettbewerb an den Start gehen darf. Ein großer Schritt für das Trio, denn neben der WM 2019 dienen die European Games als Qualifikationswettkampf für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Kurz nach dem Sensationscoup der Luxemburger konnte es Pit Klein noch immer nicht wirklich fassen: „Mit einer Bronzemedaille hätten wir niemals gerechnet. Als wir uns nach dem Viertelfinale den Quotenplatz gesichert hatten, war die Euphorie so groß, dass wir gegen Italien vielleicht nicht wirklich zu hundert Prozent konzentriert waren. Doch im Bronzematch haben wir uns einfach gesagt, wir haben jetzt so viele Stechen gewonnen, und dieses holen wir auch noch. Wenn man bedenkt, dass sich Nationen wie Deutschland, Frankreich oder auch die Niederlande noch keinen Quotenplatz holen konnten, dann ist das schon unbeschreiblich.“

Fürs luxemburgische Bogenschießen ist der dritte Platz im Teamwettbewerb bei einer EM ein in dieser Form noch nicht da gewesener Erfolg. Erst seit einem Jahr nimmt das Trio um den olympiaerfahrenen Jeff Henckels und die jungen Klein-Cousins Pit (21) und Joé (18) auch im Team an internationalen Wettbewerben teil. Ein erster Schritt waren dabei die Spiele der kleinen Staaten 2017 in San Marino, bei denen das Bogenschießen erstmals auf dem Programm stand. Seither sind die drei FLTA-Athleten auch bei Weltcups im Einsatz.

Neben dem Recurve-Team konnte am Mittwoch auch die Compound-Mannschaft um Gilles Seywert, Timo Bega und Arnaud Hocevar ein kleines Ausrufezeichen setzen. Mit 230 Punkten schoss man einen neuen nationalen Rekord. Im Einzelwettbewerb sind unterdessen mit Jeff Henckels (Recurve) und Gilles Seywert (Compound) noch zwei FLTA-Vertreter im Rennen. Henckels bestreitet am Donnerstag sein 1/16-Finale gegen den Finnen Samuli Piippo, Seywert tritt unterdessen ebenfalls in der Runde der besten 32 gegen den Schweden Hampus Borgstrom an.

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here