Lediglich zwei Tage hatte Pit Leyder, um sich von den Strapazen der Flèche du Sud (2.2) zu erholen. Heute nimmt er mit seiner Mannschaft Leopard Pro Cycling die Skoda Tour de Luxembourg in Angriff. Die letztjährige Landesrundfahrt beendete der 22-Jährige völlig unerwartet auf Rang drei in der Gesamtwertung. Dem Tageblatt gegenüber zieht das Riesentalent eine Zwischenbilanz und geht u.a. auf seine Aussichten beim zweiten luxemburgischen Etappenrennen ein.

Von unserem Korrespondenten Mario Nothum

Tageblatt: Bei der Flandern-Rundfahrt, einem Lauf des Nationencups, haben Sie das Podium nur knapp verpasst. Sind Sie mit Ihren bisherigen Saisonergebnissen zufrieden?

Pit Leyder: Die bisherigen Ergebnisse waren zwar nicht übermäßig gut. Insgesamt bin ich jedoch ganz zufrieden. Der vierte Platz bei der Flandern-Rundfahrt lässt sich sicherlich zeigen.

Bei der Flèche du Sud fuhren Sie im vergangenen Jahr auf Rang acht in der Gesamtwertung. Diesmal mussten Sie sich mit Platz 47 zufrieden geben. Hatten Sie mehr erwartet?

Es ist bestimmt kein Drama, diesmal kein Topresultat bei der Flèche erzielt zu haben. Eigentlich stand das Podium ja schon nach der ersten Etappe, bei der eine kleine Fluchtgruppe durchkam, fest. In der wichtigen Etappe in Bourscheid ist es dann nicht so gelaufen, wie wir es uns erhofft hatten. Ivan Centrone vom Team Differdingen, der mit großen Ambitionen gestartet war, hatte auf der Königsetappe ebenfalls keinen guten Tag erwischt. Auch mein Teamkollege Szymon Rekita, der eine vordere Platzierung angestrebt hatte, kam mit einer Verspätung von mehr als zehn Minuten ins Ziel. Auf den beiden letzten Etappen kann man das dann nicht mehr wettmachen. Immerhin hat unser Sprinter Colin Heiderscheid auf der letzten Etappe in Esch sein Können mit Platz vier unter Beweis gestellt.

Wie schaffen Sie es, Ihre Batterien binnen zwei Tagen wieder aufzuladen?

Sich nur auszuruhen, ist nicht das richtige Rezept. An beiden Tagen musste ich schon die eine oder andere Stunde auf dem Rad verbringen. Es gilt den Motor am Laufen zu halten, um zu vermeiden, dass der Körper in einen Schlafmodus verfällt. Das wäre fatal für den Prolog. Die Strecke des Prologs in der Hauptstadt wurde ja leicht geändert.

Sind Sie den Parcours schon einmal gefahren?

Vor zwei Wochen habe ich mir den Streckenverlauf angesehen. Die schnelle Abfahrt zu Beginn fällt diesmal weg. Zunächst geht es auf flacher Strecke los. Die Entscheidung wird wieder im „Breedewee“ fallen. Ich freue mich schon auf die tolle Stimmung dort. Die Erfahrungen, die ich letztes Jahr gesammelt habe, werden mir sicherlich zugutekommen. Auch die darauffolgenden Etappen kenne ich gut, da ich sie entweder vor Kurzem abgefahren habe oder vom Training her quasi auswendig kenne.

Gibt es für Sie einen Topfavoriten? Und was haben Sie sich als Ziel gesetzt?

Direct Energie und Cofidis sind mit sehr starken Mannschaften am Start. Einen großen Favoriten kann ich nicht ausmachen. Allerdings ist der Vorjahressieger wieder mit von der Partie. Andrea Pasqualon wird sicherlich alles dransetzen, um seinen Titel zu verteidigen. Was mich anbelangt, so wird es natürlich sehr schwer, das Resultat von 2018 zu wiederholen. Dennoch glaube ich, dass es für mich von Vorteil ist, die Flèche in den Beinen zu haben. Wenn es mir gelingt, über die fünf Tage alles zu geben, werde ich mir am Ende nichts vorzuwerfen haben.

Welche Rennen stehen nach der Skoda Tour de Luxembourg auf dem Programm?

Zunächst werde ich versuchen, meinen U23-Meistertitel bei der Dreiländermeisterschaft in der Schweiz zu verteidigen. Anschließend geht es zu den „European Games“ nach Minsk, wo sicherlich ein sehr hartes Rennen bevorsteht. Im Juli lege ich dann eine Pause ein, um die Rennen der zweiten Saisonhälfte mit neuer Energie in Angriff nehmen zu können.

Wie eine ganze Reihe Fahrer vor Ihnen sind Sie sicherlich bestrebt, eine Prokontinental- oder Worldtour-Mannschaft zu finden. Gibt es bereits Kontakte in diese Richtung?

Natürlich will ich diesen Weg eines Tages gehen. Derzeit fühle ich mich sehr wohl bei Leopard. Nach meinem vierten Platz bei der Tour de Luxembourg im vergangenen Jahr gab es einen oder zwei Kontakte. Etwas Konkretes war jedoch nicht dabei.

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