Informelle Treffen von EU-Ministern oder gar Staats- und Regierungschefs sind unter dem derzeitigen österreichischen EU-Ratsvorsitz zu einer heiklen Angelegenheit geworden. Denn nachdem der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn mit seinem “Merde alors!” die Erfahrung machen musste, dass selbst einst strikt vertrauliche Zusammenkünfte nicht mehr vor den Kameralinsen mitgeführter Handys sicher sind, dürfte bald auch die verbale Goldwaage zur Standardausrüstung für derartige hochrangige Zusammenkünfte zählen. Eine solche findet gerade in Salzburg statt, wo die Staats- und Regierungschefs in informeller Runde zusammensitzen.

Bevor es losging, meinte der luxemburgische Premierminister Xavier Bettel, er werde sich bei seinem italienischen Kollegen erkundigen, ob dieser Aufnahmen geplant habe. “Ich werde jetzt den Italiener auch mal fragen, ob der filmt oder nicht”, sagte Bettel auf dem Weg zum Konferenzgebäude. Etwas ernster: “Und ich muss auch sagen, dass ich enttäuscht bin von der österreichischen Ratspräsidentschaft.” Die hätte nach der Veröffentlichung des Videos über Asselborns Reaktion auf Salvinis rassistische Bemerkungen lediglich mitgeteilt, “dass es keine Regeln gibt, wenn es nicht offiziell ist”, erklärte Bettel vor Medienvertretern; er hätte erwartet, “dass die österreichische Regierung sagt, dass das nicht geht”.

5 Kommentare

  1. ” es gibt keine Regeln??”
    Dann können wir uns ja von dieser Ratspräsidentschaft noch etliches erwarten.
    Asselborn hat die Sympathien der ganzen Welt denn dieser Parvenu aus Italien
    scheint ausser rassistischer Hetze nicht viel auf der Pfanne zu haben.
    Mal sehen ob er sein Land aus der Krise kriegt.Und wenn es keine Regeln gibt,
    wieso sollte dann Asselborn auf den Knien rutschen vor diesem braunen Brei.

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