Der Präsident der Jungen Sozialisten, Jimmy Skenderovic, ist am Freitag von seinem Amt zurückgetreten. Das gab der Politiker am Samstag per Facebook bekannt. In seinem Post bedankt sich der Jungpolitiker bei allen Weggefährten.

“Ich habe mich dazu entschieden, aufzuhören. Ich glaube, dass ich lange genug in der JSL aktiv gewesen bin”, erklärte Skenderovic gegenüber dem Tageblatt. Bislang steht noch nicht fest, wer die Jusos in Zukunft lenken wird. “Mein Nachfolger wird noch gewählt werden”, so Skenderovic. Bis dahin wird Georges Sold das Amt provisorisch innehaben. “Ich bin seit 2014 in der Parteileitung der LSAP. Wie es nun weitergeht, darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.”

Der Juso-Chef war bei den Nationalwahlen für seine Partei im Süden angetreten. “Rümelingen ist eine kleine Stadt und Kandidaten von hier hatten es noch nie einfach.” Besonders da viele Kandidaten aus Esch und Düdelingen auf der Liste standen. “Ich freue mich aber darüber, in meiner Stadt Zweiter quer durch alle Parteien geworden zu sein”, so Skenderovic. In Rümelingen hatte nur LSAP-Schwergewicht Jean Asselborn besser abgeschnitten als er.

Skenderovic bleibt LSAP-Mitglied

Zuletzt hatte es wieder eine Diskussion um eine Erneuerung in der Partei gegeben – woran das magere Resultat bei den Parlamentswahlen nicht unschuldig war. Der ehemalige Juso-Chef Sammy Wagner hatte am Tag nach den Wahlen eine solche Erneuerung auf Twitter gefordert. In der Folge kam es zum Schlagabtausch verschiedener LSAP-Jungpolitiker und dem Spitzenkandidaten Etienne Schneider. Erstere warfen der Parteispitze vor, ihnen keine Beachtung zu schenken. Letzterer warf den Jungen mangelndes Durchsetzungsvermögen vor.

Er sei nicht glücklich darüber gewesen, dass viele Junge nur über Köpfe geredet hätten. Die Inhalte müssten sich verändern, dann würden sich die Köpfe von selbst ändern. Seine Entscheidung hätte er allerdings auch getroffen, wenn das nicht der Fall gewesen wäre, versichert Skenderovic. Seine Mitgliedschaft in der Partei wird er nicht aufgeben.

9 Kommentare

  1. Die Jungen brauchen schon ein gewaltiges Stehvermögen um sich gegen die Alten an der Spitze durchzusetzen. Ausserdem ist es zu diesem Zeitpunkt absolut legitim über Köpfe zu reden, eine solche Debatte tutnot, die Inhalte allein zu verändern genügt nicht. Die LSAP muss sich von grundauf erneuern.

  2. Desillusioniert ist der Herr. Ich glaube, dass eine Arbeiterpartei welche von Akademikern geführt wird langsam aber sicher die Ideale der „Arbeiter“ aus dem Auge verliert, das wird der Herr auch so empfinden. Würde mich nicht wundern, wenn er mal später bei den Linken auftaucht.

  3. Den Här Schneider huet e gelungenen Humor. “Mangelndes Durchsetzungsvermögen”. Hien werft senger eegener Parteijugend also vir, datt si net géint hien geputscht an hien op d’Schëff geschéckt huet? Dovun ofgesinn: Ma da setz dech mol als 20-jähregen NoName an Habenichts duerch géint d’Generatioun “Silberrücken”, mat hirem Rolls Royce an der Garage an engem Telephonsrepertoire mat de privaten Handynummeren vu Merkel, Macron a Juncker. Bonne chance.

  4. ” C’est la lutte finale….. “. Die oberen Parteigenossen, werden nicht einmal rot im Gesicht wenn sie sie singen, vorausgesetzt, sie kennen den Text. Hypokrisie pur!

    • Der Mars aus Düdelingen kennt den Text bestimmt, er hat damals (69 -70) sogar, im Knabenlyzeum, einmal mitgesungen. Kann aber sein, dass er inzwischen alles wieder vergessen hat. Mir ergeht es genau so, schade. 🙁

  5. Tja die Jungen erkennen einfach, dass die Alten das Prinzip “nach mir die Sintflut” nicht aufgeben. Sollte die LSAP von Anbeginn der neuen Regierung nicht mit neuen Köpfen – um es klar auszudrücken neuen, jungen Frauen in der Regierung und im Parlament antreten, dann war es das mit der stolzen Geschichte der LSAP. Natürlich wird dann Jean Asselborn auch 2023 mit 74 Jahren wiedergewählt werden (als Einziger). Dann darf Jang ganz alleine die Bank in der Chamber drücken.

  6. No all Wal-Debakel, déi selwecht Leier, ze wéineg Fraen, ze wéineg Jonker, zevill der aaler déi säit gefillten 30 oder 40 Joer do sin a bestemmen … Ze wéineg lénks a fortschrëttlech, an dann awer mordikus an d’Regierung (mat dem Segen vun de selbsternannten Lénkssozialisten – wéi aal sin d’Kommeroden Pasqualoni a Wennmacher ?), fir datt der e puer kenne noreéckelen. Fazit: Alt erem daat selwecht Spillchen a Langweil pur. Soss hun ech de Rondel geschwärzt, dunn bei LSAP a Gréng panachéiert. Daat war awer dës kéier fir d’läscht, sou wéi ee gesäit datt sie nach Méint, waat soen ech, erem 5 Joër brauchen, fir dann erem ze jéimeren datt se verluer huen, an sech selwer ze beléien datt se gewonn hunn. Schued datt d’LSAP fir näischt inhaltleches sozialistesches méi steet. Ma dann sin déi Gréng jo méi innovativ an sozial.

  7. Wie bei allen anderen „Großen“ Parteien besteht eine klare Tendenz, daß die Parteien von der Parteileitung eher wie ein Börsennotiertes Unternehmen geführt werden. Das bedeutet, daß man schlechte Nachrichten und Probleme einfach nicht hören will. ! Die Überbringer werden dann lieber als Querulanten ignoriert, ins Abseits gedrängt, bzw. mundtot gemacht. Politiker haben einen großen Einfluß, und sehr, sehr lange Arme. Sie können Menschen das Leben erleichtern oder halt sehr schwer machen. Kurzrfristig mag dieses System der Parteileitung etwas Ruhe geben. Aber letztendlich ist es defintiv die falsche Strategie weil sich die Partei damit selbst zerstört da die Mitglieder sich abwenden. ( siehe SPD/CDU usw. )

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