Wer sich im Sommerloch in Ermangelung anderer kultureller Optionen einen der Blockbuster im Kinepolis Kirchberg reinziehen will, wird feststellen, dass nach der Renovierung der Innenräume nun auch der Empfangsraum, der sich ja stets zwischen dem Erdgeschoss (den Kassen) und dem ersten Stock (Kartenkontrolle, Getränke- und Snackshop) erstreckte, einem neuen Konzept unterzogen wurde.

Auffällig sind hier nicht nur die mittlerweile allgegenwärtigen Kartenautomaten, die dem Betreiber Angestelltenkosten und dem misanthropischen Kinogänger den menschlichen Kontakt (er)sparen, sondern der obligatorische Stopp im Popcorn- und Getränkebereich. Der Kinofan kann nun nicht mehr wie früher einfach sofort seinen Saal aufsuchen, sondern muss vorerst durch den Shop, wo er dann wenig subtil daran erinnert wird, dass er vielleicht doch ein klein wenig Hunger hat oder sich die Séance mit Softdrinks versüßen könnte. (Im Fall eines richtig schlechten Films kann man sich diesen dann auch gleich mit Wein oder Bier angenehm trinken.)

Dieses Konzept, dank dessen bereits so mancher aus einem Ikea-Laden herausgestapft ist und sich gefragt hat, wieso er eigentlich eine neue Küche gekauft hat, nachdem er doch nur ein CD-Regal ergattern wollte, feiert auch in den Tax-free-Shops auf Flughäfen einen beachtlichen Erfolg – und macht uns letztlich zu Pawlow-Hunden des Kapitals, die wie auf Schienen von A nach B laufen, um sich unterwegs den Lockrufen des Shopping-Drangs auszusetzen. Dass die Kinobetreiber auf solche Verfahren zurückgreifen, ist sicherlich kein gutes Zeichen für den wirtschaftlichen Erfolg der Filme.

4 Kommentare

  1. “sondern muss vorerst durch den Shop”

    So wie heutzutage in jedem besseren Museum, Aquarium, Planetarium …

    Filme sieht man ja heute eh nicht mehr im Kino, dafür blenden die 50-100 Handyschirme zu viel, die immerzu an sind.

  2. ech gin an den Kino fir e Film ze kucken an net irgend een Dreck an mech eranzestoppen.Sin eben net “konditionei’ert.An den entrée fir de Film ass schon daier genug.

  3. Es wird noch so weit kommen wie in Amerika/Canada wo es eigentlich hauptsächlich ums Essen geht. (Baseball/Basketballhallen sind dort eingntlich riesige Fresshallen)

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