Frühstücke, Mittagessen, Galadinner. Spaziergänge, Festakte, Truppenabnahmen. Firmenbesuche, Ausstellungsbesuche, Konzertbesuche, Treffen, Meet and Greets, Besprechungen. Gruppenfotos, Weinproben. Und eine Kreuzfahrt auf der Mosel.

Die Royals aus Belgien kommen! Und sie haben ganz schön was vor. Wenn man einen Blick auf das Programm wirft, das Philippe und seine Mathilde in den kommenden Tagen in Luxemburg runterreißen, gerät man allein davon aus der Puste. Fast bei jedem Termin dabei: der Gastgeber, Seine Königliche Hoheit Henri, Großherzog von Luxemburg.

Henri hat nicht nur das blaue Blut und die Läuferlungen für mehrtägige Staatsbesuch-Marathons mit seinem belgischen Kollegen gemein. Wie Philippe auch kann er Ausgaben fürs royale Tagesgeschäft dem bürgerlichen Staatssäckel in Rechnung stellen. Gestern hat Finanzminister Pierre Gramegna den Haushalt 2020 präsentiert. Dort eingeplant ist auch die Kostenstelle „Maison du Grand-Duc“. Für das kommende Jahr sind für den Hof insgesamt 10.618.514 Euro vorgesehen.

10,6 Millionen, das ist ein halbes Milliönchen weniger als 2019. Toll, könnte man sagen, Henri spart mit! Eigentlich sind die großherzoglichen Ausgaben aber gestiegen. Denn die Posten für den im April gestorbenen Altgroßherzog Jean und seinen Stab fallen 2020 weg. Im Budget 2019 waren dafür noch 1,72 Millionen Euro eingeplant. Rechnet man diese Ausgaben aus den Etats der „Maison du Grand-Duc“ der vergangenen Jahre heraus, dann ist das Hofbudget von 2017 bis 2020 um ganze 26 Prozent gewachsen. Die Differenz zwischen 2019 und 2020 wäre alleine fast 13 Prozent groß.

Natürlich können Mitarbeiter und Schlösser nicht von heute auf morgen auf die Straße gesetzt oder veräußert werden. Aber bei all dem Pomp, der beim königlichen Besuch in den kommenden Tagen die Herzen der Monarchie-Fans höher schlagen lassen wird, sollte man nicht vergessen: Ein Staatsoberhaupt kostet Geld, das die Bürger erwirtschaften müssen.

Das ist (bis auf die obskure Tatsache, dass das Amt in diesem Land vererbt wird) an sich nichts Verwerfliches. Problematisch wird es aber, wenn ebendiese Bürger keinerlei Kontrolle über die Ausgaben haben. Der Grand-Duc selbst bekommt 744.000 Euro „Repräsentationsspesen“, sein Sohnemann 166.000. Der Rest – und das nicht gerade wenig – wird im Budget 2020 als Personalkosten, Zivilliste und Funktionskosten verbucht. Viel mehr gibt die Haushaltsaufschlüsselung nicht her.

Wenn es um die Transparenz der großherzoglichen Finanzen geht, hätten die Parteien „nicht immer so genau hingeschaut“, sagte Alex Bodry im August der Internetseite Reporter. Der LSAP-Fraktionschef fragt sich dort auch, wie sinnvoll des Steuerzahlers Geld von der „Maison du Grand-Duc“ eigentlich eingesetzt wird. Hoi! Wenn selbst ein Polit-Urgestein und Ex-Regierungsmitglied wie Alex Bodry nicht weiß, in was genau die Staatsgroschen vom Hof gesteckt werden, dann muss es wirklich miserabel um die Transparenz bestellt sein. Es ist wirklich höchste Zeit, dass in Luxemburg darüber eine Diskussion beginnt. Wie passend, dass ein königlicher Prunkbesuch in dieselbe Woche fällt wie die Präsentation des Staatshaushalts. Vielleicht schauen die Parteien dieses Mal genauer hin.

41 Kommentare

  1. Vive la République!
    Prinzip: res publica – die gemeinsame Sache! Mitnichten dem “Adel verpflichtet” – die Macht liegt beim Volk und einem Präsidenten, der aus eben diesem Volk mittels Wahl hervorgeht.
    Traurig, dass die Grundprinzipien der Französischen Revolution auch im 21ten Jahrhundert noch immer keine Umsetzung im früheren “Département des Forêts” gefunden haben….

      • @Bertemes.
        Richtig. In diesen Kommentaren wird grundsätzlich der Unterschied zwischen einem gewählten Präsidenten und einem von H.Gott berufenen “Herrscher” auf Lebenszeit mit Vererbungsrecht an die “Progéniture royale” verwechselt. Als würden sie die Geschichte nicht kennen aus den glorreichen Tagen der Kaiser und Könige die ihr Volk bis auf’s Blut ausgesogen haben.Hand in Hand mit den direkten Vertretern Gottes auf Erden. Was es bringt wenn die Royals sich auf ein Gläschen treffen,auf Kosten des Publikums,sei jedem ein Denkanstoß.

  2. Den Text as besse Komesch geschriwwen.
    All Ministere huet sein Budget . Gi mer lo all Euro kontrolleiren den de Staatsministere kascht an all enzel Beamten verdingt.
    Fänge mer do och un mat dem neidesche Bleck dass onsen Staatsminister an sein Vize de bescht bezuelten sin Weltweit.
    Dem Staatsminister sein Gebai haut duebel sou grouss as wei nach zu Junckers Zait bezuelt vu Steiergelder.

  3. An déi ganz Secherheetsmoossen, wé bezilt déi, mier och? De spuenesche Kinek get manner gudd bezuelt. Wessen déi Herrschaften dass Se vun Eis bezuelt ginn?

  4. In anderen royalen Ländern, Schweden ,England ist die Transparenz der königlichen Ausgaben gegeben, also auf was wartet die Regierung den jetzt noch…Ausgabensteigerungen 13 % für 2019-2020 ist nicht mehr hinnehmbar…

    • Es ist auch nicht hinnehmbar das jeder Furz veröffentlicht wird, alle pochen immer auf Privatsphäre und Datenschutz wollen aber von anderen immer alles wissen, mich interessieren solche Sachen nicht , ob ich sie nun weiß oder auch nicht ändert das nichts am System also warum soll ich mich damit belasten.

  5. Sparen wäre angesagt und ein bisschen an dieses komische Ding zu denken namens „Kinderarmut“ und kleine Renten! Ach, ich hab‘ laut geträumt …

  6. Wenn Verwandte zu mir zu Besuch kommen und ich ihnen etwas bieten will, muss ich das aus eigener Tasche bezahlen. Das ist völlig normal. Genauso normal müsste die grossherzoliche Familie für den Besuch ihres belgischen Cousins selber aufkommen. Aber, da der Privatbesuch gleichzeitig ein Staatsbesuch ist, gehen die Kosten zu Lasten der Steuerzahler. 744.000 resp. 166.000 Euro Repräsentationsspesen und dabei noch vom fähnchenschwenkenden Fussvolk bejubelt zu werden ist nicht nur nicht mehr zeitgemäss, es ist ein Affront! 10.618 514.- Euro Kostenstelle ” Maison du Grand-Duc ” : ein Schlag ins Gesicht für die einfachen Bürger, die sich kräftig ins Zeug legen müssen um in den Besitz eines bescheidenen Häuschens zu kommen.

    • Ein Privatbesuch bei “boufermamm” ist kein Staatsbesuch. Oder denkt “boufermamm” dass die Präsidenten anderer Länder ebenfalls für Staatsbesuche selbst aufkommen?
      Schon mal daran gedacht, dass hier ja auch Minister + Wirtschaftsdelegation dabei sind? Beziehungspflege rentiert sich.

      • Habe ich etwa das Gegenteil behauptet? Nur hier wird ein Privatbesuch mit einem Staatsbesuch gekoppelt. Ein raffinierter Trick, durchsichtig wie ” Bullettenzopp “! Aber verschiedene Leute haben Tomaten auf den Augen oder scheinen Scheuklappen zu tragen. Natürlich überlege ich auch ab und zu und bin ebenfalls der Meinung, dass ” Beziehungspflege ” ( was immer Sie genau darunter verstehen ) sich lohnt. Regierungsvertreter und Wirtschaftsdelegationen können sich durchaus auch treffen und miteinander reden ohne grosses Brimborium, das auf Kosten der Steuerzahler geht.

  7. Ein Staatsoberhaupt kostet Geld, das die Bürger erwirtschaften müssen.
    Wenn ich sehe wie viel Geld unsere Minister für Dummheiten ausgeben insbesondere Etienne Schneider der € 12.000.000,– im All verblasen hat und zur Entschuldigung meinte aller Anfang ist schwer da muß man mit Schwierigkeiten rechnen, oder die teure TRAM erst werden die alten Gleise der Straßenbahn entfernt und dann kommt F. Bausch mit dem Vorschlag diese Liste könnte man bis zum Sankt Nimmerleins Tag fortsetzen und da regen wir uns für läppische € 10.6 Millionen auf die der Hof kostet.
    Ich finde als Non Producer und Bauernland sollten wir wenigstens unseren Grand Duc behalten nicht nur als Touristen Attraktion sondern auch zu Repräsentation zwecken.
    Zu den Kosten kann ich nur sagen wenn man mal einen Vergleich zieht was jeder einzelne Minister mit seinem Gefolge plus Fuhrpark und und kostet sind die Kosten für den Hof gering, soweit ich weiß wird auch unser neuer Kardinal vom Staat bezahlt und der ist nicht billig.
    Mich persönlich interessiert keine Aufstellung bzw. Liste was der Hof für was und wann ausgibt, dann müßte man auch einen Jour de Public ins Leben rufen wo die einzelnen interessierten Bürger die Ausgaben und Spesen liste unsere Staatsdiener einsehen können um zu verfolgen wie die unsere Steuergelder anlegen oder verplempern, aber in diese Karten läßt sich die Regierung nicht kucken wir bekommen nur gesagt was wir wissen dürfen und der Rest ist schweigen, mit anderen Worten wir werden weiterhin belogen und verarscht.
    Das Luxemburger Volk hat sich bei der Ausgaben Veröffentlichung nur auf den Großherzoglichen Hof eingeschossen, alle wollen keine Monarchie sind aber Geil darauf dem Grand Duc die Hand zu schütteln und schreien im Chor ” VIVE “.

      • Soweit ich informiert bin wurde unser Erzbischof vom Staat bezahlt ( Gehalt ) und da er jetzt Kardinal ist denke ich das es auch so ist. Ich denke nicht das der Vatikan sein Salär bezahlt.

      • Herr Hollerich bekam schon immer ein staatliches Bischofsgehalt. Ich glaube aber nicht, dass es sich ändert, weil er Kardinal ist. Der Vatikan zahlt meiner Meinung nach ebenfalls nichts. Die Kardinäle werden von den lokalen Bistümern bezahlt.

    • Noch lustiger ist, dass sie nur die Ausgaben und nicht die Einnahmen sehen. Wirtschaftsdelegationen werden mitgenommen bzw. -gebracht und dabei springt so mancher Deal dabei heraus. Großherzogs sind ja auch nicht gerade alleine in den Senegal gereist. Da musste eine Boeing 737 her, um die ganzen Leute mitzuschleppen, und das war garantiert nicht nur der Hofstaat.

    • “alle sind geil darauf dem Grand Duc die Hand zu schütteln”…..woher stammt diese Erkenntnis, Laird Glemore?…..ich meist nur ein kleines Häuflein Touristen vor dem Palais….aber der Grand Duc ist für Sie ja auch eine Touristenattraktion….und 10,6 Mill. sind für ein kleines Land mit 500.000 Einwohnern nicht “läppisch”…..demnach würden dem französischen Präsidenten dann mindestens 1 Milliarde zustehen

      • sie sollten vielleicht mal Statistiken lesen damit sie wissen wie Reich Luxemburg ist und wie viel Geld die Regierung Mitglieder kosten dagegen sind die Kosten für den Hof in meinen Augen gering.
        Da ich den Grand Duc persönlich kenne und schon des öfteren private Begegnungen hatte ist er für mich in erster Linie ein Mensch und keine Touristenattraktion.
        In Esch / Alzette laufen nicht so viel Touristen herum da sind es einheimische die hinterher laufen in der Hoffnung Händchen zu schütteln.
        Aber alles das ist ihre Meinung und ihr gutes Recht diese zu vertreten.

  8. Sie glauben eine Republik mit einem Präsidenten würde billger werden?
    Und wer bezahlt die Kosten bei einem Staatsbesuch oder offiziellen Anlässen in einer Republik?
    Und in einer Republik ist alles transparent…

  9. Et ass schon erchreckend dass keen op dei Idee kennt das sie zwar representeieren mee dem Land och mol rem eppes brengen. Den Xavier rift vleit net den King vun Saudi Arabien einfach esou un. Mee den Heng kann dat maachen. Op hiren Fester gesinn sie dei grous Decideueren vun eiser Welt. An dat an der x. Generatioun. Dei kennen sech all, waren deelwesi zesummen op der Schoul. Dat sinn Kontakter dei keen kritt. Emmerhin sinn sie mam bloen Blud geseent an domadder verdeelen sie vill Gld enner den Entreprisen vun hirem Land.
    Ech weilt net an enger Welt liewen wou den Zuckerberg an der Bezos Muecht an Geld hätten. All Republikener kennen jo an La France auswanderen. Do ass et jo dann besser.
    Et ass och grad esou gut dass net all Neider deen hei no der Republik jeitzt un der Muecht ass. Do geif neischt gescheits derbei rauskommen. Ausser nach mei Neid an dann Mord und Totaschlag.

    • Net ze vergiessen, datt déi ominös 10 Milliounen effektiv gréisstendeels dann och hei landen. Payen a Rechnungen vu Leit, déi meeschtens hei am Land liewen an och hei déi Suen ausginn.
      Bei engem Präsident wier dat net anescht a mer géifen all 5 Joer drëms streiden, ob de JCJ, de Claude Wiseler, de Gilles Roth, de Laurel Rohzart, de Gast JeBenRien, de Jean Asselborn oder soss e Politiker op de Stull gehéiert. An d’Walen dofir géife wuel och en décke Batz kaschten. An da wiere mer nach beim Palais vum Präsi, sengem Hofstaat (deen net méi kleng wier), senge Representatiounskäschten, asw.

      • De Präsident, nët dee Franzéischen, de Bundespräsident z.B., gëtt nët vum Vollek gewielt an huet quasi nëmme Représentatiounsflichten, wéi eise Groussherzog och! A wann hien seng Aarbecht nët gutt mecht oder géint d’Gesetz verstéisst, muss hien zerécktrieden, Beispill Wulff!

  10. Genau so ist es. Mit wechselnden Präsidenten verschwindet die “Republik Luxemburg” auf der Landkarte in der Bedeutungslosigkeit. Das einzige Grossherzogtum der Welt mit seinem hervorragenden charismatischen Repräsentanten, die unser Land immer mit Style und Charme vertreten haben sollen weiterhin dort bleiben wo sie sind. Kein einziger vom “Krautmaart” hat das nötige Charisma unseres Grossherzogs um dies in Würde und Ehre zu tun.

  11. Munches könnt agspuert ginn an dem
    Vollek ze gudd kommen loossen,
    alles ass iwerdriwen,reich méi reich,arm méi arm,
    wéi laang geet daat nach ??
    Quo vadis Luxusbuerg ??

    • Das, was eingespart würde, käme bestimmt nicht dem Einzelnen zugut. Da würde schon eher in irgendwelche Luxusprojekte investiert, um dem Land einen noch luxuriöseren Touch zu geben, von dem die Alleinerziehenden und weniger Betuchten Null haben. Hauptsache zeigen was man hat! Ich unterschreibe Parrasch’s Kommentar vom 15. Okt. 19 h15. Es wird immer arm und reich geben und damit Futterneid, mit oder ohne Großherzog (dann aber lieber mit)!

  12. “Problematisch wird es aber, wenn ebendiese Bürger keinerlei Kontrolle über die Ausgaben haben.” Und das in einem Land in dem nicht gewählte Leute, welche sich nicht einmal zur Wahl gestellt haben Minister werden und Steuergelder für absoluten Unfug in Millardenhöhe verschwenden…. Der Bürger in Luxemburg zahlt eh immer nur drauf und hat nur ein Scheinrecht. Der eigentliche Skandal müsste doch die Veruntreuung von Steuergelder durch diese Regierung in Projekte wie die Tram und den Strassenausbau, das Stadion und den Wohnungsbau im allgemeinen sein, alle Projekte laufen aus dem Ruder und wir haben eine Kostenexplosion nach der nächsten…. Das nenne ich undurchsichtige Fehlwirtschaft! Da fordert aber keine Zeitung den Rücktritt oder strengere Kontrollen der inkompetenten Sesselfüller welche für nichtgeleistete und stark fehlerhafte Leistungen. Aber sich à la Schneider einen goldenen Fallschirm auf Kosten der Bürger mit Steuergeldgeschenken basteln, das ist korrekt oder wie…

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