Die umstrittenen Datenbanken von Luxemburgs Polizei und Justiz sind zum Politikum geworden. Was steht über die einzelnen Bürger in den Dossiers? Die Datenschutzkommission stellt nun ein Formular zur Verfügung, mit dem die Luxemburger Einsicht in ihre Daten einfordern können.

Luxemburgs Polizei und Justiz führen Datenbanken, in denen sie die Vergangenheit der Luxemburger aufzeichnen. Das kam ans Licht, nachdem ein Mann sich bei der Staatsanwaltschaft für einen Job beworben hatte. Er wurde beim Bewerbungsgespräch mit Vorfällen konfrontiert, für die er nie verurteilt wurde und die nicht in seinem Strafregister stehen. Daraufhin wurde bekannt, dass Justiz und Polizei Datenbanken führen, deren rechtliche Basis unzureichend sind. Mittlerweile hat sich die Affäre zu einem Politikum entwickelt. Im Mai machte der Betroffene den Fall öffentlich.

Am Dienstag hat die luxemburgische Datenschutzkommission in einer Mitteilung die Öffentlichkeit daran erinnert, dass jeder Bürger das Recht hat, die Daten einzusehen, die von Verwaltungen über sie gespeichert werden. Die Kommission stellt dafür eigens einen Musterbrief zur Verfügung.

Regierung in Erklärungsnot

Seit Wochen bringen die Dossiers von Justiz und Polizei die Staatsregierung in Erklärungsnot, nachdem bekannt geworden war, dass beide keine rechtliche Basis haben. Während die Regierung lange Zeit versucht hat, dass Thema herunterzuspielen, hat das Parlament mittlerweile beschlossen, der Sache nachzugehen. Die Opposition hat immer weiter Druck aufgebaut und sogar die Abgeordneten der Regierungsparteien geben mittlerweile zu, dass es Nachholbedarf gibt.

In der vergangenen Woche kam es sogar zu einem größeren Eklat im Parlament. Die Oppositionsparteien wollten, dass in der Chamber über das Thema diskutiert wird. Weil die Regierungsparteien dies verweigerten, verließen die Abgeordneten von CSV, ADR, déi Lénk und Piraten den Plenarsaal. Die Sitzung wurde daraufhin ohne die Opposition durchgeführt. Die Opposition hat bereits angekündigt, dass sie den Fall nicht ruhen lassen werde.

8 Kommentare

  1. Merci un d’Opposition an och un d’Presse, fir hei hartnäckeg um Ball ze bleiwen, trotz wehementen an emotionalen Verneinungen an der Chamber, an trotz Drock iwert oppenem Bréif un d’Presse! (och wann d’Oppositioun matt un der Entwécklung bedeelegt woren. Dat sollt trotz allem net vergiess ginn, wann een elo aneren den schwarzen Péiter wëll ënnerjubelen!).
    Alles an allem relativ skandaléis, wat geschitt ass, an wéi et probéiert gëtt ze verstoppen, ALT EREM. An dann gëtt ëmer vunn deenen béisen aneren geschwat, déi ondemokratësch sinn, an wou d’Rechter vunn den Bierger matt Féiss getrëppelt ginn #Nord Korea #Kim Jong Un #Trump
    => #L’enfer, c’est les autres. Or so they say…

  2. Wou schécken mer déi Bréif dann elo hin?

    Adressen wären vläicht och Wichteg, sos fléit den direkt an d’Poubelle well een nët zoustänneg as.

    • Déi 2 si scho lâng iwerfällig. Alles besser wëssen, téinen an diktéieren a vun tuten a blosen kéng Ahnung hun.
      Wann et net esou traureg wär da kënnt een driwer lachen. 🙁

  3. Wann der elo vill erausfanne, wou dee Bréif soll higescheckt ginn, an dann och wierklrech hir Donnéen ufroen, dann heescht dat awer nach lang net, datt se och eng komplett Äntwert oder iwerhapt eng Äntwert kréien. Et ass bekannt, datt vill vun denen Donnéen op Karteikarten um Späicher vun ale Polizeikommissariater leien, also guer net digitaliséiert sinn, an de Recht stecht och a verschiddenen Datebanken, quesch durch de Parquet, a villäicht esouguer an iergendenger Cloud. Wat heescht dann: “Den Archiv ass net dem Numm no duerchsichbar.”? Wann allerdings eng Gerichtsaffär usteet, da wärten se déi Donnée scho fannen, esouguer wann se engem Polizist oder soss engem Beamten eng extra stebsdicht Combinaison musse kaafen, fir um Späicher an iergendengem Archiv ze wullen. Dee Musterbréif do ass alt erem eng Niewelkärz!

  4. Dat bescht wir eng Klo zu Breissel bei derEU arechen geingt Letzeburg weinst ” non transposition” vun der Dateschutzdirektive, da verdonnert de JCJ oder Madame von der Leyen dann eben Letzeburg…mat Sanktionen…

  5. selbst wenn einem Einsicht in die datenbank gewährt wird niemand wird doch wohl glauben dass die polizei alles freilegt was sie über die Bürger so tüchtig einsammelt es wäre interessant zu erfahren ob die ehrgeizigen schn¨ffler über ihre Kollegen so sammeln aber ja sie sind doch die braven die niemals auch nicht während ihrer jugendzeit sich etwas zu schulde gemacht haben bei uns herrschen zurzeit faschistoide machenschaften dann täte man besser daran nicht über andere Staaten herzufallen die demokratur lässt grüssen

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here