Dass Plastikmüll mittlerweile unter anderem die Meere stark belastet, in die Nahrungskette einfloss und somit auch bereits im menschlichen Körper nachzuweisen ist, erhöht nicht unbedingt die Popularität des Materials. Das Parlament befasste sich unlängst im Rahmen einer Orientierungsdebatte mit der Reduktion von Plastikabfällen.

Wie die CSV-Abgeordneten Françoise Hetto-Gaasch und Paul Galles nun feststellten, seien während dieser Debatte eine Reihe interessanter Vorschläge und Ideen diskutiert worden. Dennoch bleibe die Tatsache, dass mehrere große Unternehmen im Land, darunter der Trinkwasserproduzent Beckerich, ihre Waren ausschließlich in Plastikverpackungen anbieten. Die Parlamentarier wollten nun von der Regierung wissen, wie diese solche Betriebe motivieren möchte, Alternativen zu nutzen.

Im Koalitionsabkommen sei festgehalten, so die gemeinsame Antwort von Umweltministerin und Wirtschaftsminister, dass Luxemburg nicht nur eine Vorreiterrolle bei der Verarbeitung des Mülls, sondern auch beim Schutz der Rohstoffe und der Umsetzung der Kreislaufwirtschaft einnehmen möchte. Ziel sei eine Gesellschaft ohne Abfall, hierfür würde zurzeit vom Ministerium für Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit eine nationale Strategie ausgearbeitet, die sich an alle Akteure, also auch an die Produzenten, wenden wird und diese zum Einsatz nachhaltigerer Verpackungsalternativen motivieren werde.

Einige Betriebe hätten bereits Optimierungsmaßnahmen ergriffen oder von Plastik auf Karton umgestellt. Dass dies beim Verbraucher gut ankommt, sei ein positives Zeichen, denn es sei wichtig, dass nachhaltige Maßnahmen nicht nur die Produzenten, sondern auch die Konsumenten überzeugen.

Auch Verbote

Um die nationale Strategie umzusetzen, werde als erste Priorität die Müllvermeidung gefördert. Dies soll unter anderem durch Mehrwegverpackungen geschehen; Einwegverpackungen, unter die auch Plastik fällt, sollen so weit wie möglich reduziert werden. Um dies zu erreichen, sollen auch einige Artikel verboten werden. Auch mit finanztechnischen Maßnahmen will die Regierung der Verpackungsflut an den Kragen: ein Kriterium für eine stärkere Besteuerung von Verpackungen könnte das Potenzial zum Recyceln sein.

Weitere Möglichkeiten seien die Einführung eines Pfands auf verschiedenen Materialien sowie ein „Belohnungssytem“ für nachhaltig handelnde Bürger. Selbstverständlich soll zudem intensive Sensibilisierungsarbeit geleistet werden. Das Ministerium arbeite eng mit den diversen Wirtschaftssektoren zusammen, um annehmbare und pragmatische Lösungen finden zu können. Unternehmen, die eine grundlegende Veränderung ihrer Produktions- und Vermarktungsweise vornehmen, könnten mit finanzieller Unterstützung seitens des Staates rechnen. Zusätzlich laufen Gespräche mit dem Handel, um Merhwegboxen zu fördern beziehungsweise den Kunden zu erlauben, ihre eigenen Behältnisse zum Kauf von Obst, Gemüse usw. nutzen zu dürfen.

28 Kommentare

  1. In unserem Supermarkt gibt es nur noch Papiertüten mit einem durchsichtigen Fenster. Man weiss aber nicht woraus dieses Fenster besteht und ob es biologisch abbaubar ist. Nachhaltig, ist das Motto, was für ein schrekliches Wort. Da muss ich immer an einen bestimmten Politiker denken. Aber zurück zum Thema, das finde ich eine Super Idee von meinem Cactus, die Friday Kids wird´s freuen. Ob aber jetzt mehr Plastiktüten auf der Rolle bei Cactus gekauft werden um den Müll sauber zu entsorgen sagt uns keiner. Ich jedenfalls schmeiss meinen Müll nicht lose in die Tonne. Deshalb finde ich diese Idee nicht so Toll, mir dünkt es geht wieder nur um Profitmaximierung.

      • Eine Frage hab ich noch , liebe Frau Nomi. Sie als Hausfrauenberaterin können mir doch sicher sagen welches Zeitungspapier sich am besten eignet zur kompostierung. Ich weiss nämlich nicht ob ich die Blätter von meinem iPad oder vom iMac runter reissen soll?

    • Luxemburg war schon mal Vorreiter, damals beim Europa Nummernschild für Autos. Niemand hat es nachgemacht. Es war ein voller Erfolg für die damalige Firma, die den Monopol für Immatrikulations Nummern hatte. Wahrscheinlich gab es auch einen Umschlag für die Partei die zu der Zeit das zuständige Ministerium hatte.

  2. die ganze Diskussion um die Verpackung ist so paradox als wenn ein Hund versucht sich in den eigenen Schwanz zu beißen.
    Egal was für Alternativen gefunden werden, irgendwo müssen ja auch diese Rohstoffe für die Produktion herkommen, Glas : Quarzsand, Papier und Kartonagen : Bäume fällen usw. usw. .
    Die Idee mit den eigenen Behältnissen ist nicht übel, aber bei Getränken wird es Problematisch, ich kann mich noch an meine Jugend erinnern da gingen wir mit der Kanne zum Milchmann, mit dem Einkaufsnetz ins Geschäft oder auf den Wochenmarkt, aber bei der Vielzahl von Angeboten die wir heute haben sehe ich da schwarz wie sollen wir das bewerkstelligen, Mehrwegverpackungen und Pfandflaschen sind ein guter Ansatz oder aber man muß Verpackungen entwerfen für Feststoffe und Flüssigkeiten die man ohne wenn und aber Recyclen kann, das ist dann wieder eine Kostenfrage die sich vielleicht auf den Verkaufspreis niederschlägt, schlechte Zeiten für Aldi, Lidl und CO, die können dann ihre Preise nicht mehr halten.

  3. Auf dem Markt und beim Metzger oder Fischhändler gibt’s nichts “Vorverpacktes”.Da hält man seinen Einkaufskorb hin und fertig. Ich habe mir Strohhalme auf der Wiese gepflückt und eine Zahnbürste aus Olivenholz geschnitzt und mit Wildschweinborsten bestückt. Auch ein guter Beitrag.

  4. Ech kaafen Uebst a Gemeis nemmen am Plastik, oder um Maart! Wiesou? Ech nennen den Grond:”La vieille déguellasse!” Dat ass dei Persoun, dei hir knaschteg Fanger un all Steck Uebst/Gemeis oofbotzt an awer näischt kéeft. Ech well dei getrutschten Wuur ooch net!

    • Eben, eben, am Supermarché kaafen ech just verpaaktent Geméis, aus genau daer doten Ursach. Wann e gesäit wéi Leit de ganze Cageot trutschen éier se kaafe, mat dene Patte wou se virdrun de Mupp, d’Mussi oder soss eppes getriwwet hun. Beurk!

        • Ware Leit virum Verpackungswahn mei dax krank….?
          Das sind nur die Städter die sich bei Wind und Wetter hermetisch einkapseln damit sie sich nicht erkälten oder was auch immer, deren Immunsystem ist gleich NULL, wir alten oder die vom Land kommen die sind robuster, da kann mal ruhig was runter fallen dann wird es geputzt oder wie man früher sagte Dreck reinigt den Magen und dann gebraten, gekocht oder gedünstet und gegessen. Die Menschen heute zutage sind einfach zu empfindlich oder Hypochonder veranlagt, wenn man nichts hat redet man sich krank.

    • Am Plastik ok, mee um Maart? Wou schons beim Produzent/Verkeefer an duerno um Maart driwer gehouscht a genéitscht a geschuddelt an … an … gin ass. Getriwelt as et och schon gin mat ongewäschene Fangeren an ouni demonstrativ Gummishänschen.

  5. Et ass schwéier realisabel dass déi grouss Geschäftsketten aus dem Land eng Aktioun mat pseudo nohaltegen Dëppecher start an dat dann als positiv präsentéiert!? Plastik ass an bleiwt Plastik egal wat fir en Numm drop steet! Absolut onverantwortlech !!!

  6. Wie oft wird ein Apfel oder Sonstiges von Leuten
    angefast und trotzdem nicht gekauft. Das sind
    meistens Ältere. Mann braucht sich nicht tu wundern
    wenn mann dabei Krankheiten einhandelt

    • Richtig Herr Scheier, wenn man solche Waren kauft, riskiert man sich anzustecken und dadurch selbst alt zu werden. Gleichwohl würde ich Ihnen raten die Waren, auch die im Plastik verpackten, zuhause nochmal zu waschen, sofern Sie keine allzugrosse Abneigung gegen Waschen haben.

      • Beobachten Sie den Obst- und Gemüsestand in Ihrem Supermarkt mal eine halbe Stunde. Und Sie werden die Aussage von Herrn Scheier bestätigt sehen. Deshalb kauf ich nur in Plasik verpacktes. Leider !!!!

  7. Et geif wahrscheinlech hëlefen wann den Staat sech och ëm d’Müllentsuergung geif këmmeren an een landsweiten System (a Preismodel) fir d’Dreckskëschten geif duerchsetzen am Plaatz dat den Gemengen ze iwwerloossen. Méscht jo keen Sënn, dass d’Leit an deier enger Gemeng mei deier musse bezuelen ewei an enger anerer.
    Iwwert deen System kënnen och Leit belount ginn, déi sech Méih ginn ze recyclen andeems den recycleten Dreck gratis eweschgeholl gëtt

  8. Ech hun eppes géngt déi Öko-Diktatur vu Leit déi sech selwer kaum un dat halen wat se priedegen. A wann ech héiren dass Lëtzebuerg soll (an och d’EU) iwerall Virreider gin kréien ech d’Oure wéi.
    Wat sollen 650 000 Awunner vu Lëtzebuerg resp. 560 Milliounen EU-Bierger kënnen op deem klengsten Kontinent deenen aneren 6,4 Milliarden ”virreiden” ?

  9. Ech weiss net Léit hun vieleicht Dohem kee Wasser, vir Oubst an Geméis nach emol ze wäschen.
    soss gingen se de Blödsinn jo net verzappen vir ze soen am Plastik verpackt ze kaafen.
    Ech kann mech nach errenneren dat beim Cactus Parbeiers brong Tutten gin sin , an dat Gratis.
    Virwatt elo net mei, ma ganz einfach Léit hun sech dei zu 100 geholl vir hohem ze gebrauchen, do huet den Här Leesch net mei matgespillt.
    Et wir un eiser Grenger Regierung vir e Gesetz ze machen, dat erem Parbeiers Tutten agefuehert gin, an kein Plastik vir anzepacken.
    Me blöd sabbelen an nescht machen ass anscheinend vill mei einfach, vir eis Greng Ministeren.

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