Soeben hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD, Organisation for Economic Co-operation and Development) eine neue Version ihrer Bildungsstudie PISA veröffentlicht – die Luxemburg in Sachen Lesekompetenz nur einen mittleren Platz im Ranking zuweist. Sowohl beim aktuellen Schwerpunktthema Lesekompetenz als auch in der Mathematik und bei den Naturwissenschaften gibt die OECD Luxemburg nur unterdurchschnittliche Noten – genau wie in den Vorjahren.

Im Turnus von drei Jahren untersucht die PISA-Studie der OECD den Leistungsstand von Jugendlichen zum Ende ihrer Pflichtschulzeit. Bereits zum dritten Mal widmete sich die Untersuchung schwerpunktmäßig der Lesekompetenz. 

Luxemburg steht im Ranking, zum wiederholten Mal, recht abschlagen: Während China mit Werten von bis zu 555 erreichten Punkten die Spitzenplätze im Ranking einnimmt, landet Luxemburg mit 470 Punkten knapp vor der Ukraine und der Türkei. Der OECD-Durchschnitt beträgt hier 487 Punkte.

Ebenfalls zum wiederholten Male liegen alle Nachbarn Luxemburgs deutlich weiter oben. Allerdings liegen Deutschland (498 Punkte) sowie Belgien und Frankreich (je 493 Punkte) deutlich näher an Luxemburg als an den Spitzenplätzen.

Die europäischen Staaten mit der höchsten Lesekompetenz heißen Estland, Finnland und Irland.

Für die Studie testete man rund 600.000 15-jährige Schüler in 79 Ländern und Volkswirtschaften in den Bereichen Lesen, Naturwissenschaften und Mathematik. Der Schwerpunkt lag auf dem Lesen, wobei die meisten Schüler den Test am Computer machten. Eine typische Testfrage kann man hier nachvollziehen.

Einer von vier Lesern in den OECD-Ländern ist laut den Autoren der Studie unfähig, die einfachsten Lese-Herausforderungen zu meistern.

27 Kommentare

    • De Programm ass ëmmer nach dee selwechten, plus minus e puer Bicher, an de Programm ass gréisstendeels besser wéi an den 90er Joeren.
      Geännert huet de Kader. D’Absence vu Punkten (2009 duerch d’Mady, ABCD si keng Punkten, och wann de Claudie et behaapt), d’Aféiere vu Gaga-Zensuren (Mady 2009 a Claudie) an d’Aféiere vun enger ëmmer méi fierchterlecher Orientéierung Richtung Lycée (Erna, Mady a Claudie) hunn dee meeschte Schued ugeriicht, well hei am Primaire d’Originë vun der Misère leien.

  1. Ma jo, maer hun jo “gudd” de System reformeiert.(Delvaux suc. Meisch) Et huet kee Schueler eng Schold un desem Misere. Mir stongen mat eisem ganz ale System gudd do. Wa mir op d’Uni gange sinn hate maer keng Schwierechkeete wann maer geleiert haten , nemmen dann wann zu Leck net den “ROI DES BLEUS” ustong wor et mei schweier.

    • Den Haaptproblem ass d’Reform vun 2009 an de feelende Courage déi Reform KOMPLETT zréckzezéien. Do mussen net nëmmen d’Punkten zréckkommen am Primaire, do mussen nach ganz vill aner Saachen zréckkomme resp. verschwannen.

  2. Wenn Reformen nichts taugen. Lückentext und Sim hinterlassen Spuren. Heute bekommt man Briefe von höchster Stelle mit etlichen Schreibfehlern und Abiturienten wissen nicht ,dass der Nil ins Mittelmeer mündet.Das wäre früher kaum möglich gewesen. Dazu kommt noch die digitale Traumwelt,in der die Augen und die Ohren gefordert sind,aber kaum das Gehirn. Aber Achtung. Pisa ist eine Studie und der Spitzenreiter Finnland will die Handschrift abschaffen.Ob wir da mitmachen sollten ist fraglich. Auch die Tatsache,dass alle durchkommen müssen und deswegen die Materie “angespasst” wird trägt nicht zu einem hohen Bildungsniveau bei.

  3. “Allerdings liegen Deutschland (498 Punkte) sowie Belgien und Frankreich (je 493 Punkte) deutlich näher an Luxemburg als an den Spitzenplätzen”…. in diesen Ländern liegt das Budget pro Schüler in etwa bei einem drittel von unserem. Mehr Leistung für sehr viel weniger Geld… vielleicht sollte man ausnahmsweise nicht nur die Leistung der Schüler testen, sondern auch die der Lehrer.

  4. Wéi kann et sinn, datt Letzebuerg do emmer nach matmecht? Et ass dach bekannt, datt den Testsystem absolut net geeegent ass fir eis Schüler. (wéi praktesch 100% vun den OECD-Etuden net op Letzebuerg passen) Dofir sabotéieren se dee ganze Butték scho lang a ginn no 5 Minutten hirer Wee. Den eenzegen, deen dat nach net ze wesse schéngt, ass den Här Meisch.

  5. Wen wundert’s? Bei unsrem Schulsystem! Wenn man bedenkt wie hoch unser Abitur nach dem Krieg bis in die 1970er Jahre europaweit taxiert war, kann man nur verständnislos den Kopf schütteln. Ein ungebremstes und unaufhaltsames ” nivellement vers le bas “! Das ganze ist aber auch ein gesellschaftliches Problem, bei dem Herkunft und Erziehung keine unwesentliche Rolle spielen. Umso weniger von den Kindern oder Jugendlichen gefordert wird, umso weniger Leistung bringen sie. Und das ist nicht einmal ihre Schuld.

    • Die Schüler sind übrigens nicht schuld an der Misere. Dass weniger gefordert wird, liegt vor allem an den unfähigen Erwachsenen die immer weniger fordern wollen bzw. andere Erwachsene (i.e. die Eltern) in Watte einpacken und sie möglichst nicht lange mit schlechten Bewertungen für ihren Nachwuchs frustrieren wollen.

  6. Um mal einen befreundeten Grundschullehrer zu zitieren: “Ich habe versucht meine Schüler so zu erziehen, dass sie sich nicht als Konkurrenten sehen, sondern als Mitarbeiter. Ich habe versucht meinen Schülern individuelle Hausaufgaben zu geben, weil was nützt einem Mathe-Genie Hausaufgaben in Mathe? Ich habe versucht meinen Schülern beizubringen bereits in der Grundschule Referate vor der Klasse zu halten, damit sie sich an die Berufswelt gewöhnen. Ich wurde dann mit 59 entlassen, weil junge debütierende Lehrer nicht mit individuellen Hausaufgaben, Referaten und Konkurrenzlosigkeit einverstanden waren und lieber eine ruhige Nummer schieben wollten.”

  7. Zum einen gibt es die allgemeinen PISA -Resultate. Beim Näherhinschauen zeigt sich das grosse soziokulturelle Gefälle welches in Luxemburg sehr ausgeprägt ist: 15 jährige sind schon in getrennten Schulen ( hi ex-technique, dort ex-classique). Für Schüler aus modesten Familien ist es hierzulande schwieriger als anderswo in der Schule Erfolge zu haben. Für Migrantenkinder und 2. Generation ebenso: siehe zB Tafel Seite 236 .
    Hier übrigens der Link zu dem PISA zahlenwerk: https://www.oecd-ilibrary.org/education/pisa-2018-results-volume-ii_b5fd1b8f-en Voreilige Statements (ich habe auch noch nicht alles gelesen) sind mit Vorsicht zu geniessen (auch das meinige). Sollte mein Kommentar kommentiert werden: bitte mit vollem Namen.

    • “15 jährige sind schon in getrennten Schulen ( hi ex-technique, dort ex-classique).”
      Das gibt sich nicht viel. Général und Classique unterscheiden sich nicht besonders stark in Bezug aufs Abitur, also das was die Général-Schüler machen können, wenn sie es auf die Général-Sektion schaffen.

      Dass Migranten Probleme mit den Sprachen haben, liegt irgendwie auf der Hand. Dass dies aber ein Argument gegen den aktuellen Sprachenmix sein soll, ist eher nicht logisch.
      Mögen viele Ausländer berechtigte Probleme mit der deutschen und der luxemburgischen Sprache haben, so haben gerade Luxemburger in den letzten Jahren vermehrt haarsträubende Schwierigkeiten mit dem Französischen und tun sich damit unverständlicherweise schwer, bzw. sind gar dabei einen gewissen Hass auf die Sprache zu entwickeln, was nichts Gutes für das Zusammenleben hier im Land verspricht, sowie für das Leben überhaupt, da immer mehr Absolventen (auch Luxemburger) eine oder mehr Sprachen nicht richtig beherrschen, sei es mündlich oder schriftlich oder alles zusammen.
      Die Zahl der Schreib- und Grammatikfehler bei jungen Absolventen ist haarsträubend. Allerdings sind davon auch die 30-40-50-jährigen bereits graduell betroffen, was darauf hinweist, dass das Problem schon ziemlich lange vor sich hinbrodelt.
      Die Lösung dürfte wohl in einer Stärkung der Sprachkurse liegen und in einem früheren Beharren auf ein korrektes Lernen der Sprachen (und eventuell einer Abkehr von diversen fragwürdigen Methoden bei der Einführung der Sprachen im Unterricht, siehe Lauttabelle, die in Deutschland bereits wieder auf dem absteigenden Ast ist) oder gar eine Verlängerung der Schulzeit.

      “Sollte mein Kommentar kommentiert werden: bitte mit vollem Namen.”
      Nö. Nix da. Sie sind hier nur Kommentator wie jeder andere auch. Zu diktieren haben Sie hier gar nichts. Und wieso mit Klarnamen? Vermuten Sie etwa, dass jeder Kommentar fremdenfeindlich ist?

  8. Auch hinsichtlich Bildungsinhalte darf man sich Fragen über das hiesige Bildungssystem stellen. Gerade hier müssten die Schüler endlich lernen zu verzichten und sich einzuschränken zu Gunsten des Klimaschutzes!
    Die geplante Schülerreise per Flugzeug nach Dubai ist dabei ein unrühmliches Negativbeispiel!

    • Den Lehrern allein die Schuld an diesem desolaten Resultat zu geben wäre ungerecht. Es gibt auch noch Schulprogramme, die nicht unbedingt den heutigen Erfordernissen angepasst sind. Die Lehrer bestimmen nicht über die übertriebene Länge der Schulferien hierzulande. Und vor allem tragen die Eltern eine erhebliche Verantwortung, die sie nicht so ohne weiteres an das Lehrpersonal abgeben können. Die Erziehung und die Vermittlung der Werte geschieht grösstenteils im Elternhaus resp. in der Familie.

      • Die Länge der Schulferien anzuprangern ist mit Verlaub völlig “niewent der Plaque”. Schüler und Lehrer müssen sich erholen können und jeder Pägagoge und jeder Hirnforscher wird Ihnen bestätigen, dass eine Kürzung der Erholungszeiten nicht automatisch zu besseren Ergebnissen führen wird.

  9. PISA-Test 2018 – China liegt ganz weit vorn!
    Neben Estland (525 Durchschnittspunkte), Finnland (516 Punkt) liegt China mit 579 Punkte im Durchschnitt beim PISA-Vergleich 2018 der OECD von 600.000 Neuntklässler aus 79 Ländern weit vorn in der Lese- und Rechtschreibkompetenz, in Mathe und in den Naturwissenschaftlichen Fächern! China überholt die Welt nicht nur ökonomisch, sondern nunmehr auch in Bildungsfragen beeindruckend! Die deutschen 14- bis 15-jährigen Mädchen und Jungen liegen leicht über dem Durchschnitt in den drei Kategorien Lese-Rechtschreib-Kompetenz (498 Punkte- Mittelwert 487), Mathe (500 Punkte – Mittelwert 489 Punkte) und Naturwissenschaften (503 Punkte- Mittelwert 489) – sie haben sich aber im Vergleich zu den zurückliegenden Jahren von der kognitiven Leistungsfähigkeit her insgesamt vergleichsweise leicht verschlechtert (die Differenz beträgt immerhin 11 bzw. 14 Punkte). Bemerkenswert und gleichzeitig sehr traurig ist die Tatsache, dass ca. 20 Prozent der Neuntklässler nicht korrekt Lesen und das Gelesene nicht verstehen können (und wohl auch nicht richtig Schreiben können). Dies hat eindeutig etwas mit dem Deutschen Bildungssystem (in den Grundschulen) zu tun (methodisch-didaktische Defizite, Schreiben nach dem Gehör, synthetische Methode des Lesen-Lernens, Übungsdefizite,…) und kann nicht mit dem funktionellen Analphabetismus erklärt werden, wie die Bildungsministerin Karliczek am 03.12.2019 in den Nachrichten von welt.de sinngemäß erklärte, weil die Quote hier bei ungefähr 7,5 Prozent liegt (Rest 12,5 Prozent)! Das Bildungsniveau einzelner Schüler hängt eindeutig mit sozioökonomischen Faktoren zusammen – hier liegen die Differenzen bei bis zu 113 Punkten (fördernde sozioökonomische Bedingungen vs. beeinträchtigende sozioökonomische Verhältnisse). Und dies ist einfach erschreckend und hängt absolut nicht mit der Intelligenz der Jugendlichen zusammen, sondern mit den fördernden, positiven Angeboten und Anreizen im Elternhaus zusammen! (Angebote an Büchern, Lernmaterial, Computer, psychosozialen Bedingungen,…). Nach wie vor bildet das Fach Mathematik einen starken Problemschwerpunkt. Es ist absolut unverständlich, dass die Deutschen Politiker nichts aus empirischen Erfahrungen und aus der Vergangenheit lernten: Finnland liegt in Serie beim OCED-Pisa-Verbleich seit Jahren ganz weit vorne. Und Finnland hat sich das Bildungssystem der DDR zu Eigen gemacht. Übrigens: Ende der Siebziger/ Anfang der Achtziger Jahre wurde durch ein internationales Team von Psychologen Kinder und Jugendliche u.a. auch aus der Bundesrepublik und der DDR einer Untersuchung zur Intelligenzentwicklung unterzogen (Anwendung des Leistungsprüfsystem von Horn, Progressive Matrizen,) . Dabei zeigte sich, dass die Kinder und Jugendlichen der DDR 10-IQ- Punkte besser abschnitten. Dies hing natürlich nicht mit einer besseren Entwicklung der Intelligenz zusammen, sondern mit dem Polytechnischen Bildungssystem der DDR! (das übrigens ursprünglich aus der Schweiz bzw. aus Frankreich stammte).
    Siegfried Marquardt, Königs Wusterhausen

  10. Wenn ich die Altersignoranz hier lese wundert mich es mich gar nicht dass Schüler Probleme beim Lesen/Interpretieren von Texten haben. Wer wirklich glaub das Argument “vor 40 Jahren waren wir beliebt an Unis” hätte irgend eine Bedeutung in der heutigen Welt ist offensichtlich weder zu einer Transferleistung noch zu einem Analysieren von Fakten in der Lage.

    Dass viele der Länder die ganz oben in der Liste stehen VORBILD waren für die Reform scheint auch niemanden daran zu hindern der Reform (die ich ebenfalls recht unglücklich finde) die alleinige Schuld an allem zu geben.

    Das echte Problem sind doch die Lehrer die durch einen archaischen Prozess durchgejagt werden der nicht ihre sozialen/lehrende Kompetenz prüft sondern wie in dem ebenfalls bereits erwähnten obskuren “früher” das stumpfe reinprügeln/abarbeiten von Texten fordert.

    Wenn ich dann noch Dinge lese wie “Dazu kommt noch die digitale Traumwelt,in der die Augen und die Ohren gefordert sind,aber kaum das Gehirn.” höre ich nur noch “Okay Boomer” in meinem Kopf und bete dass die Kinder von sich aus zu einer besseren Transferleistung instande sind.

    • Die Reform von 2009 ist sicher nicht alleine schuld. Sie ist aber eine der Hauptursachen für die zunehmende Misere. Weitere Gründe sind das Abschaffen des 7e-Examens und die darauffolgenden Aufweichungen der Orientierungsprozedur, sowie die massive Implementierung immer schlechterer Zensuren. Waren Zensuren früher in einer einzigen Spalte zu verstehen und jedes Jahr auf einer Seite klar ersichtlich, sind die aktuellen Zensuren selbst für hochgebildete Eltern kaum verständlich, sowieso nicht übersichtlich und viel zu vage, und zudem beziehen sie sich nicht mal direkt auf die Leistungen der Kinder im absoluten Bereich sondern nur im Vergleich zu ihrer eigenen Leistungsfähigkeit.
      So kann man das Konkurrenzdenken in einer Gesellschaft natürlich auch kaputtmachen, und damit das natürliche Streben nach besseren Leistungen. Diesen Quatsch hat definitiv die Mady-Reform von 2009 zu verbrochen.

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here