Eine Stadt steht unter Schock. Nur die gellenden Sirenen der Rettungswagen und Polizeiautos zerreißen ununterbrochen die Stille in Petingen. Die Tornado-Opfer sind gerade dabei, sich ein Bild der Verwüstung zu machen. Gilbert da Costa ist einer der ersten, der kühlen Kopf bewahrt: Sein Facebook-Eintrag geht viral.

„An alle Einwohner (Petingen, Käerjeng, Linger, etc), die ihre Häuser verloren haben: Wir können mehrere Menschen oder eine Familie aufnehmen.“ Binnen weniger Minuten wird dieser Satz des Petingers Gilbert da Costa 200 Mal geteilt. Als er vom Tageblatt kontaktiert wird, erklärt er: „Ich wollte helfen. Die Menschen sind geschockt und wissen nicht mehr weiter.“ Gemeldet hatte sich auf den Aufruf um kurz nach 20.00 Uhr noch niemand.

Niemand erreichbar

Für Da Costa gab es eine logische Erklärung: „Ich kann mir vorstellen, dass die Betroffenen gerade dabei sind, sich ein Bild der Lage zu machen. Auch Bekannte, die in der Hauptstraße wohnen, habe ich bislang nicht erreichen können. Ich denke, dass sie erst einmal saubermachen und aufräumen wollen.“

Als der Tornado durch Petingen fegte, war Da Costa noch nicht in seiner Wohnung angekommen. Stattdessen erreicht ihn ein aufgeregter Anruf seiner Mutter, die ihm abriet, nach Hause zu fahren. Er will trotzdem weiter – und wird auf der Straße gleich von einem Polizisten empfangen, der sich nach möglichen Verletzten erkundigt. „Von meiner Terrasse aus kann ich Häuser ohne Dach sehen. Es sind nur 200 Meter.“ Passanten schildern ihm später, wie Autos durch die Luft flogen, Bäume aus dem Boden gerissen wurden und bis zu 40 Meter weit durch die Luft geschleudert wurden.  „Das kennt man aus Miami, aber nicht von hier.“

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