Ein Haus soll nicht nur wenig Energie verbrauchen, es soll seinen Einwohnern auch ein gesundes Raumklima und Komfort bieten, meint Romain Poulles, CEO des großen Bauunternehmens PROgroup.

“Wir verbringen 90 Prozent unserer Zeit innerhalb von Gebäuden”, sagte Romain Poulles in einer Stellungnahme zu dem mittlerweile obligatorischen Passivhaus-Standard. “Jeder Mensch atmet pro Tag rund 15 Kilogramm Luft ein, der Großteil davon eben innerhalb von Gebäuden.” Der Bauunternehmer ergänzte aber auch, dass die Raumluftqualität in der Mehrheit der Passivhäuser schlechter als die Außenluft sei. Auch in Ballungsgebieten. Trotzdem gratulierte er den staatlichen Behörden dafür, dass sie den Passivhaus-Standard vor allen anderen europäischen Staaten durchgesetzt haben, ohne dass die Baubranche dagegen Sturm lief.

“Man muss aber auch feststellen, dass die Zustimmung der Allgemeinheit, der Nutzer und Bewohner der Immobilien weniger offensichtlich ist”, gab Poulles zu bedenken. “Die Öffentlichkeit steht den Vorteilen dieser Bauweise oft skeptisch gegenüber.” Die Gründe für diese Skepsis sind dem Bauunternehmer bekannt. Die ausschließlich auf den Energieverbrauch ausgerichtete Bauweise könne den Bewohnern Probleme bereiten, wenn das Haus nicht gewissenhaft geplant und gebaut wurde. Dazu zählt er die Aspekte Lichteinfall, Wärmekomfort und Raumluftqualität auf.

Je kleiner die Fensterflächen, desto weniger Hitze geht verloren. Kleine Fensterflächen sparen zwar Energie, sie lassen aber auch wenig Tageslicht in die Wohnungen. Um das fehlende Tageslicht auszugleichen, muss auf Kunstlicht zurückgegriffen werden. Quantität und Qualität des Lichtes habe aber großen Einfluss auf das Wohlergehen der Menschen. Damit verbunden sind unter anderem die Schlafzyklen, Laune und Produktivität des Einzelnen.

Licht- und Luftqualität

Laut Romain Poulles spielt auch der Wärmekomfort eine bedeutende Rolle für ein gesundheitsförderndes Raumklima. Die Anforderungen des Menschen an die Temperatur ändern sich je nach Tageszeit oder Raum, in dem er sich aufhält. Die Fußbodenheizungen vieler Passivhäuser brauchen aber sehr lange, bis die Wärme durch den Boden weitergegeben und die gewünschte Temperatur erreicht wird. Schnell mal den Raum aufheizen geht in Passivhäusern nicht. Fußbodenheizungen sind des Weiteren nicht mit herkömmlichen Teppichen kompatibel. Auch hier wird der Komfort für einen niedrigen Energieverbrauch geopfert.

Der letzte Kritikpunkt, auf den der Unternehmer eingeht, ist die Luftqualität. “Es ist wichtig, sehr anspruchvoll zu sein, wenn es um die Luftqualität geht.” Und diese sei laut Poulles in vielen Passivhäusern schlecht. “Der Passivstandard reicht bei Weitem nicht aus.” Der Fehler an dem Standard sei, dass er nur eine Dimension des nachhaltigen Bauens berücksichtige: den Energieverbrauch. Um diesen niedrig zu halten, würden zu viele Kompromisse gemacht werden, die zu Problemen – darunter auch für die Gesundheit der Bewohner – führen könnten.

“Wir wollen Lösungen anbieten, die dazu führen, dass die Menschen in Wohnungen leben, die an die menschlichen Bedürfnisse angepasst sind”, unterstrich Poulles. Es sei wichtig, nicht zu vergessen, dass eine gute Lebensqualität die Hauptfunktion einer Wohnimmobilie sei. Aus diesem Grund schlägt er das “Aktivhaus” vor, nicht nur im Sinne eines Energie produzierenden Hauses. Seine Vision des Aktivhauses ist die von “Gebäuden, die aktiv dazu beitragen, dass das Leben der Bewohner gesund und komfortabel ist – ohne dass es zu negativen Auswirkungen auf das Klima oder die Umwelt kommt”. Auch dies sollte beim Bau der zukünftigen Häuser berücksichtigt werden.

7 Kommentare

  1. Bis elo ass nach keng richtig Erfahrung mat dem
    Bau vun Passivheiser um Maart,
    vill Leit hun gesondheetlech Problemer déi an
    ësou engen Bau wunnen,well nach villes Fusch ass
    and d’Leit iwert den Dësch gezunn ginn,
    Preis – Qualitéit stëmmt nach guer nëtt iwerenneen..
    Bis ëlo wor een guuden Isolationsblock baussen sowéi
    déi konventionell Isolatiounen bannen asw. daat bescht.

  2. ” Gesund und komfortabel” Genau so sollte es sein und nicht Schimmel unter den dicken Styroporplatten bereits nach dem zweiten Regen, oder infizierte Atemwege oder Allergien wegen “gefilterter” Ausdünstungen.
    Man kann mit Kanonen auf Spatzen schießen. In Deutschland warnen Ingenieure und Architekten bereits vor dem “Isolierungswahn”.

  3. Hei geet et ëm de Prestige vun enger Entreprise “Progroup”. Aktiv- aplaz Passivhaus! E richtegt Passivhaus brauch iwwerhat keng Buedemheizung. Dat et leider zevill Wunnenge ginn déi nom Liicht (Süd) schlecht orientéiert sinn oder ze kleng Fensteren hunn an dat mat schlechte (sprëch bëllege) Materialien den Innenausbau gemaach gett, ass leider wouer (zB Gipsverbotz, virwat net Kallek?). Mee firwat ass dat esou? Well de ganze Marché an den Hänn vu Promoteuren lait an dat kombinéiert mat enger Wunnengsnout (dat heecht et ass e Verkeefer-Marché) féiert derzou dat qualitiativ méi schlecht wéi néideg gebaut gett. Ech verweisen och op vill Energiepäss déi de Pabeier net wert sinn. Den Zielkonflikt deen de Journalist a sain Interlocateur hei ausmëcht lait ganz wou aanescht!

  4. Do verdingen sech ërem e puer Baubonzen eng gëllen Nues dorun,
    mais daat änert guer nëtt vill un der versprachener Qualitéit déi nobaussen
    un d’Klientël verbreet gëtt, bis haut huet nëtt vill sech geännert.

  5. Déi meescht Entreprise si ganz einfach inkompetent. Et huet méintlang gedauert bis meng Wärmepompel endlech funktionnéiert huet. En Expert vun déisäit der Musel huet misse kommen. Den huet bannent 2 Minute festgestallt huet, datt de Motor hannertzeg gelaf ass, well e falsch ugeschloss war. Nuje, ech hätt et kéinte wessen, well grad déi Firma mecht Reklamm, datt bei hinnen “alles dran” ass.

  6. Oh weh. Dass ein Bauunternehmer keine Lust hat, Passivhäuser zu bauen, weil diese von ihm wesentlich mehr Sorgfalt und ein gutes Zusammenspiel zwischen allen Gewerken verlangen kann man noch verstehen. Dass dann aber mit Unwahrheiten argumentiert wird, kann man nicht stehen lassen.
    Beispiel 1:
    Fußbodenheizungen sind überhaupt nicht typisch für Passivhäuser. Es ist vielmehr so, dass die Leute unbedingt Fußbodenheizungen wollen – egal welcher Baustandard – und sie deshalb auch für Passivhäuser nachgefragt werden. Sie können aber für das Passivhaus jedes Heizsystem dieser Welt wählen. Traditionell übrigens braucht man gar keines: Die Lüftungsanlage reicht völlig aus, um die notwendige Wärme (z. B. durch eine Wärmepumpe produziert) einzubringen.
    Beispiel 2:
    Luftqualität. Der Herr deutet an, die Luft im Passivhaus sei schlecht; er erläutertr aber nicht wieso und das kann er auch nicht, weil es schlicht gelogen ist. Dank kontrollierter Wohnungslüftung ist die Luft im Passivhaus hygienisch einwandfrei und immer besser als die Außenluft. Ein meist zweistufiges Filtersystem filtert Rußpartikel, Feinstaub und Pollen. EIne korrekt regulierte Anlage tauscht die Luft alle 2-3 Stunden komplett aus. Und das ohne jegliche Zuglufterscheinungen.
    Johannes Laible

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