Vor fast genau drei Jahren starb der in Biwingen geborene Pater Johny Geisen, der vier Jahrzehnte lang im Nordosten von Brasilien seine ganze Kraft in die Verbesserung der Lebensqualität der armen Bevölkerung steckte. Nach seinem Tod hat sich eine Gruppe von Freiwilligen zusammengefunden, um unter dem Namen Brasilux dafür zu sorgen, dass die Entwicklungsarbeit, die „Padre João“ leistete, fortgesetzt wird. 

Johny Geisen wurde am 11. November 1942 als jüngstes von vier Kindern in Biwingen geboren. Nach seiner Schulzeit beschloss der Roeserbanner, Geistlicher zu werden. Schon kurz nach seiner Priesterweihe ließ er sich in Recife in Brasilien nieder, um zusammen mit den Ärmsten der Armen zu leben und ihnen zu helfen, ihre Lage zu verbessern.  „Padre João“, wie er in dem südamerikanischen Land genannt wurde, war unter anderem Mitbegründer des „Mouvement des communautés populaires“ (MCP) und während Jahrzehnten ein wichtiger Partner der ASTM und der „Solidaresch Hëllef Réiserbann“.

Jedes Jahr, zum letzten Mal in 2015, kehrte er in den Roeserbann zurück, um über seine Arbeit in Brasilien zu informieren. Nach einer kurzen, aber schweren Krankheit, sollte Pater Johny Geisen am 9. November 2016 sterben. Um seine Arbeit in Ehren zu halten, vor allem aber seine Bemühungen, so gut es geht, fortzusetzen, gründete sich spontan eine Gruppe namens Brasilux (www.brasilux.lu), die sich (und die MCP) nun im Rahmen einer Ausstellung im Erdgeschoss des Rathauses in Roeser vorstellt.

Foto: Brasilux/MCP

Nach seinem Tod wurde dem „Padre“ aus dem Roeserbann in Brasilien, wo er vier Jahrzehnte lang wirkte, ein Institut gewidmet. Gleich daneben, im „Memorial Padre João Geisen“, ruht die Asche des im November 2016 verstorbenen Geistlichen.

Fast wie ein Heiliger verehrt

Der Geistliche, der in und um Recife von der gläubigen Bevölkerung beinahe schon wie ein Heiliger verehrt wurde, ist in der Ausstellung natürlich allgegenwärtig: Sein markantes, von weißem Haar gekröntes, freundliches Gesicht, strahlt auf vielen der Fotos, die hier auf Schautafeln zu sehen sind, auf denen die vielfältigen Projekte des Paters, des MCP und der weiteren Hilfsorganisationen, mit denen die Bewegung zusammenarbeitet (u.a. „Solidaresch Hëllef Réiserbann“, „Action solidarité tiers monde“ und „Solidaresch Aktioun Echternach“) resümiert werden.

Nach dem Tod des Paters entstand mit finanzieller Unterstützung der Pfarrgemeinde aus Roeser und des MCP in São Lourenço da Mata das „Instituto Padre João Geisen“, dessen Ziel es ist, das Werk des Paters weiterzuführen und an seinen beispielhaften Einsatz zu erinnern. Dazu gehört auch eine Gedenkstätte mit den sterblichen Überresten des gebürtigen Biwingers. Die Ausstellung, die noch bis zum 4. Dezember zu den gewohnten Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen ist, soll übrigens anschließend auf Wanderschaft gehen. Nächste Station wird Ettelbrück sein.   

Foto: Brasilux/MCP

Vier Jahrzehnte lang lebte und wirkte der gebürtige Biwinger im Nordosten Brasiliens

1 Kommentar

  1. Keine gute Tat für einen anderen Menschen ist jemals umsonst. Padre Geisen hat das Evangelium nicht nur gepredigt, er hat es auch gelebt. Ein Luxemburger Priester auf den wir stolz sein dürfen!

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