Die CSV stellt sich neu auf: Mit Martine Hansen wird erstmals eine Frau Fraktionspräsidentin. Und im Hintergrund läuft bereits der Wettbewerb um den Parteivorsitz.

Für die CSV war der 14. Oktober 2018 ein Tag der Ernüchterung. Zum zweiten Mal in Folge sollte die mitgliederstärkste Partei Luxemburgs in die Opposition gehen müssen, obwohl sie die stärkste Partei blieb. Trotz der Niederlage gab es auch bei der CSV Gewinner. Dazu gehört Martine Hansen. Als Erstgewählte auf der CSV-Liste im Nordbezirk konnte sie ihren Stimmenanteil (10.722 Stimmen) im Vergleich zu 2013 fast verdoppeln. Bereits am Tag nach der Wahl war sie als neue Fraktionspräsidentin anstelle von Claude Wiseler gehandelt worden, dessen Rückzug nur eine Frage der Zeit war.

Am Mittwoch ist sie nun offiziell von den CSV-Abgeordneten gewählt worden: Bei der Abstimmung gab es 15 Ja-Stimmen, 3 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen. Zudem sind Léon Gloden und Gilles Roth zu Vizevorsitzenden ernannt worden. Für Roth gilt es nun, die „CSV als Oppositionspartei“ zu positionieren. Man wolle dieser wichtigen demokratischen Aufgabe der parlamentarischen Kontrolle nachkommen – nichts anderes würden die Bürger von der CSV verlangen.

Wilmes und Frieden im Rennen

Gleichzeitig bringen sich bereits mehrere Kandidaten bei der CSV für den Parteivorsitz in Stellung. Marc Spautz hat am Donnerstagmorgen bekanntgegeben, dass er nicht wieder antritt. Damit ist der Platz frei für neue Anwärter. Die größten Chancen soll dabei Serge Wilmes haben. Der junge CSV-Politiker hatte sich bereits am Tag nach der Wahl in Stellung gebracht und öffentlich sein Interesse am Amt bekundet. Für ihn spricht, dass er jung ist und dennoch bereits ein gewisses Maß an politischer Erfahrung hat. 2017 gelang ihm etwas unerwartet ein Wahlerfolg bei den Gemeindewahlen in Luxemburg-Stadt.

Als sein größter Kontrahent gilt kein Geringerer als Luc Frieden. Der Verwaltungsratspräsident von Saint-Paul und BIL soll Interesse am Amt haben, da sich seine Pläne, EU-Kommissar zu werden, zerschlagen haben. Allerdings gilt es als unwahrscheinlich, dass er sich ein offenes Duell mit Wilmes liefert und sich einer Wahl stellt. Dritter Anwärter wäre Frank Engel. Der Europapolitiker soll unlängst einen Weg zurück nach Luxemburg suchen. Ob er jedoch über den nötigen Rückhalt in der Partei verfügt, gilt als fraglich.

6 Kommentare

  1. Das burschikose Auftreten von Frau Hansen hilft auf Parteikongressen und Bierzeltveranstaltungen zur Stimmungsmache. Ob es aber auf Ebene der Landespolitik nützt wage ich zu bezweifeln.

  2. Frau Hansen sieht noch immer den Fuchs als Hauptproblem des Landes an. Ihre 1. parlamentarische Anfrage ging gleich in die Richtung und zwar mit hanebüchenen Behauptungen.

    Logischerweise sollte sie einen Zusammenschluss mit der Jägerföderation suchen um endlich das Land von dieser Bestie zu befreien.

    Danach dann eine Haupeschmass.

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