Welche Wohnformen existieren in Luxemburg? Welche Projekte sind geplant? Wo findet man Leute, die Interesse am gemeinsamen Wohnen haben, und welche Art der Unterstützung kann man von der Gemeinde erwarten? Auf all diese Fragen gab es am Samstag bei der ersten Auflage der “Journée découverte nouvelles formes d’habitats” eine Antwort.

Von Paul Huybrechts

Zu Beginn stellten die Teilnehmer des Informationstages ihre Projekte, Konzepte und Ideen während einer Minikonferenz vor. Jedes Konzept hat seine eigene Ausrichtung und seine individuelle Zielsetzung. Allen gemein ist, dass sie eine sozial und ökologisch nachhaltige Alternative zum Wohnungskauf oder zur Miete darstellen und kostengünstiger als diese sind. “Adhoc”, die erste Wohngenossenschaft in Luxemburg, möchte diese Wohnform fördern und vorantreiben. “Cohabit’Age” setzt indes auf generationenübergreifendes Wohnen, um der sozialen Isolation älterer Menschen entgegenzuwirken.

“Nouma” bietet Unterstützung für Wohnprojekte, in denen ältere Menschen gemeinsam ihren Lebensabend verbringen können. “Open Home – Oppent Haus” setzt den Hebel bei der Inklusion an und fördert die Aufnahme von Flüchtlingen in Gastfamilien. “Mateneen Doheem” ist eine Initiative der Caritas, bei der Senioren mit geringen Einkünften und Studenten zusammenleben.

Besichtigung

“Äerdschëff” baut demnächst ein Haus, das hinsichtlich Wärme, Strom, Wasser und Abwasser absolut autonom sein soll. Die Immobilienverwaltung “Scheibel + Puntke” bietet einen Hausverwalterdienst, der auch die speziellen Bedürfnisse von Wohngenossenschaften abdeckt. “Tiny Houses” steht für kleine, aber clevere Wohnflächen, und “Life WG” hat sich zum Ziel gesetzt, mehr Wohngemeinschaften in Luxemburg zu schaffen, und fungiert hierbei als Bindeglied zwischen Mieter und Vermieter.

Im Anschluss an die Minikonferenz führte Luc Everling, leitender Architekt der Stadt Esch, durch das Viertel “Nonnewisen”, wo der “Fonds du logement” und die Stadt Esch in den letzten Jahren Wohnkonzepte entworfen und in die Tat umgesetzt haben, die bezahlbar sind und dennoch eine große Lebensqualität bieten. Um Häuser und Wohnungen günstig anbieten zu können, wurden die Grundstücke bewusst klein gehalten. Bei den Einfamilienhäusern beschränkt dieses sich auf Haus und Terrasse, dafür gibt es aber einen direkten Zugang und die freie Aussicht auf den Park. Wohnblöcke mit Einfamilienhäusern und Appartements verfügen ebenfalls über Innengärten.

Priorität wird bei den Verbindungswegen nicht dem Auto gegeben, sondern den Fußgängern und Radfahrern. Hier können die Kinder wieder auf der Straße spielen und in Sicherheit zu Fuß zur Schule gehen. Mittlerweile wohnen über 800 Einwohner in den unterschiedlichen Wohnformen der “Nonnewisen”.

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