In großen Teilen dunkelgrau und schwer, aber versetzt mit süßlichen Noten und verziert mit etwas Glitzer: Wer so das Jahr 2017 beschreibt, findet den passenden Drink dazu am Silvesterabend in einem New Yorker Restaurant. “Around Midnight” (Gegen Mitternacht) heißt der Cocktail, der im “Clay” in Manhattans Bezirk Harlem serviert wird, um das alte Jahr ausklingen zu lassen. Gemixt wird er unter anderem mit Pfirsich-Brandy, Walnuss-Likör, Starkbier, Eigelb und Aktivkohle und wird zum Abschluss mit essbarem Blattgold garniert.

“Ich wollte etwas, das ein bisschen aussieht wie ein Smoking”, sagt Andrea Needell Matteliano, die in dem Restaurant für die Bar verantwortlich ist. Der Drink steht nicht auf der Getränkekarte und wird offiziell nur Gästen serviert, die das Silvestermenü mit dazugehöriger Wein- und Cocktail-Paarung bestellen. Dank des Starkbiers ist “Around Midnight” dickflüssig, cremig und süß, das filigrane Blattgold-Papierchen schmeckt allerdings nach nichts und dient nur der Optik, sagt Matteliano.

In den USA sind Getränke mit Aktivkohle, die aus pflanzlichen Rohstoffen wie Holz, Steinkohle oder Torf gewonnen wird, schon seit einigen Jahren im Trend. Auch in Brot, Pizzateig, Saft oder Eis wird das schwarze Pulver inzwischen beigemischt und verarbeitet. Aktivkohle soll dem Körper helfen, giftige Stoffe abzubauen. Auch einem Kater soll das Mittel vorbeugen helfen – nach einer langen Silvesternacht womöglich keine schlechte Idee.

1 Kommentar

  1. Auf so einen pseudo-medizinischen Bullshit kommen auch nur die Amerikaner. Aktivkohle hilft nur um vereinzelte Fremdstoffe im Magen/Darm zu binden, sofern sie “unverdaulich” sind, aber durch ihre Präsenz den Verdauungstrakt stark beschädigen können. Die meisten Gifte aber werden so nicht gebunden und können trotz Aktivkohlepräsenz vom Kreislauf aufgenommen werden, beziehungsweise aus der Aktivkohle wieder herausgelöst werden. Kurzum: man bezahlt verteuerte Lifestyledrinks, blos um wirkungslose Kohle zu fressen. Bestenfalls wirkt der Placebo-Effekt, falls man blöd genug ist daran zu glauben.

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