Premierminister Xavier Bettel (DP) hat am Freitag nach dem Regierungsrat ein Gesetz zur Regelung der Praktika für Studenten und Schüler angekündigt. “Wir werden einen Rahmen schaffen, um Missbrauch zu verhindern”, so Bettel. Tatsächlich befinden sich die Praktika in Luxemburg in einer Grauzone: Bisher gibt es kein Gesetz, das einen klaren Rahmen schafft. Laut Bettel sei der Entwurf gemeinsam mit der Studentenvereinigung ACEL ausgearbeitet worden.

Die Regierung kommt damit einer langjährigen Forderung der Gewerkschaften nach. Sie hatten sich erst vor ein paar Wochen mit Arbeitsminister Nicolas Schmit (LSAP) getroffen, um über das Thema zu reden. “Wenn jemand den ganzen Tag nur am Kopierer steht oder in einem Keller Blätter archiviert, hat er kaum etwas über den Beruf gelernt”, meinte damals der OGBL-Gewerkschafter Jean-Luc de Matteis gegenüber dem Tageblatt.

Einführung der “Mini-crèches”

Das neue Gesetz soll unter anderem einen Rahmen schaffen, durch den klarer abgesteckt wird, wie ein Praktikum ablaufen soll. Damit der Staat kontrollieren kann, dass der Praktikant tatsächlich etwas lernt und nicht einen Arbeitsplatz ersetzt, wird ein Praktikumsbuch eingeführt. Ab drei Monaten müssen Praktika mit der Hälfte des Mindestlohns bezahlt werden und der Vertrag darf nicht länger als sechs Monate laufen.

Bettel kündigte auch die Einführung der sogenannten “Mini-crèches” an. Es handelt sich hierbei um Tageseltern und Erzieher, die sich zusammenschließen. Ab zwei Mitarbeitern kann der Sonderstatus beantragt werden. Die “Mini-crèches” werden wahrscheinlich keine so strenge Anforderungen wie die Tagesstätten erfüllen müssen und demnach weniger bürokratische Hürden haben. Bildungsminister Claude Meisch (DP) hatte bereits im Sommer des vergangenen Jahres angekündigt, dass er diese Möglichkeit einführen wolle.

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