Die LSAP stellt sich neu auf: Mit Franz Fayot als Präsident und Tom Jungen als Generalsekretär sowie einer völlig neuen Exekutive verändert sich das Gesicht und der Stil der Sozialisten.

Franz Fayot ist neuer Präsident der LSAP. Er ist von 88 Prozent der Delegierten auf dem Landeskongress gewählt worden. Neuer Generalsekretär ist Tom Jungen. Zudem ist die gesamte Parteileitung neu gewählt worden.

In seiner Rede betonte der 46-jährige Fayot, dass die LSAP vor gewaltigen Herausforderungen steht. Die Partei befinde sich in einem Negativtrend und ist mittlerweile auf ein historisches Tief abgerutscht. Fayot sieht seine Aufgabe vor allem darin, die Partei wieder neu zu beleben und sie zu einen. Er will die Basis stärken, neue Mitglieder anwerben und die interne Diskussionskultur hochhalten. “Das Herz der Partei muss die Partei sein”, so der neue Präsident. In Anlehnung an den ehemaligen amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy sagte Fayot: “In Zukunft muss sich jeder fragen, was er für die Partei leisten kann, bevor er fragt, was die Partei für ihn leisten kann.”

Das Kernthema der LSAP ist für Fayot die soziale Gerechtigkeit. Sowohl in Bildungs-, in Umwelt- oder auch Steuerfragen gehe es darum, Ungleichheiten abzubauen. Die Sozialisten müssten die Welt zu einem gerechteren Ort machen. “Luxemburg braucht eine starke LSAP”, so Fayot. Seinen Kritikern, die in ihm einen urbanen Geschäftsanwalt sehen, jenseits des Arbeitermilieus, sagte Fayot:  “Jo, ech sinn e Stater – nobody’s perfect. Mä ech sinn en iwwerzeegte Sozialist.”

Großer Andrang

Der Andrang beim Landeskongress war groß: Insgesamt 348 Delegierte hatten sich trotz Schneefall am Dienstagabend in Käerjeng eingefunden, um die neue Parteileitung zu wählen – darunter 47 Kandidaten, die sich für die 21 Posten der Parteiexekutive beworben hatten.

Seinen letzten Tag als Parteipräsident bezeichnete Claude Haagen als “wichtigen Tag für die LSAP” – als einen “Tag der Erneuerung”. Haagen ging dabei durchaus scharf mit sich und der Partei ins Gericht: “Wir müssen ehrlich sein, wir haben unsere Wahlziele nicht erreicht.” Und er könne auch den Missmut der Mitglieder verstehen, der sich in den vergangenen Jahren aufgrund der negativen Resultate angestaut habe. Sein Plädoyer: “Kritik ist gut. Konstruktive Kritik ist besser. Sich in der Parteileitung engagieren ist das Beste.”

Auch Yves Cruchten wollte nichts schönreden. In seiner achtjährigen Amtszeit als Generalsekretär sei es ihm nicht gelungen, einen dauerhaften Mitgliederzulauf zu generieren.  Aber er ließ auch nicht unerwähnt, dass er vom mangelnden Zusammenhalt insbesondere vor den vergangenen Nationalwahlen enttäuscht ist. “Etienne Schneider als Spitzenkandidat hätte mehr Unterstützung von uns verdient gehabt.” Die Partei solle sich weniger mit sich selbst beschäftigen und die eigenen Stärken in der Vordergrund rücken, so sein Appell.

2 Kommentare

  1. Ein neuer Anfang ist gemacht, mit einer verjüngten Parteileitung. Franz Fayot ist ein vertrauenswürdiger Präsident, mit sozialistischem Familienhintergrund, mit Grossonkel Fons Hildgen, Grossmutter Alice Hildgen und Vater Ben Fayot ebenfalls Parteipräsident. Seine Vorfahren stammen aus Bonneweg, der ehemaligen Eisenbahnerhochburg.In den letzten Jahren war die Parteileitung quasi inexistent. Hoffentlich kann die neue Mannschaft sich gegen die Alteingesessenen durchsetzen und die LSAP wieder zu einer starken sozialorientierten Partei machen.

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