Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine als Herz und Hirn einer neuen linken Sammlungsbewegung, als große Vereiniger der Unterjochten. Das ist, mit Verlaub, ein Lacher. Sahra Wagenknecht kann nicht einmal mit der Links-Parteichefin Katja Kipping die Uhrzeit austauschen, ohne dass das sofort zum Streit führt. Geschweige denn mit Grünen oder Sozialdemokraten kooperieren. Und Oskar Lafontaine treiben bis heute Rachegedanken gegen die SPD an.

Von unserem Korrespondenten Werner Kolhoff, Berlin

Daraus kann nichts Verbindendes werden, weil die trennende Absicht durch alles hindurchscheint. Es geht vor allem gegen die SPD und immer noch gegen die Agenda-Politik des letzten Jahrzehnts. Dass ein paar Sozialdemokraten, die schon immer gegen die Politik der eigenen Partei waren, da mitmachen, mildert dieses Urteil nicht.
Zwar gäbe es für eine soziale Sammlungsbewegung Anlass genug. Vor allem den, dass die Menschen, die ein objektives Interesse an einer sozialeren Politik haben müssten, sich inzwischen von der Politik ganz abgewendet haben oder aber rechts wählen. Wodurch ihre Interessen noch mehr untergehen. Das neoliberale Mantra ist unter Merkel und den großen Koalitionen vom Mantra des Pragmatismus abgelöst worden. Nicht von dem langfristiger sozialer Balance und Gerechtigkeit.

Nur braucht es dafür andere, unabhängige und glaubhaftere Initiatoren. Schon die Tatsache, dass “Aufstehen” von vornherein nicht als Partei gedacht ist, also nicht an Wahlen teilnehmen soll, zeigt die Begrenztheit. In Frankreich, Spanien oder Italien haben solche Bewegungen das alte System gründlich aufgemischt und teilweise Mehrheiten errungen. Hier jedoch möchte Links-Fraktionschefin Wagenknecht nicht gerne Konkurrenz zur eigenen Partei schaffen, in der sie ihre Machtbasis hat. Sondern nur einen weiteren Resonanzboden für sich selbst.

Für das, was sie als Ziel vorgeben, sind Lafontaine und Wagenknecht genau die Falschen. Wenn diese beiden “aufstehen”, dann für ein Glas guten Rotwein. Oder eine Talkshow-Einladung. Sehr nützlich wäre es gewesen, wenn es zwischen 2013 bis 2017 eine starke außerparlamentarische Sammlungsbewegung gegeben hätte. Denn in dieser Zeit gab es eine linke Mehrheit im Bundestag, die Druck gebraucht hätte, um zu einer politischen Mehrheit zu werden, also zu regieren.

Doch man zog es vor, die Unvereinbarkeiten herauszuarbeiten statt das Gemeinsame. Mit dem Ergebnis, dass es doch wieder nur eine lauwarme große Koalition gab. Haupthindernis damals: die Linken. Und bei den Linken: Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht. Warum? Weil ihre Profilierung nicht im Mitregieren liegt. Sondern im Dagegensein.
Die Falschen könnten doch noch etwas Richtiges tun: Sie könnten für eine Alternative zur GroKo endlich mal selbst den Weg freimachen.

2 Kommentare

  1. Hoppela, bei diesem Verriß muß man fragen dürfen, wer hat sie geimpft. Beileibe kein Vorwurf sondern ein regelrechter Tatbestand. Typisch deutsch. Diejenigen, welche es treffen sollte, die haben sich seit Jahr und Tag damit begnügt das “Volk” zu verwalten, mehr nicht.

    So alternativlos, wie alles zuvor applaudierte und von einer “breit aufgestellten” Koalition unter Frau Merkel schon viel zu lange das Zepter schwingt und nicht im Geringsten daran denken mag, daß es außer den “wohlfeilen” Anhänger des “Establishments” auch stinknormale Bürger mit Anforderungen an die Nomenkratura unterwegs war, immer rechtzeitig in die Bügelfalte aufgenommen wurde, war schon starker Tobak. Und nun sollen gerade diejenigen, die sich ein Herz genommen haben etwas POSITIVES in diesem Lande erstarken lassen wollen, sollte auch Ihnen zu denken geben.

    Zuerst muß mal jemand auf die glorreiche Idee kommen, genügend Menschen hinter sich zu scharen, sie an der Zukunft, wie auch immer – selbstredend auch als Patei- teilhaben zu lassen, reicht wahrscheinlich noch nicht aus, eine Partei zu etablieren. Wie denn auch. Wenn Sie Deutschland und die Parteienlandschaft etwas näher kennen, sollten Sie bedenken, daß eine neue Partei von den Alt-Parteien vor sich her bewegt werden.

    Könnten Sie dies als Vorsichtsmaßnahme verstehen, daß eine NEUE BEWEGUNG im Kommen sein muß, bevor es an eine ideologisch breit aufgestellte Masse von Bürgern kommen darf, um den Willen zu bekunden durch eine klassische “Partei” ausgeführt wird.

    Wie der Igel zu dem Hasen stets zu pflegen sagte, I bin scho da! Ohne Hetze, ohne Häme läßt sich so etwas sonst nicht aus dem Hut zaubern.

    Ich habe bis heute nicht vergessen, als Giscard d’Estaing und Helmut Schmidt, den begnadesten luxemburgischen Politiker als €U-Kommissions-Präsident gemeinsam verhinderten. Warum wohl? Er war beiden schlichtweg suspekt, weil sie seine Sichtweise nicht teilten. Will heißen, wer zuviele Sprachen spricht, dem muß man dreimal auf die Finger schauen. Ach hätten beiden denn in ihrer Jugendzeit mal genauer überlegen dürfen, die ZEIT fehlte ihnen wohl, hätte, tuten, täten sie damals nicht gegegen Gaston Thorn ihre Stimme versagt. Leider, so darf ich ausführen, leider. €Uropa wäre in diesem Zustand wahlich nicht gestrandet.

  2. Welch unsachlicher Meinungsartikel voller kleinkarierter Häme und Unterstellungen.
    Fakt bleibt , dass erfahre Oskar Lafontaine und seine Frau überragende Politiker mir messerscharfen Verstand sind die Kipping schlecht aussehen lassen. Wer mir nicht glaubt soll sich einmal Oskar Lafontaine ansehen (youtube) und selbst urteilen.

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