Das Abenteuer Nations League beginnt am Samstag. Nie standen die Chancen für kleine Nationen, sich für eine Europameisterschaft zu qualifizieren, besser als im neuen Format der UEFA. Um die Träume aufrechtzuerhalten, muss Luxemburg am Samstag in der Auftaktpartie der Gruppe 2 der Division D gegen Moldawien punkten (20.45 Uhr im Stade Josy Barthel). Nationaltrainer Luc Holtz bemühte sich vor diesem Termin, Druck von seinen Spielern zu nehmen.

Es ist eine ganz neue Ausgangsposition für die FLF-Auswahl. Die junge Mannschaft von Nationaltrainer Luc Holtz geht erstmals als einer der Favoriten in eine Gruppenphase. Aufgrund der Kaderstärke und der Resultate aus den letzten Jahren haben Weißrussland und Luxemburg die besten Chancen, auf dem ersten Platz der Gruppe 2 abzuschließen. Dicht hinter diesem Duo siedelt sich Moldawien an, während San Marino mit der Hoffnung auf ein paar Punkte an den Start geht.

Allerdings kann der Traum von einem EM-Ticket schnell vorbei sein. Insgesamt gibt es nur sechs Gruppenspiele und nur der Erstplatzierte qualifiziert sich für die Play-offs der Division D. Deshalb sind so viele Punkte wie möglich im ersten Doppelvergleich gegen Moldawien (Samstag) und San Marino (Dienstag) für Luxemburg ein Muss.

„Wunschdenken“

Nationaltrainer Luc Holtz wollte bei der gestrigen Pressekonferenz nichts von der Favoritenrolle wissen. Weder für die Partie gegen Moldawien noch für die Gruppe. „Es ist derzeit nicht angebracht, von der großen Favoritenrolle zu sprechen. Wir haben noch nie ein Länderspiel gegen Moldawien gewonnen. Im Vorfeld Druck aufzubauen ist nicht gut. Ich verlange von meiner Mannschaft, dass sie in allen Bereichen besser als der Gegner ist.

Wenn dies der Fall ist, dann kommen die Ergebnisse von alleine und dann können wir auch das Unmögliche möglich machen. Aber bis dahin ist Platz eins lediglich Wunschdenken.“
Holtz hatte am vergangenen Dienstag im Freundschaftsspiel gegen Arminia Bielefeld (1:4) eigentlich eine mögliche Startelf auf dem Platz stehen. Allerdings gingen die ersten 45 Minuten dermaßen in die Hose, dass es zu Veränderungen kommen könnte. Vor allem die Abwehr sah sehr alt aus und leistete sich gleich drei individuelle Fehler. „Mental waren einige Spieler noch nicht bei der Sache. In den Trainingseinheiten in den vergangenen Tagen sah das anders aus. Wenn wir unsere gewohnte Einstellung zeigen, dann werden wir mit Moldawien mindestens auf Augenhöhe sein. Wir haben acht der letzten elf Spiele nicht verloren. Dieses Selbstvertrauen nehmen wir mit in die Partie“, so Holtz.

Viel wird der 48-Jährige trotzdem nicht an seiner Viererkette verändern, denn er weiß, dass er sich auf Chanot, Gerson, Malget und Jans verlassen kann, wenn es darauf ankommt. Punkte gesammelt haben hingegen Düdelingens Europapokalheld Danel Sinani und der neue Russland-Profi Olivier Thill. Aus dem zentralen Mittelfeld sind Christopher Martins und Chris Philipps kaum zu verdrängen. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz Gerson Rodrigues vom moldawischen Meister Sheriff Tiraspol. „Die Konkurrenzsituation ist derzeit brutal und eine Startelf aufzustellen bereitet mir Kopfzerbrechen. Einige Entscheidungen werde ich aus dem Bauch heraus treffen.“

Als Grundformation wird Holtz wohl ein 4-4-2 oder ein 4-3-3 wählen. Da viele vielseitige Spieler bei Luxemburg auf dem Platz stehen, kann das System auch während der Partie ohne Probleme angepasst werden.

Nullnummern

Die letzten drei Duelle zwischen den beiden Nationen endeten mit einem tristen 0:0-Unentschieden. Moldawien zeichnete sich damals wie heute durch eine starke Abwehrreihe aus. Der Chef der Viererkette ist der Star der Mannschaft. Alexandru Epureanu stand sieben Jahre in der ersten russischen Liga unter Vertrag (u.a. Dynamo Moskau) und ist seit 2014 für Istanbul Basaksehir aktiv. Zu den Führungsspielern gehören Olivier Thills neuer Klubkamerad Catalin Carp (FK Ufa/RUS) und Alexandru Gatcan (FK Rostow/RUS). Gegen Luxemburg wird mit Spielmacher Artur Ioantia (Cagliari Calcio/I) jedoch ein wichtiges Element der Startelf wegen einer Sperre fehlen.

In den letzten beiden Qualifikationsphasen zur EM und WM schaffte die „Tricolorii“ keinen Sieg und beendete ihre Gruppe jeweils als Letzter. Das letzte Erfolgserlebnis gab es für Epureanu und Co. am 15. Oktober 2013 gegen Montenegro. „Das verhindert nicht, dass sie gegen uns einen guten Tag erwischen. Moldawien besitzt seine Stärken in der Defensive. Sie sind körperlich stark und agieren sehr diszipliniert. Wir wollen sie besiegen, aber am Ende sind wir vielleicht zufrieden mit einem Unentschieden“, so Luc Holtz vor dem wichtigen Duell am Stamstagabend.


Im Überblick

1. Spieltag, Samstag, 20.45 Uhr im Stade Josy Barthel:
Luxemburg – Moldawien
2. Spieltag, Dienstag, 20.45 Uhr in Serravalle (SNM):
San Marino – Luxemburg
3. Spieltag, 12. Oktober, 20.45 Uhr in Minsk oder Borissow (BLR):
Weißrussland – Luxemburg
4. Spieltag, 15. Oktober, 20.45 Uhr im Stade Josy Barthel:
Luxemburg – San Marino
5. Spieltag, 10. November, 20.45 Uhr im Stade Josy Barthel:
Luxemburg – Weißrussland
6. Spieltag, 18. November 18.00 Uhr in Chisinau (MLD):
Moldawien – Luxemburg

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