Mondorf ist Sportstadt, genauer gesagt Fahrradstadt. Jahrelang haben die Gebrüder Schleck die Gemeinde und das Land auf internationalem Niveau geprägt. Da war es kein Wunder, dass die damalige Bürgermeisterin Maggy Nagel (DP) den Finger gehoben hat, als es um den Standort für ein „Velodrom“ ging. Das war 2010. Neun Jahre später nimmt das Projekt im Gemeinderat die letzte administrative Hürde.

Das Programm der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause, das der Rathauschef seinen Räten verordnet hatte, war stramm. 23 Punkte und knapp zweieinhalb Stunden später war der öffentliche Teil durchgearbeitet und der Weg frei für zwei große Bauvorhaben. Neun Jahre, nachdem Mondorf sich gemeldet hatte – und einen Architektenwettbewerb später – steht das Projekt „Velodrom“ kurz vor der Ausschreibung des Bauvorhabens.

Wenn das „Avis“ des Innenministeriums da ist, kann es losgehen. 2020 könnte dann der Bau beginnen, kündigte Bürgermeister Steve Reckel (DP) an. Der „Plan d`amenagement particulier“ (PAP) ist die letzte Hürde, die das Projekt „Gremelter“ noch nehmen musste. Neben dem Fußballplatz soll auf dem gleichnamigen Gelände mit Lycee,  „Velodrom“ samt Sporthalle und Schwimmbad ein völlig neues Quartier entstehen.

Auch andere Gemeinden wollten die Radsporthalle

Es war nicht selbstverständlich, dass die Radrennbahn nach Mondorf kommt, denn auch andere Gemeinden haben zwischenzeitlich den Finger gereckt. Der damalige LSAP-Sportminister Romain Schneider blieb jedoch hart. Die Mondorfer hatten sich als erstes gemeldet und dabei sollte es auch bleiben.  Bürgermeister Reckel zeigte sich denn auch zufrieden. „Beim Velodrom sind wir im Timing“. Zu den Kosten wollte Reckel sich gegenüber dem Tageblatt nicht festlegen. Immer wieder ist jedoch von einer Summe von 65 Millionen Euro die Rede. Einstimmig verabschiedet.

Ein zweites Bauvorhaben soll den Eingang Mondorfs Richtung Altwies verändern. „Laanscht Gander“ stehen mehrere Häuser leer, die einem einzigen Eigentümer gehören. Sie sollen abgerissen werden und einem futuristischen Gebäude mit 19 Apartments und fünf Geschäften Platz machen.  Der Neubau entsteht unweit des Zollhäuschens an der Grenze zu Frankreich und wird auf einem ein Meter hohen Sockel stehen. Der Hochwasserschutz erfordert dies, schließlich fließt die Gander unmittelbar daneben. Auch dieser PAP ging mit einem gut gelaunten Bürgermeister und konstruktiv motivierten Räten einstimmig durch.

Jousefshaus

Das Jousefshaus ist ein Altersheim für Menschen aus dem Remicher Kanton mit rund 120 Betten und 160 Mitarbeitern. Acht Gemeinden haben dort Betten „gekauft“, die sie mit Einwohnern belegen können. Mondorf hat 16 Betten. Steve Reckel berichtet, dass es dort zu einem finanziellen „Loch“ gekommen sei und das Altersheim an die Gemeinden herangetreten sei mit der Bitte, sich solidarisch zu zeigen. Er stellte im Rat zur Diskussion, wie damit umzugehen sei – zumal in Reckels Augen die Form „Hospice civile“ nicht mehr auf der Höhe der Zeit sei. Andererseits: „Wir haben in Mondorf kein Altersheim, wo wir mitbestimmen können“, sagte der Bürgermeister. Die Gemeinde will sich nun, so das Votum des Rates, an konstruktiven Diskussionen beteiligen, die vor allem die desaströse Finanzlage und Organisation des Hauses betrifft. „Wenn wir uns finanziell beteiligen und über ein extraordinäres Budget sprechen, willen wir, dass Teile des Gebäudes in unseren Besitz übergehen“, so der Bürgermeister.

Alte Post

Der Gemeinderat hat den Kauf des asbesthaltigen und Denkmal geschützten Gebäudes beschlossen. Es sei ein wichtiges „Gebäude für das Patrimoine“ von Mondorf, das einer ganz neuen Verwendung zugeführt werden kann. Die dafür anfallenden 850.000 Euro sind im Budget eingeschrieben. „Uns rennen jetzt schon NGOs und andere Vereine die Tür ein, um das Gebäude später nutzen zu können“, sagt Reckel, der am Montag die endgültige Nutzung noch offen liess.

Die Polizei in Mondorf

Die Nachricht, dass das Polizeikommissariat in Mondorf auf Grund der Reform der Polizei geschlossen werden soll, hat für viel Aufregung gesorgt. „Ich habe gedacht, hier gehen die Lichter aus“, sagte Reckel, als er den Rat darüber informierte. So schlimm ist es aber nicht. Ein Besuch von Polizeivertretern just vor der Sitzung am Montag hat Licht ins Dunkel gebracht. Fakt ist, dass das Kommissariat bislang Dienstags und Donnerstag zwischen 13.00 und 15.00 Uhr geöffnet ist. Eine Erhebung zwischen dem 1. Januar und dem 1. Juli diesen Jahres zählt 100 Bürger, die das Kommissariat zu diesen Zeiten aufgesucht haben. 30 kamen wegen Fundsachen, 8  wegen „Infraction“ und 40 wegen einer „plainte“. In Zukunft wird es Termine nach Vereinbarung geben, die Mitarbeiter des Kommissariats Remich-Mondorf sind rund um die Uhr für die Bürger erreichbar und kommen nach Mondorf, wenn einem Bürger die Fahrt nach Remich nicht möglich ist.  Tagsüber betreut das dortige Kommissariat sechs Gemeinden und nachts acht. Das hat die Unterredung im Mondorfer Rathaus ergeben.

5 Kommentare

  1. Quo vadis Mondorf ?
    Emmer méi Gebaus an Zoubetonéieren,
    Promoteure hun Mondorf fest an der Hand,
    d’Infrastrukturen sinn erem ausgeschöpft,
    mais d’Liewensqualität huet schons ferm dorenner gelidden.

  2. Schéinen Arbechtspensum vun där Gemeng, mais komplett an déi falsch Richtung.
    Mais dat Duerf ass einfach 100% onattraktiv an zoubetonnéiert. Geschäfter sinn vun alen Lokalitéiten eriwer an nei Residenzen geplënnert, und das wars.
    Do fehlt Kurort Animatioun wei et se an der Glanzzeit vun Mondorf ginn ass. Konzert am Park… an zwar all Weekend! Samschdes an Sonndes, och wann dann do knapps 10 Leit am Ufank sinn. E Gleck dass den Casino 2000 do ass, soss wier et awer definitiv tote Hose!
    Et ass primär eng Kurstaad!

  3. Fir 3 pensionei’ert Profi’en bau’en mer elo een Velodroom !

    Ma hun mer se nach all um Beemchen !
    Eis Stei’eren ginn nemmen so’u verpolfert !

    Oder soll daat d’Arena fir den Entertainement vun den Chòmeuren ginn ?

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