Nachdem der Differdinger Bürgermeister Roberto Traversini („déi gréng“) am 19. September seinen Rücktritt verkündet hat, sollen die LSAP und die DP an die CSV herangetreten sein, um eine neue Mehrheit im Gemeinderat Differdingen zu schaffen. Somit hätten die Grünen nicht nur den Bürgermeisterposten in der „Cité du fer“ verloren, nein, sie müssten zudem noch auf der Oppositionsbank Platz nehmen.

Ganz am Anfang, als die Affäre rund um das Gartenhäuschen von Roberto Traversini noch nicht im Fokus der Öffentlichkeit gestanden hätte und erst im Gemeinderat darüber diskutiert werden sollte, sollen die DP und die LSAP an die CSV herangetreten sein, um eine andere Koalition zu bilden. Das sagte jedenfalls Ali Ruckert, der Vertreter der kommunistischen Partei, dem Radiosender RTL. Der LSAP-Schöffe Fred Bertinelli hatte diese Behauptung gegenüber dem Wort als „Quatsch“ bezeichnet. Die Sozialisten hätten sich nie um eine Dreierkoalition bemüht.

So wird aller Voraussicht nach alles beim Alten bleiben. Die CSV und die Grünen werden wie gehabt die Mehrheit im Differdinger Gemeinderat stellen. Mit Christiane Brassel-Rausch werden die Grünen auch weiterhin das Bürgermeisteramt bekleiden.

Wenn Brassel-Rausch am kommenden Mittwoch in der Gemeinderatssitzung die Mehrheit der Stimmen von den anwesenden Räten erhält, dann wird sie die erste Frau an der Spitze Differdingens. Vergangene Woche haben sich bereits die lokale Sektion von „déi gréng“ und die CSV einstimmig für die Grünen-Politikerin ausgesprochen. Bei den letzten Gemeindewahlen wurde sie an fünfter Stelle gewählt.

Räumlichkeiten durchsucht

Roberto Traversini war erst als Bürgermeister zurückgetreten. Gut eine Woche später gab er bekannt, dass er auch sein Mandat als Abgeordneter niederlegt. Seine Nachfolgerin im Parlament wird die Grünen-Politikerin Semiray Ahmedova.

Genötigt zu diesen Schritt sah sich Traversini, als bekannt wurde, dass er Bauarbeiten auf seinem Grundstück in einem Natura-2000-Gebiet ohne die nötigen Baugenehmigungen durchführen ließ. Einige dieser Arbeiten wurden vom örtlichen CIGL („Centre d’initiative et de gestion local“) durchgeführt. Sie wurden jedoch nicht ordnungsgemäß verrechnet. Zudem wurden die Grundrisse von einem Gemeindedienst gezeichnet.

Traversini hatte in diesem Zusammenhang von Fehlern gesprochen. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen in diesem Fall aufgenommen. Es besteht der Verdacht auf Veruntreuung von öffentlichen Geldern, illegale Vorteilsnahme, Verschleierung und Verstoß gegen das Gesetz von kommunalen Einrichtungen. Zur Sicherung von Beweisen wurden die Räumlichkeiten der Differdinger Gemeinde, aber auch die Büros des CIGL und des Umweltministeriums durchsucht.

2 Kommentare

  1. Hannen um Enn kréie mir nach eng Staatskris hei zu Lëtzebuerg wéinst engem Gardenhäischen. ” Dee gréissten Ëmweltskandal, dee mer je haten “, sot de Wolter Mischi an hien misst ët jo bal wëssen, oder? Schilda ass näischt dergéint. Biissen a Wäiswampech nët ze vergiessen.

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