Die Qualität des Favoritenfeldes ist enorm: Vom zweifachen Sieger John Komen über seinen kenianischen Landsmann Moses Mosop oder die Challenger Joseph Munywoki, Moses Gaikaria und Endale Belachev – alle haben sie nur ein Ziel, die Heimreise mit der Siegerprämie anzutreten.

„Mit Speck fängt man Mäuse.“ Die Erklärung von Organisator Erich François ist einfach: In diesem Jahr werden 60.000 Euro an Preisgelder ausgeschüttet, aufgeteilt auf die zehn Erstplatzierten. Dies ist auch der Grund, warum es der Renndirektor Jahr für Jahr schafft, Topathleten aus aller Welt für das Event in den Abendstunden zu rekrutieren. Denn, und das ist hinlänglich bekannt, es handelt sich um eine sehr anspruchsvolle Strecke – Europa- oder gar Weltrekorde werden aufgrund der Höhenmeter nie in Luxemburg aufgestellt werden.

Schnellster Mann

In den Genuss einen geplanten Weltrekords kam allerdings einer der angemeldeten Kenianer. Moses Mosop lief den Boston-Marathon 2011 in 2:03:06 Stunden. Der Titel wurde ihm später aberkannt, da die Richter bei ihren Ausmessungen zu viel Gefälle notiert haben. Nichtsdestotrotz handelt es sich beim 33-Jährigen um den schnellsten Mann, der je in Luxemburg am Start war.

Bis 2018 war sein Landsmann John Komen der Streckenrekordhalter im Großherzogtum. (2:12:57 Stunden). 2015 und 2016 hatte er sich jeweils in die Siegerliste eintragen können. Der „Mann mit der Brille“, wie er in der Leichtathletikszene genannt wird, war bei seinem ersten Erfolg auf der Ziellinie gestürzt – weil seine Sehhilfe beim Einlauf in die Luxexpo anlief. Nach seinem zweiten Platz im Vorjahr hat er sich für die 14. Ausgabe eine Revanche vorgenommen.

Als Challenger konnten mit Joseph Munywoki (KEN), Moses Gaikaria (KEN) oder Endale Belachev (ETH) weitere Topläufer engagiert werden. Aus Luxemburger Sicht sind mit Landesmeister Philippe Gilles und Vizemeister Laurent Reichling die zwei schnellsten nationalen Herren eingeschrieben. Bei den Frauen sticht 2016-Siegerin Belaynesh Yigezu (ETH) heraus, die das Ziel damals nach 2:42:35 Stunden erreichte. Ihre Landsfrau Tigist Jabore rechnet sich ebenfalls Chancen auf den Sieg aus.

Andere Strecke

Aufgrund der etlichen Baustellen in der Hauptstadt musste die diesjährige Strecke leicht angepasst werden. Sämtliche Läufer werden bei der Coque und der Tram-Haltestelle „Universitéit“ über die Schienen geleitet. Solche Schleusen haben sich bereits bei anderen Rennen bewährt. François erklärt: „Die Läufer laufen auf die besagten Stellen zu und werden dann entweder links oder rechts herumgeleitet. In der Mitte steht die Tram.“ An der Distanz ändert diese Maßnahme nichts.

Das riesige Interesse an der Laufveranstaltung bringt das Organisatorenteam noch immer zum Träumen: „Wir werden keine großen Schritte machen, sondern alles Step by Step. Mein Ziel sind die 20.000 Teilnehmer, aber dafür lassen wir uns noch Zeit.“
Der nächste Höhepunkt steht bereits vor der Tür, die 15. Ausgabe 2020. Doch bis es so weit ist, erwartet die Hauptstadt heute erst einmal 16.000 Laufschuh-Träger.

Der Rat an alle Debütanten

Ein erster (Halb-)Marathon kann eine aufregende Angelegenheit sein. Das Tageblatt hat sich bei Renndirektor Erich François erkundigt, worauf es in den letzten Stunden vor und während des Rennens ankommt: „Zuallererst einmal: Aus dem richtigen Block starten, sonst ist man mit Läufern zusammen, die zu schnell oder zu langsam sind. Danach muss man sein eigenes Tempo halten, nicht überpacen. Es ist wichtig, sich nicht von der Euphorie mitreißen zu lassen, sondern einen Blick auf seine Uhr zu haben.“ Als letzte Vorbereitung gilt: „Ausreichend trinken, entspannt sein und am Tag zuvor ausreichend schlafen.“

Wer die Sache nicht ganz so verbissen angeht, kann zudem ein Maximum an Genuss herausholen, wie François hinzufügt: „Luxemburg ist ein Marathon für Genießer. Es ist keine Strecke wie Berlin oder Frankfurt, wo ich für die Zeit laufe, Luxemburg ist eine Genießerstrecke.“

Partystadt

Wie jedes Jahr wird sich der Stadtkern in eine riesige Partymeile verwandeln. Als klassische Hotspots haben sich der Glacis, der Knuedler, die „Gëlle Fra“ und das Petrusstal bewährt. Damit den Athleten diesmal bei Einbruch der Dunkelheit auf dem Rückweg zur Luxexpo The Box mehr Unterstützung geboten wird, sind erstmals rund um die Philharmonie und die Coque neue „Stimmungs-Locations“ vorgesehen.

Parkverbote, Tram und Straßensperrungen

Wo dürfen Autofahrer heute parken? Bis wie viel Uhr fährt die Tram auf Kirchberg und welches Stadtviertel sollten Sie am besten meiden? Das Tageblatt liefert Ihnen den Überblick.

„Sämtliche Stadtviertel bleiben am Samstag zugänglich. Ob man sich morgens zum Wochenmarkt begeben will oder nachmittags zum Einkaufen“, erklärt Patrick Goldschmidt, Umwelt- und Verkehrsschöffe der Stadt Luxemburg, gegenüber dem Tageblatt. „Wir werden wie jedes Jahr versuchen, die Verkehrsachsen erst so spät wie möglich zu sperren.“ Sobald der letzte Läufer dann passiert ist, wird die Straße noch am Abend selbst wieder für den Verkehr freigegeben.

Gegenüber 2018 sind vier weitere „points de passage“, also mittlerweile 41, vorgesehen. Diese Strecken dürfen mit dem Auto zurückgelegt werden. Je nach Verlauf des Rennens ist allerdings mit Wartezeiten zu rechnen. Wer seinen Wagen in den Straßen der Hauptstadt abstellen will, sollte vorsichtig sein und auf Halteverbotsschilder achten. Einmal entlang der Strecke stationiert, ist ein Weiterfahren während des Rennens nicht erlaubt.
P&R zu bevorzugen

Mit 100.000 Zuschauern und 16.000 Sportlern ist mit sehr viel Betrieb in der Hauptstadt zu rechnen. Der kostenlose öffentliche Transport und zwei große Parkhäuser sind zu bevorzugen: Bereits ab 12.00 Uhr (und bis 3.00 Uhr morgens) werden die „Navettes“ zwischen den P&R Bouillon und Süd in Richtung Luxexpo The Box und umgekehrt (im Viertelstundentakt) zirkulieren. 5.000 Parkplätze stehen zur Verfügung. Die Autobahnausfahrt 8 (Kirchberg) auf der A1 (der „Tréirer Autobunn“) wird übrigens ab 17.00 Uhr gesperrt sein, eine Umleitung führt über die Ausfahrt Nummer 9 (Senningerberg).
Die Tram fährt während des gesamten Rennens gratis alle Stationen zwischen der Luxexpo und der „Rout Bréck“ an. Die Sportler werden erstmals über eine Tram-Schleuse geführt. Ab 17.45 Uhr wird der Verkehr zwischen der „Stäreplaz“ und der „Rout Bréck“ unterbrochen.

Einen Überblick über die angepassten Strecken der hauptstädtischen Busse finden Sie auf der Internetseite oder in der App der Mobilitätszentrale. Ab 19.00 Uhr wird unter anderem die Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Zentrum unterbrochen. Infos zur Verkehrslage gibt es auch auf www.ing-night-marathon.lu. Eine Hotline ist bis in die Abendstunden über die Telefonnummer 47 96 38 46 erreichbar.

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here