Der CSV-Politiker Luc Frieden könnte der nächste Präsident der luxemburgischen Handelskammer werden. Das schreibt die Wochenzeitung Lëtzebuerger Land am Freitag unter Berufung auf Patronatskreise. 

Der ehemalige Finanzminister Luc Frieden (CSV) hat wohl bereits seinen nächsten Posten im Blick. Laut der Wochenzeitung Lëtzebuerger Land gilt er als Kandidat für die Präsidentschaft der luxemburgischen Handelskammer. Michel Wurth, der diesen Posten seit 15 Jahren innehat, meinte im vergangenen Sommer, dass die diesjährigen Sozialwahlen im März eine Gelegenheit für eine Erneuerung innerhalb des Verbandes sei.

Die Handelskammer vertritt die luxemburgische Handelswelt. Sie schreibt Gutachten zu Gesetzesentwürfen, fördert den Handel, führt Informationskampagnen durch und begleitet die Handelsbeziehungen zum Ausland. Sie wurde 1841, kurz nach der Luxemburger Unabhängigkeit, ins Leben gerufen. Sie gilt als wichtiger politischer Akteur und als einer der mächtigsten Verbände Luxemburgs.

Der legislative Arm der Handelskammer ist die Plenarversammlung, in der 25 Vertreter aus sechs Berufsgruppen die Richtung bestimmen. Frieden soll laut Lëtzebuerger Land demnächst einer der fünf Vertreter der Bankengruppe werden. Die Plenarversammlung bestimmt wiederum, wer Präsident der Handelskammer wird. Lëtzebuerger Land zufolge wollten weder Wurth noch Frieden den Sachverhalt kommentieren.

Misslungene Rückkehr in die Politik

Luc Frieden war bis 2013 Finanzminister. Als die CSV die vorgezogenen Wahlen verlor, trat er nicht in die Opposition, sondern verabschiedete sich nach London, wo er für die Deutsche Bank tätig war. 2016 kam er nach Luxemburg zurück und wurde Präsident des Verwaltungsrates der BIL, Partner bei der Anwaltskanzlei Elvinger Hoss und Präsident des Verwaltungsrats der Mediengruppe St. Paul, Herausgeber des Luxemburger Wort.

Frieden trat bei den Parlamentswahlen 2018 nicht als Kandidat an. Laut Medienberichten hatte er vor, im Falle eines CSV-Sieges und eines Eintrittes seiner Partei in die Regierung, EU-Kommissar in Brüssel zu werden. Als CSV-Präsident Marc Spautz nach der Wahlniederlage seinen Rücktritt verkündete, wurde er kurzzeitig auch als dessen Nachfolger gehandelt, bis er erklärte, dass er nicht kandidieren werde.

Laut Lëtzebuerger Land ist noch unklar, wie die Regierung im Fall eines Luc Frieden an der Spitze der Handelskammer reagieren wird, da mit ihm ein hochkarätiger Politiker der größten Oppositionspartei ans Ruder der Kammer käme.

20 Kommentare

  1. Erinnern wir uns noch!? “Moral hat mit Wirtschaft nichts zu tun.” (Würth)
    Und um die Ethik oder die Gewissensfrage,ob ein ehemaliger Spitzenpolitiker nach seiner Amtszeit lukrative Posten übernehmen darf ,die auch noch einen großen sozialen Impakt haben können,(Arbeitgeberpräsident mit Einblick ins politische Know-How),brauchen wir uns keine Gedanken zu machen.Es ist der normale Hergang in der Politik. EU-Kommissar,Vorstandsposten bei Banken oder Industrie,usw. Eine Steigerung ist immer möglich.
    Da wäre CSV-Präsident doch ein klarer Rückschritt.

  2. Sieht wohl so aus, dass die Presse ihm jeden hochkarätigen Job andichtet, der garade frei wird … Oder kontaktiert Luc Frieden die Presse jedes Mal, wenn er den Job wechseln will?

  3. Haha, und so einer ist Mitglied einer Partei, die sich an christliche Werte halten soll und sich auch noch als sozial betitelt. Da lachen ja die Hühner!

  4. “Hochkarätiger Politiker” vum chrëschtlech-wirtschaftsliberalen Aarm vun der CSV wann ee sech säi Parcours ukuckt. De Friedrich Merz, eng Nummer méi kleng. Net terribel beléift beim Vollek. Do ass e Comeback schwiereg.

  5. Damit wäre das Problem Frieden gelöst. Endlich hat man einen lukrativen Posten für den Mann gefunden, so dass er nicht riskiert zu einem Sozialfall zu werden.

  6. Onméiglech den Typ. Hien krit Täschen net voll genug. Bei denen allermeeschten Lëtzebuerger as en ennen duerch.
    Dat stéiert hien keen Fascht. Een Dag wellt en secher och nach Beschof gin.

    • Bréngt net vill. Wéi Thelen a Co. déi leschte Kéier haart nogeduecht hunn, datt den Index jo misst verschwannen, krute se vum Bettel (ëmmerhinn DP…) gesot, datt se déi Iddi am beschte vergiesse sollen.

  7. Christlich und sozial durch und durch vertritt er jetzt die Belange des kleinen Volkes bei den ‘Dicken’, den Arbeitgebern, wie es sich für einen Volksparteiler gehört. Schön, fast wie im Märchen, eine schöne Geschichte. Die csv hat eine Mission entdeckt.

  8. Et ass krankhaft wie den Här Frieden ëmmer erëm versicht an d‘Effentlechkeet ze kommen.

    Seng Partei an hien hu versoot, et muss een och wëssen a verstoen wann et eriwwer ass!

  9. Loose mer emol ganz éierlëch sin.Wéen vun ons géif esou e Posten nët unhuelen ,wann een en ugebueden kritt.Dofir loose mer elo hei net esou hypokritesch sin an iwert aneren hier faalen.

    • An dobäi ass et e ganz einfachen Job: Et brauch ee just wéi de Würth et gemeet huet, nemmen einfach all puer Deeg an irgendengem Medium ze jéimeren, wéi schlecht et dach dem Patronat an de Banke geet, an datt déi béis Salariéen vill zevill verdingen.

    • Dass er immer noch ein CSV-Mensch ist, der jetzt einen Posten übernehmen könnte, indem es darum geht sowohl das C als auch das S in CSV bei jedem Auftritt in den Medien in den Staub zu treten mit Forderungen nach tieferen Gehältern und weniger strikten Arbeitszeitregulierungen (aka “Flexibilisierung”).

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