Dort, wo früher die Bewohner des Viertels ihre tagtäglichen Besorgungen gemacht haben, werden in Zukunft Doktoranden und Forscher ein neues Zuhause finden. Aus der ehemaligen „Epicerie Petit“ wurde innerhalb von zwei Jahren ein Wohnheim mit neun Einzelzimmern.

„Genau wie früher die ‚Epicerie‘ im Dienst des Viertels stand, werden die späteren Bewohner des Hauses die Gesellschaft nach vorne bringen“, sagte Bürgermeister Dan Biancalana (LSAP) bei der offiziellen Einweihung am Mittwoch, bei der auch Wohnungsbauminister Henri Kox („déi gréng“) zugegen war. Das in der Parkstraße 64 gelegene Haus befindet sich in der Nähe des Sportzentrums René Hartmann wie auch des Stadtzentrums und des Bahnhofs.

Die Zimmer haben eine Größe zwischen 20 und 24 Quadratmetern mit jeweils einem eigenen Bad. Die Gemeinschaftsküche und der Aufenthaltsraum befinden sich im Erdgeschoss. Laut Architekt Jim Clemes sollen die Bewohner des Hauses abends Zeit miteinander verbringen und sich wie zu Hause fühlen. Eine Terrasse mit Garten steht ebenfalls zur Verfügung.

Zusammenarbeit mit Uni verstärkt

Für den Rektor der Uni.lu, Stéphane Pallage, war die Einweihung ein großer Moment: „Jeder kann sich noch an den Zeitpunkt erinnern, als er das erste Mal seine Studentenwohnung betreten hat. Das ist ein besonderer Augenblick.“ Für so manchen seien die Studienjahre mit die schönsten im Leben, fuhr Pallage fort. Dieses Haus sei ein sehr schönes Geschenk für die Studenten.

Mit der Einweihung des Wohnheims werde, neben der Schaffung von erschwinglichem Wohnraum, die Zusammenarbeit zwischen der Universität und der Stadt Düdelingen noch vertieft. Die Universität stehe nicht nur im Dienst des Landes, sondern auch der einzelnen Städte.

Ministerium übernimmt 70 Prozent der Kosten

Bereits im September 2014 wurde das Studentenwohnheim mit 14 Zimmern in der avenue Grande-Duchesse Charlotte eröffnet. Im Juli 2018 erfolgte die Unterschrift einer Konvention zwischen Düdelingen und der Universität, die zum einen eine Vertiefung der bereits bestehenden Zusammenarbeit vorsieht und zum anderen neue Wege der Kooperation erschließen soll.

Dieses Projekt wurde auch in Zusammenarbeit mit dem Wohnungsbauministerium durchgeführt. Das Ministerium hat 70 Prozent des Kaufpreises und der Arbeiten übernommen. Der Kaufpreis belief sich vor einigen Jahren auf 520.000 Euro und die Kosten der Umbauarbeiten liegen bei 1.650.000 Euro. Die Verwaltung der „Maison des chercheurs“ übernimmt die Universität, die das Gebäude anmietet.

Angebot an Mietwohnungen soll ausgebaut werden

Wohnungsbauminister Henri Kox ging auf den Mangel an erschwinglichem Wohnraum ein. Dieses Problem ziehe sich mittlerweile bis in die Mitte der Gesellschaft, so Kox. Hier müsse eine Lösung gefunden werden. „Wohnraum muss von der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellt werden und auch in dieser bleiben.“ Gesetze und Reglements müssten in diesem Sinne ausgelegt werden. Noch wichtiger sei es, das Angebot an Mietwohnungen auszubauen. Die Beziehung zwischen den Gemeinden und dem Staat müssten neu und gut aufgestellt werden.

Weiter ging der Minister darauf ein, dass die Stadtzentren aufgewertet werden müssen und der öffentliche Raum für diejenigen zugänglich werden muss, die dort leben. „Es soll nicht am Geld scheitern, doch es muss sinnvoll und anhand von klaren Kriterien eingesetzt werden“, so Kox abschließend.

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here