Luxemburgs Gesundheitssystem ist, gemessen am BIP, eines der billigsten unter allen OECD-Ländern. Das geht aus Zahlen der OECD hervor, die das World Economic Forum (WEF) aufgearbeitet hat.

Staatliche und private Gesundheitsausgaben machten demnach im Jahr 2016 in Luxemburg 6,3 Prozent des BIP aus. Der OECD-Durchschnitt lag bei 9 Prozent. Am teuersten war das Gesundheitssystem in den USA. Dort lagen diese Ausgaben bei 17 Prozent, gefolgt von der Schweiz mit 12,4 Prozent. Am wenigsten gaben Staat und Privatpersonen in Indonesien für das Gesundheitssystem aus (2,8 Prozent). Bei den Nachbarländern waren es: Belgien 10,4 Prozent, Deutschland 11,3 Prozent, Frankreich 11 Prozent.

Pro-Kopf-Ausgaben

Die OECD macht darauf aufmerksam, dass in Ländern wie Luxemburg und Irland (also Länder mit einem großen Finanzsektor) ein gewichtiger Teil der Gewinne exportiert wird und nicht für den nationalen Konsum zur Verfügung steht. Betrachtet man die Kosten des Gesundheitssystems pro Kopf und setzt sie nicht in Relation zur Wirtschaftsleistung des Landes, ergibt sich ein anderes Bild.

Die Menschen in Luxemburg gaben 2016 pro Kopf 7.463 USD (kaufkraftparitätisch) aus. Die einzigen Länder, die pro Kopf mehr für das Gesundheitswesen aufbrachten, waren die Vereinigten Staaten von Amerika und die Schweiz. Aus den OECD-Dokumenten geht jedoch nicht hervor, wie mit dem Phänomen der Grenzgänger verfahren worden ist. Die vielen „Frontaliers“ sind in Luxemburg zwar krankenversichert, gehören aber nicht zur Population, was zu Verzerrungen bei allen Pro-Kopf-Berechnungen führen kann.

OECD und WEF weisen auf den hohen Zusammenhang zwischen Ausgaben für das Gesundheitssystem und die Lebenserwartung hin. Allerdings: je mehr ein Land für die Gesundheit ausgibt, je kleiner wird der Effekt. Indien, die Türkei, Korea und China erreichten so durch Mehrausgaben in den letzten 20 Jahren einen Sprung in der Lebenserwartung, während sich in Ländern, die bereits ein Gesundheitswesen auf hohem Niveau betreiben, sich wenig getan hat. 2015 lag die Lebenserwartung in Luxemburg bei der Geburt bei 82,4 Jahren, 1970 bei knapp unter 70 Jahren.

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