Die Fußballnationalauswahl hat große Ziele. Eines davon ist der Gruppensieg in der Nations League. Dafür werden nun (urplötzlich) neue Wege eingeschlagen. So ließ Nationaltrainer Luc Holtz am Montag unter anderem mitteilen, dass es eine Interviewsperre für die Spieler gibt und alle Trainingseinheiten unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

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Es hatte etwas von einem lustigen Theaterstück, als gestern kurz vor 14.00 Uhr die Armee mit einer Schar an großen Panzerwagen in der Nähe des Sporthotel in Lipperscheid auftauchte. Zwar werden die Nationalspieler in den kommenden Stunden nicht rund um die Uhr bewacht, doch wird der Kontakt zur Außenwelt im beschaulichen Dorf im Ösling auf ein Minimum begrenzt – zumindest was die Presseorgane betrifft.

Drei Tage sollen sich die 24 Nationalspieler ab heute noch voll und ganz auf ihr alles entscheidendes Heimspiel gegen Weißrussland vorbereiten können. Die Journalisten wurden Montag Morgen (zu spät) per E-Mail aufgefordert, das Hotelgelände zu meiden. Zudem erklärte die FLF, dass es abgesehen von der Pressekonferenz am morgigen Mittwoch auch keine Möglichkeit mehr gebe, Einzelgespräche mit den Sportlern zu führen, wie es sonst üblich war. Man greift in der extremen Situation also zu ungewohnten Methoden.

Es ist nicht neu, dass sich der Nationaltrainer nicht in die Karten schauen lassen will. Immerhin steht ein Halbfinale der Nations League auf dem Spiel und man will dem schärfsten Konkurrenten die Informationen über Taktik und Verletzungssorgen nicht auf dem Präsentierteller liefern. In der laufenden Kampagne gab es – verständlicherweise – bereits mehrere Trainingseinheiten „à huis clos“. Üblicherweise werden dort gerne Standardsituationen einstudiert. Diesmal sollen gar keine Informationen an die Öffentlichkeit dringen – so lautet jedenfalls der Plan des 49-jährigen Coachs.

Andererseits ist es allerdings in diesem Fall unmöglich, zu erfahren, was den Akteuren gerade in diesen außergewöhnlichen Tagen durch den Kopf geht (immerhin ist es für alle Neuland …). Die Vorberichterstattung jedenfalls wird unter dieser Entscheidung leiden. Eine Tatsache, dessen Schuld der Trainer wohl gerne auf sich nimmt, sollte am Donnerstagabend feststehen, dass die Reise nach Chisinau bereits als Vorbereitung auf das Halbfinale dienen wird.


Zuversicht

Angeschlagen reisten Vincent Thill (Schlag auf den Fuß) und David Turpel (Nackenprobleme nach einem Zweikampf am Sonntag) ins Trainingslager. Wie der Verband per E-Mail mitteilte, sei der medizinische Stab zuversichtlich, am Donnerstag auf beide Spieler zurückgreifen zu können, die bereits am Nachmittag an der Trainingseinheit teilgenommen hatten. Ausgeschlossen ist dagegen ein Einsatz von Mario Mutsch, der weiter an einer Wadenverletzung laboriert.


 

1 Kommentar

  1. Mit Verlaub Herr Nationaltrainer und FLF ,aber habt ihr noch alle Tassen im Tor. Der Presse würde ich raten diese Möchtegerne in Zukunft einfach zu ignorieren in jeder Hinsicht denn diese sind nur so wichtig wie in der Presse über sie berichtet wird .

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