Die Grünen wollen Kultur für ein breiteres Publikum zugänglich machen und dafür sorgen, dass Künstler nicht am Hungertuch nagen.

“Ich bin ein wenig überrascht, dass verschiedene Leute in Zeiten von Klimawandel und Wohnungsnot in Luxemburg keine anderen Probleme haben als die Größe der Buchstaben oder Stellung der einen oder anderen Sprache auf Ortsschildern. Das überrascht mich. Kultur schreibt sich für mich in der Mehrzahl – Kulturen! Wir haben eine Vergangenheit, Reichtum und – so glaube ich – eine Zukunft, die darin liegt, dass wir verschiedene Kulturen miteinander verbinden können. Wir machen das seit über 2.000 Jahren, seit den Römern und Germanen. Darin liegt unsere Zukunft und unser Zusammenhalt, wenn wir die Kulturen verbinden und gemeinsame Werte herausarbeiten können.” Das antwortete Christian Kmiotek auf die Frage, was die Grünen davon halten, dass der Koalitionspartner DP Kultur mit dem Begriff der Identität verbindet und ein Luxemburg-Haus fordert.

Schlechte Bilanz für die letzten Jahre

Die Spitzenkandidaten von “déi gréng”, Christian Kmiotek und Sam Tanson, stellten am gestrigen Donnerstag einen weiteren Teil ihres Wahlprogrammes im Detail vor: die Überlegungen der Grünen zur Kultur. Der Politik der letzten Jahre und damit sich selbst, auch wenn Sam Tanson betont, dass sie erst kürzlich ins Parlament gewechselt ist, stellen die Grünen kein gutes Zeugnis aus. Dies, so “déi gréng”, trotz des vielzähligen und hochrangigen Personals – Maggy Nagel (DP) war als Kulturministerin zurückgetreten und Staatssekretär Guy Arendt und der Premier Xavier Bettel hatten sich des Ressorts angenommen. Kultur sei das Stiefkind der Politik gewesen, sagt Christian Kmiotek. Die Grünen bedauern unter anderem, dass es weiterhin kein Denkmalschutzgesetz gibt.

Mit dem neuen Kulturentwicklungsplan, das betont Sam Tanson mehrfach, sei sie glücklich. Es sei eine weitverbreitete Meinung, dass Kunstschaffende leiden müssen, um Kunst machen zu können. Damit tue sie sich schwer, so Parlamentarierin Sam Tanson, die sich dafür einsetzen will, dass Künstler ihrem Werk, ohne zu verhungern, nachgehen können.
Konkret fordern “déi gréng” etwa eine Vereinheitlichung der Mindeststandards bei Arbeits- und Werkverträgen, die Einführung einer reduzierten Mehrwertsteuer auf künstlerische Darbietungen und die Berücksichtigung der Vorbereitungs- und Fortbildungszeiten bei der Berechnung der geleisteten Arbeitsstunden.

Die Grünen setzen sich außerdem für die Gründung eines – in den letzten Wochen und Monaten stark diskutierten – “Luxembourg Art Council” ein, einem Rat, der im Ausland für die Luxemburger Kultur werben soll, um den Kulturschaffenden einen neuen Markt zu eröffnen. Etwas ähnliches existiert mit “music:LX” bereits für die Luxemburger Musikbranche. Der neue Rat aber soll alle Kunstsparten vertreten.

Vielen bleibt Kunst unverständlich

Die Partei stellt darüber hinaus die Frage, wie es sein kann, dass trotz des breiten Angebots viele Menschen behaupten, innovative Kunst vielfach nicht zu verstehen, und das Publikum vor allem auf den Mainstream zurückgreift.

Erstens will die grüne Partei “Initiativen von unten” stärker fördern und nicht-professionelle Künstler vermehrt unterstützen. Zweitens will sie den Zugang der Kultur für alle Kinder in Schulen und Betreuungseinrichtungen verbessern. Um mehr Menschen Zugang zur Kultur zu ermöglichen, will die Partei zudem den Musikunterricht in den Gemeinden koordinieren und etwa die heute sehr unterschiedlichen Tarife vereinheitlichen.

Auf die Frage, warum die Grünen die Förderung der Kultur als eine öffentliche Aufgabe ansehen, meinte Christian Kmiotek, die Kunst dürfe nicht von Mäzenen abhängig sein. Diese förderten oft nur Kunst, die “genehm” ist. Viele Künstler kämen so nicht in den Genuss eines privaten Unterstützers.

1 Kommentar

  1. “…den Zugang der Kultur für alle Kinder in Schulen und Betreuungseinrichtungen verbessern….” wollen denn unsere Grünspechte dass Künstler wie Frau de Robertis in die Schulen gehen sollen…?um was zu tun…? sic…

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