85.251 Entbindungen verzeichnete die staatliche Krankenkasse CNS in den zehn Jahren von 2006 bis 2015. In diesem Zeitraum veränderte sich die Höhe und die Zusammensetzung der Leistungen, die die CNS in diesem Kontext übernommen hat.

Kleidung, Windeln, Nahrung. Arztbesuche, Laboruntersuchungen, Hebamme – eine Geburt ist ein geldintensives Unterfangen. Einen großen Teil der finanziellen Last trägt die staatliche Krankenkasse CNS. Wie viel Geld die CNS in Verbindung mit Schwangerschaften und Geburten ausgibt, verdeutlicht eine neue Studie, die die CNS angefertigt hat. Darin vergleicht sie die diesbezüglichen Ausgaben in den Jahren 2006 bis 2015. Grund für die Studie ist eine Änderung in der Methode der CNS, mit der entschieden wird, welche Leistungen akzeptiert werden. Die CNS will mit der Studie überprüfen, wie sich die Veränderung auf ihren Kassenstand ausgewirkt hat.

85.251 Entbindungen in zehn Jahren

In den untersuchten Jahren wurden in Luxemburg 58.727 Entbindungen gezählt – dabei handelt es sich um die Zahl der Entbindungen, die die CNS betrafen. Die Krankenkasse zählte weitere 26.524 Entbindungen im Ausland, bei denen bei der CNS-Versicherte betroffen waren. Insgesamt zählte die staatliche Krankenkasse unter ihren Versicherten in den Jahren 2006 bis 2015 also 85.251 Entbindungen. Diese Schwangerschaften und Entbindungen kosten die CNS eine Menge Geld. Zum einen bezahlt sie Sachleistungen wie ärztliche Untersuchungen, Aufenthalte in Krankenhäusern oder auch Hebammen. Zum anderen zählen dazu Geldleistungen wie das Mutterschaftsgeld.

Im Jahr 2015 kamen diese Sachleistungen und Geldzahlungen die Krankenkasse z.B. mit 179 Millionen Euro zu stehen. Der Studie zufolge wurden rund zwei Drittel (118 Millionen Euro) bar ausgezahlt und rund ein Drittel in Form von Sachleistungen – bei 6.315 Geburten im In- und 2.699 im Ausland. Im Jahr 2006 waren es noch 121 Millionen Euro insgesamt. Davon 75 Millionen Geldzahlungen und 46 Millionen Sachleistungen – bei 5.407 Geburten im In- und 2.443 im Ausland.

Mehr, aber auch zielgerichteter

„Die neue Definition der Kosten einer Mutterschaft wurde mit der Absicht eingeführt, so erschöpfend wie möglich alles zu berücksichtigen, was zur Mutterschaft gehört, aber gleichzeitig ausschließlich, was zu Mutterschaft gehört“, so die CNS. Die Untersuchung zeige, dass die neue Definition viel mehr Sachleistungen abdecke als jene, die vor 2011 in Kraft war. Wendet man – zum Vergleich – die heutige Methode auf die Jahre davor an, hätte die CNS mehr Geld ausgeben müssen.

„Der Durchschnittswert der Sachleistungen in Luxemburg für einheimische Frauen zulasten der CNS stieg zwischen 2006 und 2015 um 22 Prozent. Dagegen erhöhte sich die Zahl der Entbindungen in dem beobachteten Zeitraum um 17 Prozent“, so die CNS weiter.
Dieser Durchschnittswert bei den Sachleistungen lag 2015 laut Angaben der CNS bei 7.870 Euro pro Frau.


Spätes Mutterglück

Frauen bekommen in Luxemburg ihr erstes Kind mit durchschnittlich 30,5 Jahren. Damit gehören sie zu den ältesten in der Europäischen Union. Lediglich in Spanien sind die frisch gebackenen Mütter noch älter (30,8).

Das geht aus Zahlenreihen des Europäischen Statistikamtes Eurostat hervor. Im Schnitt waren die Mütter in der EU bei der Geburt ihres ersten Kindes 29 Jahre alt. Die jüngsten Mütter kamen aus Bulgarien (26,0), gefolgt von Rumänien (26,4), Lettland (26,8), der Slowakei (27,0), Polen (27,2) und Litauen (27,3).

Luxemburg hat zudem einen sehr niedrigen Anteil an Frauen, die bei der Geburt ihres ersten Kindes jünger als 20 sind (2,2 Prozent).

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