124 Jahre ist es her, dass der letzte Wolf in Luxemburg gesehen wurde. Und jetzt ist er zurück. Wie die Regierung am Freitag mitgeteilt hat, war es tatsächlich ein Wolf, der im Juli bei Garnich acht Schafe gerissen hat. Den endgültigen Nachweis hat eine DNA-Analyse gebracht. Die Proben dafür wurden aus den Wunden der toten Schafe entnommen und im Senckenberg-Institut in Deutschland untersucht. Das Speziallabor erklärt: In den Bisswunden war der Speichel eines Wolfs.

Dass dieser Nachweis überhaupt gelungen ist, war großes Glück. “Die DNA war von der Qualität her sehr schlecht”, erklärt Laurent Schley von der Naturverwaltung. Denn als der Wolfsspeichel von den Schafsüberresten entnommen wurde, war die Attacke mindestens zwei Tage her. “Um bei der Analyse klare Resultate zu bekommen, dürfen die Proben normalerweise nicht älter als 24 Stunden sein”, sagt Schley.

Der Luxemburger Wolf kommt aus den Alpen

Deshalb konnten die Biologen auch nicht sagen, ob es sich um ein männliches oder weibliches Tier handelt. Wohl aber, woher der Luxemburger Wolf stammt: aus den Alpen. Tiere aus dieser Population wurden bereits in den Vogesen und auch in Rheinland-Pfalz nachgewiesen. “Mit zwei Jahren werden weibliche wie männliche Wölfe von ihrem Rudel verstoßen”, erklärt Laurent Schley. Dann würden sie sich zwangsläufig auf Wanderschaft begeben, um ein neues Revier und einen Partner zu finden – und um ein neues Rudel zu gründen. “Dabei legen sie bis zu 1.500 Kilometer zurück”, sagt Schley. Der Biologe nimmt an, dass der Wolf von Garnich ein solcher Einzelgänger ist, der auf der Suche nach einer besseren Hälfte durch die Region streift.

Aus diesem Grund ist es auch unklar, ob das Tier überhaupt noch in Luxemburg ist. Immerhin: “Ausgeschlossen ist es nicht”, sagt Schley. Denn dass nach dem Schafszwischenfall keine weiteren Spuren entdeckt wurden, heißt nicht, dass der Wolf weg ist. Die Raubtiere verhalten sich größtenteils unauffällig, schnappen sich höchstens ab und an ein Wildtier. Ein Massaker wie in Garnich sei äußerst selten, meint Schley. “Wir nehmen an, dass der Wolf nur ein Schaf reißen wollte, aber die anderen Tiere dann in der umzäunten Koppel in Panik umhergelaufen sind.” Und das habe dann den Jagdinstinkt des Raubtiers angefeuert.

Platz satt in Luxemburg

Platz genug wäre in Luxemburg für mehrere Wolfsrudel – sogar im dicht besiedelten Süden. Zwar kann ein Wolfsrevier bis zu 300 Quadratkilometer groß sein, “das heißt aber nicht, dass darin nicht auch Menschen, Straßen und Dörfer sein dürfen”, sagt Schley. “Aus Wolfssicht ist der Lebensraum in Luxemburg durchaus geeignet.”

Viele Menschen hätten die Vorstellung, dass Wölfe große, zusammenhängende Wälder bräuchten. “Aber die Tiere sind viel flexibler, als man meint”, erklärt Schley. Selbst in den Agrargebieten Nordspaniens lebten einige Rudel. Sie ernähren sich von Kleintieren, die auf den Feldern umherlaufen. Lediglich das dichte Straßennetz in Luxemburg könnte ein Problem für die Raubtiere sein, meint Schley. “Das Risiko, dass Tiere überfahren werden, ist erhöht.”

Extra: Ist der Luxemburger Wolf gefährlich für Menschen?

Nein, sagt Laurent Schley von der Luxemburger Naturverwaltung. Begegnungen zwischen Menschen und Wölfen seien äußerst selten. Und wie soll man reagieren, wenn das Tier trotzdem auf einmal vor einem steht? “Den Moment genießen”, sagt Schley. “Denn das wird so schnell nicht noch einmal passieren.”

Die meisten Wölfe laufen vor Menschen einfach weg. “Neugierige Tiere mustern Menschen vielleicht erst einmal”, sagt Schley. Ganz selten zieht sich ein Wolf danach nicht zurück. Dann heißt es: Ruhe bewahren, laut reden und sich langsam zurückziehen. “Auf keinen Fall sollte man weglaufen – das könnte den Jagdinstinkt des Wolfs wecken”, sagt Schley.

Dass ein Mensch von einem Wolf verletzt würde, sei zwar nicht auszuschließen, aber äußerst unwahrscheinlich, beruhigt Schley. “In Deutschland gibt es seit 20 Jahren Wölfe, mittlerweile 500 Exemplare. In Frankreich sind es 400 Tiere. Und in beiden Ländern gab es nicht einen Vorfall.” Attacken, die vor langer Zeit geschehen seien, konnten meistens auf Wildtollwut-Erkrankungen zurückgeführt werden. “Und die ist in Mitteleuropa seit 20 Jahren ausgerottet.”

13 Kommentare

  1. Und nicht vergessen. Wir haben den Wolf domestiziert. Heute heißt er ” Hund” und wir können stolz sein auf das was wir mit ihm gemacht haben. Jetzt taucht die Urform wieder auf und wir machen uns in die Hosen. Aber so sind wir Menschen halt. Was keinen baren Nutzen bringt ist ” Ungeziefer” und gehört ausgerottet.
    Homo Demens halt.

    • Wie oft hat denn unser “domestizierter Wolf”, HUND genannt, kräftig und ohne Anlass zugebissen? Ich habe von einigen verunstalteten Gesichtern und mindestens einem getöteten Kind bereits in den Medien gelesen. Frei herumlaufende, vom Wolf abstammende Haustiere haben sowohl bereits Menschen angefallen und Schafe sowie Artgenossen ‘gerissen’.
      In diesem Fall hatten/haben wir es mit einem nicht domestizierten Wolf zu tun. Auf Partner- und neuem Revier-Suche umherstreifende Wölfe/innen sind höchstens an Nahrung interessiert, kaum an Menschen. Anders ist es bei einem Rudel und auch bei einer Wölfin, die ihre Nachkommen umsorgt.
      Bevor wir derartige Sichtungern haben warden, dauert es noch einige Jahre. Dann haben wir dieselben Probleme wie die norddeutschen Länder. Und dieselben Lösungen für die “Ausnahmewölfe”.

      • Die Kinderlein holen ihre Pistolen hervor und schiessen den armen Wolf mausetot. Moral von der Geschichte: Man kann eben heutzutage auch 3jährigen Kinderlein nicht mehr trauen. (frei nach James Thurber (1894-1961) )

  2. Wann dat doten nach 2-3x virkömmt dan geet keen méi an den Bösch joggen. Hei gött ömmer vun “Artspezifeschem Verhalen” geschwaat. Dat hescht den Wollef flücht virum Mönsch! Réih déi och virun Mönschen flüchten können ganz schéin agressiv gin wann en Mönsch während der Blattzeit an d’Revéier vun engem Réihbock kömmt. Den flücht dann nött ömmer mee den kann och versichen iech mat sengem Geweih ze forkelen wann seng männlech Hormoner mat him duerch gin. Bei den Wöllschwein kann eng Sau mat Fierkelen extrem ongemütlech gin wann dier onverhofft töschent hier kleng gestreiften Fierkelen an der Mam gerot. Och Wöllschwein an Réih flüchten normalerweis virun den Mönschen! Schued dat een hei keng Biller vun esou Verletzungen kann anstellen! Mee wat den Wollef unbelangt, allerguechten déi hei deck téinen vir den Wollef, dat sin meeschtens Mönschen déi sech d’Natur am Fernseh unkucken mee déi déi effektiv an d’Natur gin, déi do spazéieren, Joggen oder mat hiren Kanner frösch Loft schnapen gin, sin bestömmt nött frouh ze wössen dat sie elo hier Freizeit mat den Wöllef deelen muss! Do bleiwen der dann vill Doheem wäll sie sech nött méi an d’Natur trauen! D’Rethorik vun der Naturverwaltung schützt mech nött wann mir awer äppes passéiert am zesummenhang mat Wöllef! An desem Artikel gött jo behaapt dat et nött üblech ass dat Wöllef Notzdéieren ungreift! Mee grad den Géigendeel ass den Fall! Desen Wollef den an eng Schofsperch angebrach ass, huet elo geléiert dat Schof gudd schmachen, sech nött wieren an dat déi an der Perch nött fortlafen können! Den Wollef misst jo blöd sin wann den nach Wöllschwein geng nohlafen mat gehéireger Verletzungsgefoer wäll d’Sei sech wieren wann en ganz einfach eng dozen Schof an enger Perch kann erwöschen wäll déi nött fortlafen können an sech souwiesou nött wieren!

    • Vleicht soll Dir Iech och emol e bëssen un d’Fakten haalen, anstatt déi aal Séchen ze erzielen!
      De Wollef ass elo zanter méi wéi 20 Joer nés an Deitschland, a Frankreich asw. usässeg. Et ass ké (!) Fall bekannt, wou Mënschen doduerch a Gefoor komm sin! Wann Dir evtl. eppes méi wësst, da schreiwt dat hei mat der Quelle w.e.gl.!. Da maacht dach emol e link op déi Biller vun de Verletzungen!
      Dir hutt awer recht, wann dir schreiwt, dat eng Wëllsau ongemittlech ka gin, wann én tescht si an hir Fierkele geréit. Dat ass jo awer natiirlech, dat d’Sau hir Fierkele verteidegt. Hut Dir dann awer 1Beispill, wou an de leschte Joeren, dobei engem eppes passéiert ass? Wann Dir awer normal duerch de Bësch gitt, dann huet d’Sau sech mat de Fierkelen längsten verdreckt, Ier Dir och nëmmen eng Chance hat fir eppes dervu matzekréien. Wéini ass dann déi leschte Kéier e Mënsch vun engem agressive Réibock verletzt gin? Et wier wirklech interessant fir ze wëssen, wéini Dir Iech viru wëlle Séi an agressiven Réibeck huet missen aus dem Bësch retten.

  3. Doku am deitschen TV. Zitat:
    Der Wolf oder Wölfe haben letzte Nacht wieder ein Schaaf gerissen.
    Dorops hin äntwert een aalen Mann: Was soll er denn sonst tun? Spargel pflücken ?

  4. Rotkäppchen und der böse Wolf, die Großmutter, der Jäger usw…also werden wir jetzt in Natura alles das erleben können was man uns als brave Kinder so erzählt hat..

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