Dank großzügiger Studienbeihilfen und -kredite ist es jungen Luxemburgern möglich, nahezu jedem Studienwunsch nachzugehen. Die neuesten Zahlen zeigen, dass Universitäten in Deutschland weiterhin klar im Trend liegen.

Für Marc Hansen (DP) gibt es wohl schlimmere Termine als die Präsentation der neuesten Zahlen der Studienbeihilfen. Seit er 2015 das Ministeramt für Hochschule und Forschung übernommen hat, steigen die Zahlen kontinuierlich – die Aufregung um das “Dossier” hat sich gelöst. Das war jedoch nicht immer so.

Lange Zeit waren Studienbeihilfen ein Thema, das eher als heiße Kartoffel behandelt wurde. 2009 reformierte der damalige CSV-Hochschulminister François Biltgen Studienbeihilfen und Kindergeld und musste viel Kritik einstecken. Die Einführung der Residenzklausel brachte ihm sogar eine Klage beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) ein. 2013 erklärte der EuGH dann gar, dass das Gesetz von Biltgen (mittlerweile selbst Richter am EuGH) nicht vereinbar mit EU-Recht sei.

Und so musste Anfang 2014 der neue Hochschulminister Claude Meisch (DP) das Gesetz neu regeln. Sein Vorschlag im Geist der Sparmaßnahmen des “Zukunftspak” geriet jedoch zum Fiasko: Die Studentenorganisation UNEL konnte für einen Streik etwa 15.000 Studenten mobilisieren. Doch die Zeiten der Sparpolitik sind im Wahljahr 2018 längst vorbei – auch bei den Studienbeihilfen.

Anstieg von Studienbeihilfen

Rund 31.000 Studierende beantragten im vergangenen Jahr Studienbeihilfen – davon etwa 60 Prozent Ansässige und 40 Prozent Nichtansässige. Rund 90 Prozent wurden bewilligt. Während man 2015/2016 noch rund 96 Millionen Euro aufbrachte, belaufen sich die aktuellen Zahlen der Studienbeihilfen auf 117,4 Millionen Euro. Auch bei den Studienkrediten lässt sich ein Wachstum feststellen: 2017/18 lag die Zahl der bewilligten Kredite bei rund 190,7 Millionen Euro – im aktuellen Jahr liegt sie bei 199,1 Millionen. Das bedeute jedoch nicht zwangsläufig, dass die Studenten auch tatsächlich auf diese Kredite zurückgreifen, so Hansen. Es sei lediglich die Summe, die man zur Verfügung stellen würde.

Auch die Zahl der Beihilfeempfänger aus dem Grenzgebiet steigt an: 2013/14 waren es noch 8.227 und im vergangenen Jahr schon 10.552. Die größte Gruppe sind die Franzosen, gefolgt von den Belgiern und den Deutschen.

Deutsche Universitäten boomen

Der Minister hat dabei auch die Entwicklung der Studienorte präsentiert. Und hier bestätigt sich ein Trend der vergangenen Jahre: Luxemburger Studierende suchen bevorzugt den Weg in den deutschsprachigen Raum. Mit 4.525 Studenten ist Deutschland klar Spitzenreiter, noch vor der Universität im eigenen Land mit 3.723 Studierenden. Belgien belegt den dritten Rang mit 3.479 Studenten (davon allein in Brüssel 1.287). 2.333 Luxemburger studieren in Frankreich, 1.223 in Großbritannien, rund 977 in Österreich und 822 in den Niederlanden.

Dabei fällt auf, dass die Zahlen für Deutschland und auch für die Niederlande stark steigen (allein an deutschen Universitäten haben sich über 300 Studierende mehr immatrikuliert als im Jahr zuvor), wohingegen jene für Frankreich und Luxemburg nur geringfügig ansteigen und die für Belgien und Großbritannien sogar stagnieren. Eine Sache bleibt jedoch unverändert: Des Luxemburgers liebstes Studienfach sind und bleiben die Wirtschaftswissenschaften.

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