Am 13. September sind erstmals Fälle der Afrikanischen Schweinepest in Westeuropa – genauer gesagt in Belgien – festgestellt worden. Die Angst, dass sie sich bis nach Luxemburg ausbreiten könnte, ist nicht unbegründet. Die CSV-Abgeordnete Martine Hansen hat bezüglich der Risiken einer eventuellen Verbreitung der Seuche eine parlamentarische Anfrage an Landwirtschaftsminister Romain Schneider und an Umweltministerin Carole Dieschbourg gestellt.

Von Lisa Rock

Seit der Entdeckung der Afrikanischen Schweinepest in unserem Nachbarland vor drei Monaten haben die belgischen Behörden ein 63.000 Hektar großes Sperrgebiet in der belgischen Provinz Luxemburg eingerichtet. Allerdings wurden die Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung der Seuche bereits wieder gelockert. Hansen erwähnt, dass der EU-Gesundheitsminister eine starke Bejagung der Wildschweine erwägt, um gegen die Pest vorzugehen. Die CSV-Politikerin möchte wissen, wie der Stand der Dinge in Bezug auf die Wildschweinjagd in Luxemburg ist und was bisher in diesem Bereich unternommen wurde.

Auch geht sie in ihrer parlamentarischen Anfrage auf den Preis für Wildschweinfleisch ein, der derzeit derart niedrig sein soll, dass die Jäger nicht besonders versucht seien, die Tiere zu jagen. Hansen möchte eine Bestätigung dieser Information von der Regierung. Außerdem will sie deren Pläne dazu wissen, wie dieser Umstand kurzfristig behoben werden kann, um die Population der Wildschweine zu reduzieren. Des Weiteren fragt sie, wie viele tote Wildschweine bereits aufgefunden wurden, die nicht Opfer einer Jagd geworden sind, und ob es nicht sinnvoll wäre, eine Kampagne zu starten, die den Verkauf von Fleisch, das von Wildschweinen aus den Wäldern Luxemburgs stammt, fördert.

Hansen erhielt nun eine Antwort von Landwirtschaftsminister Romain Schneider. In Bezug auf den Stand der Dinge antwortet der LSAP-Politiker, dass es im Großherzogtum, im Gegensatz zu seinen Nachbarländern, seit 2012 einen Abschussplan für Schalenwild gibt. Das bedeutet, dass Jäger innerhalb von drei Jahren eine gewisse Anzahl von Wild schießen müssen. Dieser Plan ist vorläufig bis 2021 gültig und kann punktuell angepasst werden – was nun aufgrund der Schweinepest auch gemacht wird. Dieses Jahr sind die Jäger dazu aufgerufen worden, möglichst viele Wildschweine schon in der ersten Jagdsaison zu erlegen.

Mehr Wildfleischverzehr

In Bezug auf den Preis des Wildschweinfleisches meint der Landwirtschaftsminister, dass dessen Einkaufspreis mit unter zwei Euro pro Kilo seit Jahren recht niedrig ist. Vermarktet der Jäger das Fleisch seines geschossenen Wildschweins selbst, dann ist der Preis zwar etwas höher, jedoch hat er dann viel Arbeit mit der Verarbeitung des Tieres. Die Regierung habe keinen direkten Einfluss auf den Markt und auf dessen Preispolitik. Es sei auch immer wieder darauf hingewiesen worden, dass die Schweinepest kein Risiko für die menschliche Gesundheit darstelle und der Konsum von Schweine- und Wildschweinfleisch in der Hinsicht keine Gefahr berge.

In Luxemburg sind dieses Jahr 85 Wildschweine tot aufgefunden worden. Die meisten davon sind bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Jedes einzelne Tier wurde auf Schweinepest-Viren getestet und für pestfrei befunden. Eine Kampagne, die dazu aufruft, Wildschweinfleisch aus den lokalen Wäldern zu kaufen, ist bereits seit 2016 Teil der Regelung zwischen der Umweltabteilung und der FSHCL („Fédération St.-Hubert des chasseurs du Grand-Duché de Luxembourg“). Jedoch ist von der FSHCL noch keine konkrete Initiative an die ANF („Administration de la nature et des forêts“) herangetragen worden. Öffentliche Restaurants und Kantinen sollen dazu motiviert werden, mehr Wildfleisch anzubieten. Die ANF geht mit gutem Beispiel voran und bietet Wild auf dem Menü ihrer Abschlussjahrfeier an.

Eine andere Maßnahme sei es, private und öffentliche Restaurantbetreiber dazu zu überreden, ihren Kunden das ganze Jahr über Wildfleisch in verschiedensten Formen anzubieten und somit die Nachfrage zu steigern. Restopolis hat sich dazu bereit erklärt, in seinen landesweiten, öffentlichen Kantinen auf Anfrage der Regierung Menüs und Produkte aus Luxemburg mit unter anderem Wildschweinfleisch zu servieren.

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