Er ist unverkennbar mit seinem strohblonden Haarschopf: der Brexit-Hardliner Boris Johnson. Sein politisches Geschick bewies Johnson durch die zweimalige Wahl zum Bürgermeister von London – einer normalerweise eher links wählenden Stadt. Seine Entscheidung, die Brexit-Kampagne zu unterstützen, gilt als Wendepunkt in den Austrittsbestrebungen des Vereinigten Königreichs und führte zum Sieg der Brexit-Befürworter.

Die Entscheidung brachte ihm aber auch Kritik wegen irreführender Behauptungen ein. Weil er die Briten vor dem Referendum zum EU-Austritt belogen haben soll, muss er jetzt vor Gericht Rede und Antwort stehen. Der Termin für eine Voranhörung steht allerdings noch nicht fest.

Johnson hatte vor dem Brexit-Referendum behauptet, Großbritannien zahle wöchentlich 350 Millionen Pfund (400 Millionen Euro) an die Europäische Union – eine Summe, die selbst Austrittsbefürworter nach dem erfolgreichen Referendum als grob übertrieben bezeichneten.

Zitate gefälscht und gefeuert

Johnson wurde 1964 in New York als Alexander Boris de Pfeffel Johnson geboren. Er erhielt als Schüler ein Stipendium für die Eliteschule Eton, las an der Universität Oxford Klassiker und war dort Mitglied in dem für sein Rowdytum bekannten Bullingdon Club. Nach dem Studium wurde Johnson Journalist – und von der Zeitung The Times nach einem Jahr gefeuert, weil er Zitate fälschte. Als Brüsseler Korrespondent für den Telegraph machte er sich von 1989 bis 1994 über EU-Institutionen und angebliche EU-Beschlüsse lustig.

Seine politische Karriere begann Johnson 2001 als Abgeordneter, bevor er 2008 zum Bürgermeister von London gewählt wurde. International gewann er durch die Organisation der Olympischen Spiele in London 2012 an Profil. Seine Ernennung zum Außenminister im Jahr 2016 galt als gewiefter Schachzug der neuen Premierministerin May – angesichts früher undiplomatischer, teils rassistischer Bemerkungen Johnsons aber auch als ungeschickt. Das Institut Chatham House bezeichnete Johnson als den „erfolglosesten“ britischen Außenminister seit dem Zweiten Weltkrieg: Wo Ernsthaftigkeit und Detailgenauigkeit erforderlich gewesen seien, habe Johnson witzige Sprüche geklopft.

Parlament in den Urlaub geschickt

May schien erleichtert, als Johnson im Sommer vergangenen Jahres seinen Rücktritt erklärte. Als Premierminister sorgte Johnson dann für noch mehr Aufsehen, indem er sich ganz einfach gegen das Parlament stellte und es gegen dessen Willen in den Urlaub schickte. Zudem gab er öffentlich bekannt, dass er sich nicht an ein Gesetz halten wollte, das die Abgeordneten an ihrem letzten Sitzungstag verabschiedet hatten und die Regierung dazu verpflichtet, bei der EU eine Verlängerung der Austrittsfrist zu beantragen.

Johnson wird sich heute in Luxemburg zunächst mit Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und dann mit Premierminister Xavier Bettel treffen.

„Je wütender Hulk wird, desto stärker wird Hulk“: Johnson zeigt sich vor dem Treffen mit Juncker in Luxemburg zuversichtlich

1 Kommentar

  1. a wat kascht dat erem fir deen To…..t do ze empfänken.An et wärt och erem Neischt derbei eraus kommen.Ausser Spesen nix gewesen.Elo huet d’Welt zwee esou Braddeler:den Trump an den Johnson.

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