Jim Schmitz wurde 1948 in Wiltz geboren und ist in der Nähe von Ulflingen aufgewachsen. Schon mit zwölf fängt er an, zusammen mit seinem Cousin Vögel zu fangen. Er ist 15, als er die „Vulleschutz“-Mitgliedskarte seines Vaters und dessen Bestimmungsbücher findet.

Schmitz beginnt, sich in die Materie einzuarbeiten. „Wir hatten ja damals kein Internet, nur Papier“, sagt der heute 71-Jährige. Als er als Jugendlicher ins Athenäum kommt, vergräbt sich Schmitz zusammen mit ein paar Freunden in der Bibliothek. „Danach haben wir uns aufs Fahrrad geschwungen und sind mit dem Fernglas im Gepäck zum ‘Réiserbann’ geradelt, um Vögel zu beobachten.“

Learning by doing

Noch im gleichen Jahr entdecken er und seine Freunde eine Vogelberingungsstation in Lothringen. Ein Jahr später verbringen die sieben Jungs ihren Sommer dort und beringen Vögel. „Das war learning by doing.“ Außer der Chefin war niemand weit und breit. Nur Schmitz, seine Freunde, ihr Bestimmungsbuch und die Vögel. „Das hat richtig Spaß gemacht“, erinnert er sich begeistert.

1965 findet Jim Schmitz in Übersyren einen Hektar Schilf. Er besorgt ein Netz und ein paar Stangen und beginnt die ersten Vögel in Luxemburg zu beringen. Dort, wo sich 50 Jahre und 374 Hektar später die einzige Vogelberingungsstation in Luxemburg befindet: die „Schlammwiss“. Schmitz tritt in den „Vulleschutz“ ein, bei dem er später Generalsekretär wird.

Zwölf Jahre lang Bürgermeister

Nachdem er 20 Jahre als Staatsbeamter für die Zuschüsse von Uni-Studenten zuständig ist, wird er ins „Environnement“ transferiert. Auf Kockelscheuer hilft er, aus einem alten Bauernhof das heutige „Haus vun der Natur“ aufzubauen – und ist dort 20 Jahre lang Direktor.

Es ist seine Leidenschaft für Naturschutz, die Schmitz in die Gemeindepolitik führt.
Er will etwas auf regionaler Ebene verändern. Schmitz ist seit 27 Jahren und bis heute im Gemeinderat von Contern – davon war er zwölf Jahre Bürgermeister. Der inzwischen pensionierte Vogelnarr wohnt derzeit in Oetringen.

Basketball und Reisen

Bis vor kurzem war Jim Schmitz auch Präsident des Basketballclubs AB Contern. Dort gelandet – und zehn Jahre lang geblieben – ist er, weil seine Kinder Basketball spielten. Die zusätzliche Freizeit nutzt er zum Reisen – nicht zuletzt, um andere Vogelarten kennenzulernen. China, Kuwait, Südafrika und Aserbaidschan sind nur einige Orte, an denen er bereits war.

Einen Großteil seiner Zeit verbringt Schmitz an seinem liebsten Ort: der „Schlammwiss“. Als der 27-jährige Ornithologe Charel Klein 2011 zum ersten Mal dort ist, nimmt Schmitz ihn gleich unter seine Fittiche. „Wir haben vor allem im ersten Jahr sehr intensiv zusammengearbeitet“, sagt Klein.

Immer auf dem neuesten Stand

Schmitz wurde zu seinem Mentor: „Er hat mir fast alles beigebracht, was ich über die Bestimmung von Vogelarten und das Beringen weiß.“ Zudem brachte er ihm eine Menge über Naturschutz bei und wie dieser richtig kommuniziert wird.

„Jim ist eine sehr angenehme Person, er weiß gut, wie man ein Team zusammenhält“, findet Klein. Besonders in den letzten Jahren lasse sich der 71-Jährige trotz fortgeschrittenen Alters von den jungen Leuten auf der Beringungsstation mitreißen. „Er hat ein iPhone und Facebook und gibt sich Mühe, auf dem neusten Stand zu bleiben“, sagt Klein. Das sei alles andere als selbstverständlich.

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