Das mit den Baustellen in Luxemburg ist so eine Sache. Manche werden sehr schnell fertiggestellt, viele andere hingegen nach einer halben Ewigkeit. Oder noch später. Zumindest gefühlt. Da bildet die Emile-Mark-Straße im Differdinger Stadtviertel Fousbann auch keine Ausnahme.

Von unserem Korrespondenten Pascal Hansen

Im November 2017 begannen die Bauarbeiten sozusagen an der Hauptschlagader des Viertels Fousbann, die Zolver sowie die A13 mit dem Differdinger Stadtzentrum verbindet. Nach Fertigstellung der Umgehungsstraße über dem ehemaligen Arbed-Gelände im Frühherbst letzten Jahres konnten die Gemeindeverantwortlichen endlich das Sorgenkind Emile-Mark-Straße angehen. Zur Erinnerung: Vor Inbetriebnahme der “Rocade”, die von der Nationalstraße 32 von der “Collectrice du sud” entlang der Firma Kronospan über die berüchtigte Woiwer-Kreuzung ins Stadtzentrum führt, erlebten die Anrainer tagtäglich ein sehr hohes Verkehrsaufkommen in Form von Individualverkehr, aber auch von Lkws. Also gab es im Oktober erst einmal ein großes Aufatmen, als die neue Umgehungsstraße die rue Emile Mark entlastete.

Kurze Zeit später wurde die Emile-Mark-Straße dann komplett für den Verkehr geschlossen … für zwei Monate, wie es anfangs hieß. Die ganze Straßeninfrastruktur sollte erneuert werden. Heute, fast neun Monate später, sind die Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen und das dürfte laut Aussagen der Gemeindeverantwortlichen auch nicht vor Beginn des Kollektivurlaubs im Bausektor der Fall sein. Sehr zum Unmut der direkt betroffenen Anrainer.

Aber wie kam es zu einer solch großen Verspätung? “Wir wollten neue elektrische Leitungen, die Postinfrastruktur, Wasser-, Schmutzwasser- sowie Regenwasserrohre erneuern bzw. neu verlegen”, erklärte Bautenschöffe Tom Ulveling. Doch dann, als die Arbeiter die Straße aufrissen, kamen uralte Leitungen und Rohre zum Vorschein, die auf keiner Karte verzeichnet waren und von denen auch niemand wusste, ob sie noch in Betrieb seien oder nicht. “Du kannst nicht einfach mit dem Bagger irgendwelche Leitungen einreißen, von denen du keine Ahnung hast, was eventuell noch drinsteckt”, hieß es am Donnerstag seitens der Gemeinde. Hinzu gesellten sich noch die schlechten Wetterbedingungen Anfang des Jahres, sodass die Baustelle noch weitere Verzögerungen bekam. Sehr zur Verärgerung der direkten Anrainer zwischen der rue du Gaz und der Dicks-Lentz-Straße, wo auch einige Geschäfte angesiedelt sind. Auch wenn die Straße mittlerweile wieder vom Stadtzentrum aus befahrbar ist, so bedeutet das immer noch nicht das Ende der Unannehmlichkeiten.

In Kürze wird zudem die Baustelle an der Emile-Mark-Straße bis hin zur avenue d’Oberkorn erweitert. Unter den Bauarbeiten leiden aber auch Schüler sowie all diejenigen, die notgedrungen auf die zahlreichen Busse angewiesen sind. Denn seit November 2017 werden etliche Haltestellen nicht mehr angefahren.

Immerhin gibt es auch Positives zu verzeichnen. Nach Fertigstellung der Straße sollen größere Abflussrohre sowie Pumpen dafür sorgen, dass bei starken Unwettern das Regenwasser schneller abfließt und so die Keller der Anrainer trocken bleiben. “Außerdem wollen wir nach Ende der Bauarbeiten die ganze Straße zurückbauen, sodass hier nur noch lokaler Verkehr des Stadtviertels die Straße benutzt”, stellte Tom Ulveling in Aussicht.

 

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