Immobilien sind ein Reizthema in Luxemburg. Die Preise steigen derart schnell, dass es für Berufseinsteiger oder Geringverdiener fast unmöglich scheint, sich eine eigene Wohnung zu leisten. Trotzdem lebt mit rund 71 Prozent die große Mehrheit der Haushalte in ihren eigenen vier Wänden. Und über ein Viertel besitzt sogar mehr als nur eine Immobilie.

Laut den letzten vorliegenden Zahlen besitzen 26,3 Prozent der Luxemburger Haushalte mehr als nur eine Immobilie. Nicht überraschend ist, dass die 20 Prozent der wohlhabendsten Haushalte öfter (50 Prozent – jeder zweite) eine zweite Immobilie besitzen als die am wenigsten verdienenden 20 Prozent der Haushalte (12 Prozent).

Im Schnitt hat diese zweite Immobilie einen Wert von 885.000 Euro und steht für 27 Prozent des Besitzes des Haushaltes. Diese Zahlen, an die die Luxemburger Zentralbank in ihrem kürzlich veröffentlichten Bulletin 2018-3 erinnerte, sind aus dem Jahr 2014. Auch im Schnitt gesehen ist der Besitzer einer Zweitwohnung gleich Besitzer von drei Immobilien. Für den Zweck der Analyse wurde sich in den vorliegenden Daten jedoch auf eine Untersuchung der einen, materiell wertvollsten Zweitimmobilie beschränkt. Ganz klarer Vorreiter sind dabei Häuser und Apartmentwohnungen (76 Prozent).

In Luxemburg und im Ausland

Dass die Haushalte im Besitz von Reserve-Grundstücken sind, damit der Nachwuchs auch ein Haus bauen kann, kommt eher seltener vor. Nur neun Prozent der Haushalte gaben ein Grundstück als wertvollste Zweitimmobilie an. Interessant auch die Übersicht über die Länder, in denen sich die wertvollsten Zweitimmobilien befinden. An erster Stelle liegt ganz klar Luxemburg mit 61 Prozent der Befragten. Mit abgeschlagenen 13 Prozent folgt Portugal auf dem zweiten Platz. Am belgischen Strand haben demnach weniger als vier Prozent der Luxemburger eine zweite Wohnung.

Insgesamt sei der Standort eng verknüpft mit dem Geburtsland der Betroffenen, schreiben die Autoren. So seien 81,5 Prozent der Besitzer von Zweitimmobilien in Luxemburg auch in Luxemburg geboren. Wer eine Zweitwohnung in Portugal hat, wurde mit einer Wahrscheinlichkeit von 76,7 Prozent auch dort geboren.

Fast die Hälfte der Zweitimmobilien außerhalb des Landes werden für private Zwecke genutzt. Innerhalb des Landes sind dies nur acht Prozent. Etwa die Hälfte der zum Haushaltsbesitz zählenden Zweitimmobilien im Lande werden vermietet.
Weiter fügen die Autoren hinzu, dass der Wert einer Zweitimmobilie im Großherzogtum rund 2,3 Mal über dem Wert einer solchen im Ausland liege.

* Alle Zahlen aus dem Jahre 2014, Quelle: Bulletin BCL, März 2018

 

5 Kommentare

  1. Ein glückliches Land, in dem jeder 4. Haushalt eine zweite Immobilie in einem Durchschnittswert von 885.000 Euro besitzt! Aber ersetzen wir mal das Adjektiv glücklich durch reich, denn nicht jeder der wohlhabend ist, ist glücklich.
    Vergessen wir nicht, die jungen Haushalte, die froh sind wenn sie über eigene vier Wände verfügen oder angesichts der überteuerten Grundstückspreise hierzulande, sich im benachbarten Grenzgebiet ansiedeln müssen. Auf der einen Seite gibt es die, welche sich den Luxus einer Zweit-oder Drittimmobilie leisten können und auf der anderen die, welche ins billigere Ausland ziehen müssen, um zu einem Eigenheim zu kommen. Das sind ja schöne Verhältnisse ! Dabei wird die Schere zwischen arm und reich immer grösser.

    • Vollkommen richtig ! Diejenigen die ich kenne mit mehreren Immobilien sind eher als grantig zu bezeichnen da sie den Hals niemals voll genug kriegen.
      Es wäre interessanter zu wissen wie es den restlichen 75% der Haushalte geht !
      Wieviel % der Haushalte sind masslos überschuldet , mit oder ohne eigene Immobilie ?
      Wieviele Haushalte sind ins Ausland gezogen, mit oder ohne eigene Immobilie ? Denn die Mieten sind genauso übertrieben wie die Hauspreise !!
      Ich denke die Schere wird ziemlich Monströss !!!

  2. Wohnungsnot
    Der Gesetzgeber könnte das ja schnell ändern, siehe Östereich Haupstadt Wien
    Nach Gesetz ist geregelt das 10% der neuen Wohnungen nur 5€ qm kosten dürfen.
    Weitere 10% nur bis zu 10€ qm kosten dürfen.
    Die Stadt als 1 Käufer fungiert.
    Also liebe Politiker einfach nachmachen, so schwer kann das ja nicht sein.

  3. Zwangsenteignung wegen Gemeinnützigkeit. Fertig. Aktuellen Marktwert bezahlen und zurück an den Staat. Die Kapitalisten können ja in die USA auswandern, wenn dann eine Immobilienkrise kommt, schlafen sie auf der Strasse.

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