Das Gesundheitsministerium hat die Statistiken zur Sterblichkeit und den Todesursachen für Luxemburg vorgestellt. 2016 starben insgesamt 3.978 Menschen hierzulande, die meisten davon immer noch an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und an Krebs.

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50,9 Prozent der fast 4.000 Toten waren Männer, 49,1 Prozent waren Frauen. Laut der Studie bestätigt sich zudem die Tendenz, dass Frauen länger leben als Männer. Insgesamt steigt die Lebenserwartung hierzulande weiter. So waren 2016 der Untersuchung zufolge die Männer im Durchschnitt 76, die Frauen 80 Jahre alt, als sie starben. Die intakte Umwelt, gute medizinische Versorgung und der hohe Lebensstandard hierzulande werden allgemein oft gerne als Gründe für die hohe Lebenserwartung angeführt.

Laut Statistik versterben pro Tag in Luxemburg 11 Personen. Das sind 77 pro Woche und 332 pro Monat. Im Vergleich zu 2015 ist die Zahl leicht (+1,1%) angestiegen. Die meisten Menschen sterben im Krankenhaus, gefolgt vom Altersheim und dem eigenen Zuhause. Drei Prozent der Todesfälle betreffen Menschen, die nicht im Land leben (Pendler, Touristen …).

Krankheiten sind immer noch die Todesursache Nummer eins, auch hierzulande. 93,3 Prozent der Verblichenen werden durch sie dahingerafft. Nur 6,7 Prozent verlieren ihr Leben durch sog. externe Ursachen (Unfall, Mord …).

Eine traurige Gewissheit: Die Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben, mit 1.264 Todesfällen (31,8%) weiterhin die erste Todesursache. 596 Männer und 668 Frauen starben 2016 daran. Laut Gesundheitsbehörden hat sich die Sterberate bei diesen Krankheiten um 6,5 Prozent im Vergleich zu 2015 erhöht. Grund zur Besorgnis bestehe aber keine, wird betont. Denn berücksichtigt man die Statistiken der letzten zehn Jahre, stellt man einen Rückgang, von 36,9 auf 31,8 Prozent fest. Hauptgrund hierfür seien u.a. die gesündere Lebensweise und der medizinische Fortschritt, erklärte ein Arzt dem Tageblatt.

Hinter den Herz-Kreislauf-Erkrankungen folgt der Krebs. Er zeichnet für 28,2% aller Todesfälle verantwortlich. 1.121 Personen starben 2016 an einer Krebserkrankung. Hier sind Männer (56,4%) öfter betroffen als Frauen (43,6%). Beim sog. starken Geschlecht sind der Lungenkrebs (174 Todesfälle), der Darmkrebs (60) und der Prostatakrebs (52) die tödlichsten. Bei den Frauen stehen der Brustkrebs (94 Fälle), der Lungenkrebs (73) und der Darmkrebs (44) an der Spitze. Deshalb raten Mediziner u.a., sich regelmäßig untersuchen zu lassen und zur Krebsvorsorge zu gehen. Denn viele Krebserkrankungen können geheilt werden, wenn sie rechtzeitig entdeckt werden.

Atemwegserkrankungen stellen dann laut Statec, mit 7,5% (298 Opfern) die dritthäufigste Todesursache dar.

Tod durch psychische Probleme

Als vierte Todesursache folgen die sog. externen Ursachen. 267 Fälle wurden unter dieser Kategorie eingestuft. Von dieser Todesart sind vor allem Männer betroffen (61,1%).
Im Jahr 2016 wurden 61 Selbstmorde oder Todesfälle, für die keine klare Ursache gefunden werden konnte, registriert. 48 Männer und 13 Frauen waren betroffen. Die gute Nachricht: Die Anzahl dieser Todesfälle sinkt. Sie liegt unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre, wo 80 solcher Fälle gezählt wurden.

Sorgen bereitet den Gesundheitsbehörden aber die Tatsache, dass der Freitod eine der Haupttodesursachen bei Personen im Alter zwischen 25 und 39 Jahren bleibt. Man dürfe in unserer schnelllebigen Welt, wo der Druck auf die Menschen wächst, die psychischen Erkrankungen nicht unterschätzen oder verharmlosen, betont der Arzt. Denn oft sei die Vorbeugung das einzige Mittel, um diese Todesfälle zu vermeiden.

Der Kampf für mehr Sicherheit am Arbeitsplatz und im Verkehr ist noch lange nicht vorbei. Viele Menschen sterben an den Folgen von Stürzen. Und 38 Personen (28 Männer und 10 Frauen) ließen 2016 ihr Leben durch einen sog. “Transportunfall”.

Todesfälle infolge von psychischen Störungen sind aber seit 2011 auf dem Vormarsch in Luxemburg. Es werden in diesem Zusammenhang vor allem, u.a. durch die Alterung der Bevölkerung, mehr Demenzkranke gezählt. Waren 2011 “nur” 99 Personen betroffen, so waren es 2016 bereits 233.

Die Kindersterblichkeit scheint ebenfalls eine Renaissance im Großherzogtum zu erleben. Vor zwei Jahren überlebten 25 Babys ihr erstes Lebensjahr nicht. Dazu kamen 47 Totgeburten. Im Jahresdurchschnitt 2010-2015 waren es lediglich 15. Die Gründe hierfür sind bis dato unbekannt. Die Entwicklung werde aber genau analysiert, heißt es. 2016 kamen 6.050 Babys zur Welt (3.077 Jungen und 2.973 Mädchen).

Durch das Tal der Tränen kommen – Ein Gespräch mit einer Luxemburger Trauerbegleiterin

3 Kommentare

  1. Kindersterblichkeit zu hoch, was ist da los? Vertrauliches Gespräch mit unserem Kinderarzt vom Jahre 1990: 14 Kindstode dieses Jahr, außergewöhnlich hoch, sonst im Schnitt 7-8 Fälle.
    Liegt es an der Bevölkerung oder an den Voruntersuchungen die zu lasch sind? Man kann definitiv was tun.

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