Wer in Luxemburg spart, um eine Wohnung zu kaufen, den überholen die immer schneller steigenden Preise.

Als vor einem Jahr die damals neuesten Zahlen zur Preisentwicklung bei Wohnimmobilien bekannt wurden, war die Aufregung groß. Aus der Politik hieß es einstimmig: Es muss etwas passieren. Mittlerweile steigen die Preise noch schneller als damals.

Die jüngsten Zahlen von „Observatoire de l’habitat“ und Statec weisen auf eine Entwicklung hin: Die Preise für Wohnungen steigen immer schneller. „Die Preiserhöhungen haben sich in den letzten Jahren beschleunigt“, ist in einem Bericht, der gestern veröffentlicht wurde, zu lesen.

Geografische Unterschiede sind groß

Laut „Le Logement en chiffres“ lagen die Immobilienpreise in Luxemburg im zweiten Quartal 2019 satte 11,4 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Das bedeutet eine „deutliche Beschleunigung“, so die Autoren. Bis 2018 stiegen die Preise um 7,1 Prozent, im Jahr 2017 um 5,6 Prozent und im Jahr 2016 betrug die Steigerung 6 Prozent. Während in den Quartalen zuvor Wohnungen schneller an Wert zulegten, haben in diesem Quartal die Häuser etwas aufgeholt. Letztere sind heute im Landesdurchschnitt 11,8 Prozent teurer als vor einem Jahr. Bestehende Wohnungen haben hingegen „nur“ 10,7 Prozent an Wert zugelegt. Neue Appartements sind heute 11,8 Prozent teurer.

Die geografischen Unterschiede sind jedoch groß. Es ist nicht überall gleich teuer. So kostet ein Haus im Kanton Luxemburg im Schnitt 1,16 Millionen Euro. Das ist fast doppelt so viel wie eins im Norden des Landes. Der landesweite Durchschnittspreis für ein Einfamilienhaus liegt bei 742.335 Euro.

Gründe für die Preissteigerungen gibt es viele: Jeden Monat entstehen fast tausend neue Arbeitsplätze. Die Nachfrage ist folglich größer als das Angebot. Das Niedrigzins-Umfeld drängt Anleger in Immobilien. Wohnungen bleiben, auch steuerlich, eine gute Investition. Sie sind nur begrenzt verfügbar.

Mieten steigen langsamer

Auch bei den Mieten sind die geografischen Unterschiede groß: von 783 Euro im Norden des Landes bis zu 1.170 Euro im Kanton Luxemburg. Für eine Monatsmiete muss ein Haushalt im Landesdurchschnitt 998 Euro auf den Tisch legen. Dass die genannten Zahlen überraschend niedrig erscheinen, liegt daran, dass sie sich auf alle bestehenden Mietverträge beziehen. Einen neuen Mietvertrag abzuschließen, ist deutlich teurer: Die „angekündigten Mieten“ in kommerziellen Anzeigen liegen bei Wohnungen 61 Prozent höher als der aktuell gemessene Durchschnitt. Bei Häusern sind es sogar 92 Prozent.

Eine Wohnung im Großherzogtum zu mieten, kostete, laut den geschalteten Anzeigen, 2018 im Schnitt 1.611 Euro monatlich. Die angekündigten Mieten für Wohnungen stiegen im Jahresverlauf um für Luxemburg sehr niedrige 2,3 Prozent.

Hierzulande ist die Mehrheit der Haushalte Besitzer der eigenen Wohnung, wie im Bericht erwähnt wird. Zahlen von 2011 zeigen, dass nur 28,3 Prozent der Bevölkerung Mieter sind. Wegen der hohen Preise für Wohnungen rechnen die Autoren in Zukunft jedoch mit einer Zunahme der Mieter.

15 Kommentare

  1. Quasi monatlich findet einer der noch etliche Ar in einer Bauzone hat, Kaufangebote in seinen Briefkasten, mit dem Vermerk:” URGENT….cherchons pour clients solvables”. Von wo wissen diese Spekulanten meine Abschrift?
    Der Datenschutz gilt also für jene scheinbar nicht. Hatte mal einen getestet, den Käufer könne er aus Datenschutzgründen mir nicht nennen. Bezahlt würde über Bankgarantie und es käme ein Bevollmächtigter, um die Verkaufsurkunde zu unterzeichnen. Sicherlich nur der Advokat einer hier ansässigen Briefkastenfirma. So wird unser Land allmählich an dubiose Subjekte verkauft, welche darauf Appartements erbauen die zu einem Preise vermietet werden, den normale Eheleute nicht mehr bezahlen können. Und die politische Kaste scheint entschlafen zu sein.

    • Das liegt daran dass unsere Nachbarländer noch mehr Kapitalisten haben als wir. Solange es keinen weltweiten Sozialismus gibt, wird Luxemburg von den Aristokraten der Nachbarländer aufgekauft. “Gebt denen da unten nur soviel, damit sie die Klappe halten” heisst die Devise weltweit. Oben wird Champagner auf den Jachten gesoffen.

    • “Quasi monatlich findet einer der noch etliche Ar in einer Bauzone hat, ”

      Aha, Sie sind also einer der sagenhaften Grundstücksspekulanten.

      Und Sie möchten partout, dass der Staat Ihnen vorschreiben soll an wen Sie verkaufen dürfen und an wen nicht?
      Ist das Ihr Ernst?

  2. Wer bitte kann sich eine Monatsmiete von 1.611.- Euro leisten? Doch nicht etwa ein junger Haushalt? Das sind unzumutbare. übertrieben hohe Preise ! Wenn man bedenkt, dass im benachbarten Ausland viele Arbeitnehmer nicht oder kaum so viel verdienen. Aber bei uns gibt es scheinbar keine Grenzen nach oben, hier wachsen die Bäume in den Himmel. Bauen und Wohnen in Luxemburg wird bald nur noch für Privilegierte kein Problem darstellen. Das nennt man dann einen Sozialstaat!

  3. Et gett gebaut an gebaut werall sou dass d’Fatzen fleihen, iwerall am Land enstinn nei Cite’en, emmer mei Residencen gin gebaut. Do kommen all Mount 100 vun Appartementer dobai…an d’Praisser gin awer erop. Daat ass net normal. Wann mei gebaut gett, wann mei ungebueden gett, dann soll et dach mei belleg gin…komisch ass daat schons. An dann wann nei Residencen gebaut gin, den Bagger steet nach net do, dann ass awer beemol een Scheld do matt 100% verkaaft. WIEN KEEFT DANN DEI APPARTEMENTER DEI IWWERT 700000 Euro sin, iwwert 1000000 Euro….oder Haiser iwwert 700000 Euro an plus……Souvill Spetzeverdinger hun mir jo awer bestemmt net am Land. An een Normalverdinger matt 2500 Euro netto kann dach keen Appartement vun 800000 Euro kaafen….oder ieren ech mech do? Also ech wees vun neien Appartementer an neien Residencen dei stinn schons emmer eidel…………

    • Das passiert, wenn überhaupt, bestimmt nicht so schnell. Was die Baupreise auch zu einem Teil “rechtfertigt”, sind die AA, BB (vom Staat auch noch vorgeschriebene) Bauten. Gesundes Wohnen ist das nicht, von wegen “nicht Lüften” oder gar Heizung sparen, ich bemerke von alledem rein gar nichts, dafür hat sich jedoch meine Stromrechnung verdoppelt!

      • Da wird den Leuten alles vorgegaukelt was meistens
        nicht stimmt und mit viel Pfusch am Bau verkauft.
        All diese Wohnungen sind nach Jahren schädlich für
        Atemwege durch Bakterien und Keime die sich in
        diesem Sysrem bilden. Es kann auch anders gebaut werden
        ohne diese System die sich bis jetzt nicht bewährt haben.
        Auf dem Markt ist immer noch viel Isolierbaustoff vorhanden,
        wird aber nicht richtig genutzt,vieilleicht aus Unkentnis vom Bauträger.

  4. Gestern war auf ARD “Wohnen. Mieten. Abzocken.” U. a. wurde das sog. “Wiener Modell” vorgestellt. Das sind Mietshäuser, die der Kommune gehören und wo der m2 bei gerade mal 6 Euro liegt.

    “Aber das Grundprinzip der Stadt (Wien), könne dennoch als Orientierungshilfe dienen, sagt Gemeinderat Kurt Stürzenbecher: „Das Wichtigste ist: Nicht auf den Markt alleine vertrauen, sondern den Markt korrigieren und Wohnen als Menschenrecht sehen und dieses Menschenrecht muss mit den staatlichen und kommunalen Mitteln durchgesetzt werden.“

    Diese Einstellung sollten alle Politiker haben, nicht nur die Österreicher.

    • Dieses Denken und solche Erwägungen sind leider unseren abgehobenen Politikern fremd. Die spielen doch in einer ganz anderen Liga als das Gemeinvolk.

  5. Eine gute Nachricht. 3/4 der Luxemburger Bürger besitzen ihre eigene Wohnung, die sind dann jetzt ja alle reicher geworden. Das können doch nicht alle Staatsbeamte sein.

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