Sollte jetzt an dieser Stelle über die wahrscheinlichen, möglichen, erhofften oder gewünschten Resultate spekuliert werden, über, beispielsweise, die Chancen des “neuen Gesichtes” der CSV in der Hauptstadt oder des Spitzenkandidaten derselben CSV in Esch, der nicht zufälligerweise genauso heißt wie jener, den ein voriger CSV-Chef dort gnadenlos unterdrückte, vor gar nicht langer Zeit?

Und, nicht wahr, auch Düdelingen, Differdingen, Rümelingen, Sanem-Beles, Bettemburg, Schifflingen, Kayl-Tetingen, Bascharage, Steinfort, Mersch, Steinsel, Walferdingen, Diekirch, Echternach, Clerf, Mondorf, Remich, Petingen, Monnerich, Kopstal-Bridel, Grevenmacher, Wiltz, Echternach, Hesperingen, Strassen, Bartringen, Mamer, Ettelbrück, und andere zu Dutzenden könnten den politischen Beobachter zu Prognosen herausfordern, die alle sachlich begründet wären, aber deshalb nicht unbedingt im Einklang mit dem Resultat, morgen Abend.

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Der Wähler ist immer noch, auch im Zeitalter der allgegenwärtigen Meinungsumfragen, ein ziemlich unberechenbares Wesen. Das macht es spannend, und Politik muss spannend bleiben, wenn sie das real existierende Mitspracherecht fördern und nutzen will.

Natürlich ist es schwierig, die inzwischen auch auf der Gemeindeebene kompliziert gewordenen Probleme im Zusammenhang mit den etwaigen Lösungen zu erklären. Wir sind alle über-informiert, aber leider zumeist in Dingen, die wenig mit der praktischen Gestaltung des Zusammenlebens auf engem Raum (in der Straße, im Stadtteil, im Dorf, in der Gemeinde) zu tun haben, sondern eher mit der ganz großen Politik (Trump und Kim, Terrorismus, Jamaika, Macron, Putin, Brexit, Amazon-Besteuerung), mit Sport und Freizeit und People, vielleicht sogar mit Kultur.

So tendiert der Stadt- und Landbewohner denn zu Y-a-qu’à-“Lösungen”, die keiner Prüfung standhalten. Ein Beispiel: die Zuwanderung.

Luxemburgs wirtschaftlicher Erfolg – den wir beileibe nicht für definitiv abgesichert halten sollten! – macht aus der Hauptstadt und ihrer Peripherie, zu der man drei Viertel des Landes rechnen kann, eine überregionale Metropole, die wie ein Magnet Zuwanderer anzieht. Diese Zuwanderer, es sind deren 15.000 bis 20.000 im Jahr, so viele wie die viertgrößte Stadt, Düdelingen, Einwohner zählt, stellen allerorts größte Herausforderungen an den Dienstleister Gemeinde. Die Infrastrukturen sind zu klein, um das rasante Wachstum zu verkraften; die „Neuen“ sind so zahlreich und kommen aus so unterschiedlichen Ländern und Milieus, dass die Einbürgerung keine “automatische” mehr ist.

“Y-a-qu’à” keinen mehr reinzulassen, nach Esch, oder ins hauptstädtische Bahnhofsviertel, oder generell dort, wo wir Luxemburger zur Minderheit werden. Nur haben “wir” alle EU-Verträge unterzeichnet, die uns nicht allein (erwiesenermaßen) Wohlstand bescheren, sondern auch Menschen, anderen Menschen. Die morgen gewählten Räte müssen sich überall in Luxemburg mit dieser Kernfrage auseinandersetzen. Es führen kein Weg und kein Wahlslogan daran vorbei.

Wir wünschen uns fortschrittliche Gemeindeführungen, fortschrittlich denkende und handelnde Männer und Frauen begreifend. Mal sehen, ob der Leser, der auch ein Wähler ist, uns diesen Wunsch erfüllt.

Wo? Na, träumen darf der Schreiber; Träume sind zoll- und zensurfrei, solange man sie nicht preisgibt. Warten wir doch ab, im Vertrauen darauf, dass es gute Gründe zum frohen Mitfeiern geben wird.

36 Kommentare

  1. was will man denn morgen feiern!!! Knüppel aus dem Sack, wie letzten Sonntag Barcelona? Ich verrate schon was ich morgen wähle,…das Universum, es ist nämlich unendlich.

  2. Vu datt et sécher ass, dass mir Schwaarz d’nächst Joer déi absolut Majoritéit an der Chamber kréien, w.är et gutt. Wann ons net och nach d’Gemengen an de Schouss faalen. Soss heescht et op emol, d’CSV wär un allem schold, wat da schlecht geet…

    • Joerzengten um Rudder matt enger Ausnahm! An an deer Legislaturperiod (DP/LSAP) gouf Letzeburg emwelzend reformeiiert zum Virdeel vun der gesamter Bevölkerung (öffentlech vun den Konservativen diffameiiert) – (awer gerechter Weis hannert der Hand als positiv ugeholl)! An noo deems deii Konservativ erem um Rudder waaren (dank enger Kampagne ennert der Gürtellinn) hun se absolut neischt annulleiirt mee alles gutgeheescht zum Wuehl vum ganzen System!
      Eweii och elo, aus allem gett eng Negativfront obgebaut a massiv d’Biirger obgesteppelt,
      neischt ass deenen Hellegen helleg genug fir nitt ze messbrauchen!
      “Deii Konservativ häetten eigentlech am leiiwsten Bierger (Wiieler) deii nitt schreiwen a liiesen a just liicht beaflossbar sin!

  3. Fortschrittliche Politik? Was heisst heute noch fortschrittlich? Zwischen den Parteien gibt es doch fast keine Unterschiede mehr. Links und rechts sind Begriffe aus der Vergangenheit.

    • Zwischen den nicht-revolutionären Parteien sind die “Unterschiede” tatsächlich schwieriger auszumachen. Die CSV ist weniger christlich, die LSAP weniger sozialistisch (im ursprünglichen Sinn des Wortes), die DP weniger wirtschaftsliberal und die Grünen geben sich weniger fundamentalistisch. Sie alle haben sich wahltaktisch auf Wähler zubewegt, die sie in der Mitte vermuten. Man darf aber davon ausgehen, dass sie in der Praxis, den Problemstellungen gegenüber, die in ihnen verwurzelten Werte anstreben und möglichst durchsetzen. Das erklärt auch die im Alltag gefühlten Unterschiede in den grossen Gemeinden, die lange von einer starken Partei mit Kanten geführt wurden. Eine Rundfahrt durch den roten Süden gefällig?

      • Davon ausgehen können Sie sicher allemal und hoffen auch, doch die Praxis sieht wohl immer öfter anders aus. Und ich muss zugeben, dass ich Ihre Frage sehr gut finden würde wenn sie sarkastisch wäre, doch so wohl eher kaum. Die bessere Frage wäre wohl,
        ob irgendjemand der Hypokriten überhaupt eine Stimme geliehen bekommen sollte, denn der Volkswille wird auch leider bei uns sehr eingeschränkt.

  4. a Mamer le bourgemestre honoraire Hosch a attaque ds un pamflet ouvertement son successeur 3 jours avant les elections. dommage qu’il n’a pas eu le courage de le faire il y a qq’s semaines. comme ca ses allegations auraient encore pu faire l’objet d’un vrai debat. tous les manouevres semblent bien pour imposer Gambia. esperons alors que ca sera un Gambia base sur une majorite des electeurs (contrairment au gouvernement Bettel qui a uniquement une majorite parmi les politiciens au parlement, mais qui ne represent que 48pct des electeurs).

    • BIllieTH, qu’avez-vous contre la démocratie représentative, qui donne à la majorité des députés unis dans une coalition le droit et le devoir soutenir le gouvenement?

      • rien, je constate uniquement que certains executifs n’ont que la majorite parmi la classe politique, mais pas parmi les electeurs. c’est ok selon les regles de notre democratie, mais ca reste un fait. que Bettel/Bausch/Schneider assument qu’ils ne seront jamais un gouvernement qui represente la majorite du pays – mais c’est legal, c’est selon les règles du jeu.

  5. In der Gemeinde Walfer werde ich CSV wählen weil die haben gratis seht gute Kugelschreiber verteilt an die Anwohner; die andern alle nichts….also klar wen ich wählen werde..honni soit qui mal y pense…eben zumindestens für einen Kugelschreiber…

  6. Aus Politiker sicht geht es nicht mehr darum den wälhler zu representieren sondern nur taktisch die Wahl zu gewinnen, man muss nur als einzelne Partei den höchsten Prozensatz erhalthen und dann durch geziehlte Koalizionsgespraeche irgenwie eine über 50 Prozent mehrheit hinzaubern und schon hat man die Wahlen gewonnen und kann sagen das das Volk es so gewollt hat da die Wahl so demokratisch abgelaufen ist.

    Sogar wenn die Partei mehr als 10 % verloren hat zur vorherigen Wahl kann sie so trotzdem noch immer behaupten, Sie hat die Wwahl klar und deutlich gewonnen , es hängt nur davon ab ob man es schafft die andern Parteien zu ueberzeugen, Ich bin der cheffe und du hilfstt mir dabei auf 50 % kommen, dann machen wir gemeissam was wir wollen und die Wähler sind uns egal.

  7. Ech wielen nom Ausschlussverfahren. D’Lsap kann ech net méi wielen, well se deemols, no der CSV-DP-Regierung den gratis öffentlechen Transport versprach haten, an en duerno méi deier gemat hunn. D’LSAP kritt réicht dann neess eng Stemm vu mier wann se dat Verspriechen vun deemols erfëllt hunn. D’CSV kann ech net méi wielen, well se mam Ofsetzen vum Wort-Chefredakter duerch de Luc Frieden bewisen hunn, datt se géint d’Pressefräiheet sinn. Domadder sinn déi zwou Parteien déi ech bis elo meeschtens gewielt hunn scho mol ab. DP kann ech net wielen, well de Xavier Bettel mech ugeschmiert hunn, wéi ech hien als Stater Buergermeeschter gewielt hunn, hien versprach hat net Premier wëllen ze ginn. Ausserdem kann ech weder DP an Déi Gréng an LSAP wielen, well déi 3 Walverléirer no de läschte Walen géint de Walgewënner CSV koaliéiert hunn, an domadder gewisen hunn, datt hinnen Demokratie egal ass. Da bleiwen nach just Piraten an Extremisten. Déi eng si kleng Kanner mat engem naïve Walprogramm. A wann mer just nach de Choix tëscht Lenksextremisten an Rietsextremiste bleiwt, dann huelen ech déi riets. Och wann et mer widderstrieft.

    • Bravo, Sie haben ein Abendessen mit unserem allseits beliebten Kommissionspräsidenten gewonnen*, weil Sie der 777. sind, der die so genannnte Bettelaussage in einem Kommentar (und dabei noch falsch) ziteirt. XB sagte, er wolle nicht Minister werden, womit er sich gegen eine schwarz-blaue Koalition im Vorfeld aussprach. Das haben die Orange-Schwarzen irgendwie noch nicht mitbekommen.

      *wenden Sie sich an Kommissionssekretariat in Brüssel.

    • ich wähle wie oben beschrieben im Universum, denn da kann man lange nach dem Anzug suchen dem einem passt. Mit kriminellen Strukturen will ich nichts zu tun haben..

  8. Ausserdem, an Zäiten vun Internet an der teschnëcher Méigleckeet, all Wieler zu all Ament mat enger Emfro zu senger Meenung ze froën, fannen ech de Parlamenterismus iwwerliewt. Dat war gutt fréier, wéi ee Vertrieder aus all Regioun oder aus all Quartier vu senge Wieler mat der Päerdskutsch an d’Chamber oder an de Gemengerot délegéiert ginn ass, fir seng Meenung ze vertrieden. Zu all Fro déi a Chamber oder Gemengerot débattéiert gëtt, kéint een haut via Luxtrust grat sou gutt ee Referendum man. Ee mol d’Woch misst jiddereen seng Stëmm um Internet ofginn. Dat wir partizipatif Demokratie. D’Regierung wir dann, wéi an der Schwäitz, just nach fir d’Emsëtze vun deenen Décisiounen do an, si kéint och direkt vum Vollek gewielt ginn. Ouni Koalitiounen vun Walverléirer géint de Walgewënner.

    • Schön gedacht, geht aber nicht. Wer sammelt die Resultate, welche Vertrauenspersonen? Und wie werden die bestimmt? Schon mal was gehört von Internetmanipulationen? Und Lux’trust’, nun ja, auch eher ein Witz.

      • @J.C KEMP
        Ich verstehe vorallem nicht, dass wir obwohl
        die Wahllokale Sonntag um 14:00 schliessen bis Montag warten müssen um das Resultat zu kennen? Warum brauchen Leute bei uns in den Wahllokalen soviel Zeit und wer sind diese Leute? Ich brauche bei der Wahl keinen Ausweis zu zeigen und ich kenne die Leute nicht die meine Stimme entgegennehmen?
        Blindes Vertrauen beiderseits?
        Hiermit will ich ohne jeglichen berechtigten oder nicht berechtigten Verdacht nur mein Unwohlsein bei solch altertümlichen Wahlprozessen ausdrücken.
        Was solls?!?

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